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Nobelpreis: Bob Dylan antwortet der Akademie nicht

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Dass der Literatur-Nobelpreis in diesem Jahr an Bob Dylan (75, „Thunder on the Mountain“) geht – ein echter Paukenschlag. Dylan selbst scheint aber nicht gewillt, sich mit der Ehrung groß auseinanderzusetzen. Bei einem Konzert am Freitag schwieg der Star zu seiner Aufnahme in den Literatur-Olymp. Und was noch schwerer wiegt: Auch die Schwedische Akademie der Wissenschaft, die die Preisverleihung organisiert, wartet seit Donnerstag vergeblich auf eine Rückmeldung von Dylan. Denkbar scheint also, dass der Songwriter der Zeremonie am 10. Dezember ohne ein Wort der Absage fernbleiben wird.

Die Vorsitzende des Vergabegremiums des Literatur-Nobelpreises, die Autorin Sara Danius (54, „Nase für Neuigkeiten“), sagte dem schwedischen Rundfunk am Montag, sie habe es aufgegeben, Dylan zu kontaktieren. „Jetzt gerade tun wir gar nichts. Ich habe einen nahen Mitarbeiter angerufen und angemailt und sehr freundliche Antworten bekommen. Für den Moment reicht uns das absolut“, erzählte sie. Wie genau die Antwort von Dylans Management lautete, wollte sie nicht verraten.

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Kommt Dylan als „nicht eingeladener Gast zum eigenen Fest“?

Danius wollte gleichwohl die Wogen glätten: „Wir halten gerade die Füße still und ich mache mir keine Sorgen. Ich habe das Gefühl, dass Bob Dylan kommen wird. Es ist nur ein Gefühl, ich kann mich natürlich täuschen.“ Sollte der wortkarge Star nicht auftauchen, sei es aber auch kein Fiasko, betonte sie weiter. „Es wird so oder so ein großes Fest und die Auszeichnung ist wie gesagt seine, darauf kommt es doch an.“

Andere Geehrte hatten in der Vergangenheit die Annahme des Preises komplett verweigert, der französische Literat und Philosoph Jean-Paul Sartre (1905-1980, „Der Ekel“) etwa. Der schwedische Journalist und Kulturexperte Mattias Berg erklärte allerdings, Dylans Verhalten bedeute eine „einzigartige Situation“. „Dass jemand nicht mal das Faktum der Preisvergabe kommentiert, oder für die Akademie so lange nach der Bekanntgabe immer noch nicht erreichbar ist; über so einen Fall bin ich noch nicht gestolpert.“ Dass Dylan ohne Ankündigung erscheinen wird, hält er aber immerhin für möglich: „Als eine Art nicht eingeladener Gast zum eigenen Fest zu erscheinen, das würde zu seinem Image passen.“

(nam/spot)

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