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# Hans Sigl macht jetzt Podcast: So persönlich wird seine "Sprechstunde"
- URL: https://www.viply.de/exklusiv/hans-sigl-macht-jetzt-podcast-so-personlich-wird-seine-sprechstunde/
- Published: 2026-09-23T08:01:44.000Z
- Updated: 2026-09-23T08:02:04.000Z
- Description: Einen klassischen Promi-Talk wollte Hans Sigl nicht: In seinem neuen "Reaction-Podcast" stehen die Fragen der Hörer im Mittelpunkt. Mit prominenten Gästen spricht der "Bergdoktor"-Star über die kleinen und großen Themen des Lebens - von verschwundenen Socken bis zu Beziehungen und Tod.
- Author: Redaktion
- Tags: Exklusiv, #spot

Die Idee entstand bereits in der Corona-Zeit, als "Bergdoktor"-Star Hans Sigl (57) zahlreiche Talks [auf Instagram](https://www.instagram.com/p/DdjAOb-j-yw/?hl=de) führte. Am 23\. September startet nun sein Video-Podcast "Betreff: Leben - Die Sprechstunde mit Hans Sigl", der künftig mittwochs auf den gängigen Podcast-Plattformen erscheint. Sigl selbst bezeichnet das Format als "Reaction-Podcast": Im Mittelpunkt stehen keine prominenten Gäste, sondern Fragen der Hörerinnen und Hörer, auf die der Schauspieler gemeinsam mit wechselnden Gesprächspartnern eingeht. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht Sigl über die Idee hinter dem Format und seine Erfahrungen bei den ersten Aufzeichnungen.

***Die Idee für einen eigenen Podcast entstand schon während Ihrer Instagram-Talks in der Corona-Zeit. Warum hat es mit der Umsetzung gedauert?***

Hans Sigl: Genau, ich habe damals eine ganze Menge Insta-Talks gemacht und dabei ist die Idee zu einem Podcast entstanden. Es war nur nie die Zeit dafür. Die Affinität war aber immer da, ich habe ja früher auch Radio gemacht. Nachdem Daniel Rosemann mit anderen eine Podcast-Firma gegründet hatte, fragte er, ob ich Lust hätte. So kam das jetzt zustande. Einen One-to-One-Podcast, in dem es ausschließlich um einen prominenten Gast geht, wollte ich aber nicht machen. Als Radiomensch dachte ich, es wäre schön, einen kleinen Service-Podcast zu machen, in dem wir uns um die Themen und Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer kümmern.

***Warum bezeichnen Sie das Format als "Reaction-Podcast"?***

Sigl: Letztendlich ist es fast eine Call-in-Sendung. Für mich fühlt es sich an wie eine Radiosendung: Erna P. aus K. hat geschrieben, sie versteht nicht, warum sich an der Supermarktkasse immer die Jungen vordrängeln müssen. Wie kann man damit umgehen? Dann sage ich: Liebe Erna, hier haben wir zum Beispiel Judith Williams, die sagt: "Ruhe bewahren, lassen Sie die Jungen ziehen." Dann reden wir darüber und kommen von den kleinen Themen zu den großen.

***Die Fragen im Podcast können in jede Richtung gehen. Wird mit den Gästen vorher besprochen, was okay ist und was nicht?***

Sigl: Nein, bislang habe ich das nicht besprochen. Ich frage meine Gäste immer, ob es etwas gibt, worüber sie nicht sprechen wollen. Man bekommt aber auch ein Gespür dafür, wenn ein Gast bei einem Thema sofort anspringt. Dann kann man in die Tiefe gehen oder eben nicht.

***Also eine ziemlich spontane Angelegenheit?***

Sigl: Auf alle Fälle improvisiert. Ich habe früher Impro-Theater gespielt und bin ein großer Freund des Impro-Moments, weil er immer etwas Unverfälschtes, etwas Pures hat. Ich mag das auch deshalb so gern, weil in meinem anderen Beruf alles sehr genau festgelegt ist. Die Texte stehen, alles ist besprochen. Da wächst natürlich der Wunsch nach Improvisation.

***Haben Sie Tricks parat, falls ein Gast mal maulfaul ist oder Ihnen selbst nichts einfällt?***

Sigl: Aushalten, zum Beispiel. Man muss auch mal stille Momente aushalten können. Bei einem auditiven Format ist das manchmal schwerer als mit Bild. Wenn auf eine Frage vom Gegenüber erst mal nichts kommt, kann das, was danach kommt, umso spannender werden. Man kann jemandem auch beim Denken zuhören.

***Kristallisieren sich in Ihrer Instagram-Community, die Sie um Themen für die Promis bitten, schon Lieblingsfragen heraus?***

Sigl: Noch sind viele der Meinung, man müsse Fragen zu den jeweiligen Gästen stellen. Ich möchte aber, dass die Fragen oder Themenvorschläge allgemeiner sind und ich die dann mit meinen Gästen bespreche. Wir haben auch eine E-Mail-Adresse, an die man kleine Geschichten schreiben kann. Etwa: Neulich bei einer Familienfeier sagt der Schwager zur Schwägerin, ich möchte das und das. Wie soll man damit umgehen, was soll man davon halten? Das kann auch anonym sein. Ich möchte ein bisschen in diese Gewissensfragen hinein.

***So wie in der langjährigen Rubrik "Die Gewissensfrage" der "Süddeutschen Zeitung"?***

Sigl: Eine wunderbare Rubrik und vielleicht eine kleine Inspiration.

***Gibt es schon ein Beispiel aus den aufgezeichneten Folgen?***

Sigl: Bei Ildikó von Kürthy kam die ewige Frage, warum Socken in der Waschmaschine verschwinden. Von jetzt auf gleich waren wir bei Scheidungen, Beziehungen, Verlust und Tod ... und dann wieder zurück bei den Socken. Sie hat erzählt, dass sie ihren Söhnen und ihrem Mann einfach die gleichen Socken gekauft hat. Dann stellt sich die Frage nicht mehr, wer welche trägt. Aber das ist ja auch unfair, weil dann womöglich der Vater alle linken Socken trägt. Das war sehr witzig. Wir suchen für den Podcast die Absurditäten des Lebens. Es kommen aber natürlich auch viele Fragen, bei denen es sehr emotional wurde, das hatte mit Paula Lambert, Margot Käßmann und Stefanie Stahl zu tun.

***Was war bei den bisherigen Aufzeichnungen sonst noch besonders?***

Sigl: Schön war, dass Paul Panzer sich neu präsentiert hat, ohne buntes Hemd und mit einer neuen Ausrichtung seiner Figuren. Wir haben über Gefälligkeiten gesprochen und über seinen Vater. Das waren schöne, stille Momente. In den Trailern ist auch drin, wie er erzählt, dass er beim Tanken keine Lust mehr hat und inzwischen auch mal früher aufhört, zuletzt schon bei neun Euro. Thematisch geht es also querbeet, von der Comedy-Show bis zum großen Ratgeber-Moment ist alles dabei.

***Diese Abwechslung scheint Ihnen zu liegen - auch als Ausgleich zum "Bergdoktor"? Vor einigen Jahren schien es bei Ihnen eine kleine "Bergdoktor"-Müdigkeit zu geben?***

Sigl: Sie wissen ja, wie das ist. Man wird gefragt, ob man Lust auf andere Sachen hat. Natürlich habe ich Lust auf andere Sachen, immer mal wieder. Dann kam ja der Film in Lissabon, davor der am Lago Maggiore. Müdigkeit würde ich es aber nicht nennen. Wenn man auf 20 Jahre zurückblickt, gibt es natürlich Staffeln, in denen wir mit mehr Abenteuern und rasanteren Geschichten unterwegs waren. Dann gab es wieder Staffeln, die ein bisschen düsterer waren. Inhaltlich gab es also schon Auf und Abs. Spaß gemacht hat es mir aber immer. Gleichzeitig bin ich nebenher immer auf der Suche nach anderen Dingen, die mir Spaß machen, von Lesungen bis zu Moderationen mit Barbara Schöneberger. Ich mag einfach die Abwechslung.

***Wann kommt der erste Kollege oder die erste Kollegin aus "Der Bergdoktor" in den Podcast "Betreff: Leben - Die Sprechstunde mit Hans Sigl"?***

Sigl: Mark Keller ist schon am Start. Wir zeichnen im November noch einmal mit Publikum auf, und dafür hat sich Mark angemeldet. Darauf freue ich mich sehr.

***Welche Reaktion wünschen Sie sich auf Ihren Reaction-Podcast?***

Sigl: Am schönsten wäre es, wenn über die Podcast-Themen am nächsten Tag gesprochen würde, im Sinne von: Wie geht es eigentlich dir damit? Ich stelle mir auch vor, dass es in den Kommentarspalten ein Hin und Her gibt, dass diskutiert wird und sich Leute begegnen. Man soll darauf reagieren. Deshalb kam ich ja auf den Namen Reaction-Podcast.

(ili/spot)