Matthias Reim ist für Tochter Zoe "ein richtiger Spielkameraden-Papa"

Matthias Reim genießt die Zeit mit seiner jüngsten Tochter Zoe heute besonders bewusst. Im Interview spricht er über gemeinsame Abenteuer, seine Rolle als "Spielkameraden-Papa" und seinen größten Wunsch für die kommenden Jahre.

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Matthias Reim veröffentlicht in wenigen Tagen sein Album "Flashback".
Matthias Reim veröffentlicht in wenigen Tagen sein Album "Flashback". Foto: Marcel Brell

Matthias Reim (68) ist auch nach Jahrzehnten im Musikgeschäft noch immer viel unterwegs. Zwischen Tourneen und Konzerten versucht der Sänger deshalb, die freie Zeit mit seiner Familie umso intensiver zu genießen. Besonders zu seiner jüngsten Tochter Zoe hat er eine enge Verbindung, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät.

Zudem spricht der Sänger über die Besonderheit seiner "Verdammt, ich lieb' dich"-Jubiläumstournee und warum er neben der Veröffentlichung von neuen Songs wie auf seinem Album "Flashback" (Veröffentlichung am 18. September) auf der Bühne auch auf seine alten Klassiker setzt.

Ihre "Verdammt, ich lieb' dich"-Jubiläumstournee geht 2027 weiter. Was ist das Besondere an diesen Shows?

Matthias Reim: Bei diesen Konzerten stehen wirklich alle Generationen vor mir - vom Enkel bis zur Uroma. Ich beginne die Show mit "Verdammt, ich lieb' dich", dadurch sind die Leute sofort in diesem gemeinsamen Erinnerungs- und Feiermodus. Sie verbinden die Songs mit bestimmten Phasen ihres eigenen Lebens. Viele denken an die 90er zurück, an eine Zeit, in der gerade in Deutschland sehr viel Hoffnung und Aufbruchsstimmung herrschte. In schwierigen Zeiten erinnert man sich gerne an solche positiven Momente zurück. Dass meine Musik heute mehrere Generationen miteinander verbindet, empfinde ich als großes Geschenk.

Warum spielen gerade die alten Songs für Sie noch immer eine so große Rolle?

Reim: Musik ist für mich unglaublich stark mit Erinnerungen verbunden. Man hört einen bestimmten Song und weiß plötzlich wieder ganz genau, wo man damals war und was man gemacht hat. Mir geht das selbst nicht anders. Wenn ich alte Songs von Black Sabbath höre, sehe ich mich zum Beispiel sofort wieder als Elfjährigen beim Platte hören bei meiner Tante. Genau diese Verbindung aus Melodie, Text, Atmosphäre und persönlicher Lebenssituation ist etwas Besonderes. Natürlich liebe ich es, neue Songs zu schreiben. Aber viele Menschen kommen auch wegen meiner alten Lieder zu den Konzerten - und ich liebe diese Songs genauso. Also feiern wir sie einfach gemeinsam.

Sie sind im Sommer viel unterwegs und haben nur wenige freie Tage zwischen den Shows. Wie nutzen Sie diese?

Reim: Wenn ich zu Hause bin, versuche ich wirklich jede freie Minute zu nutzen. Dann nehme ich mir meine Motorradzeitung, lege mich im Schatten auf die Liege oder springe in den Pool. Man muss versuchen, zumindest im Kopf ein bisschen herunterzufahren. Die Hitze am Bodensee hat mir das in diesem Sommer allerdings nicht gerade leicht gemacht. Mit zunehmendem Alter merke ich schon, dass 35 Grad etwas mit einem machen und einen ziemlich lahmlegen können.

Ihre Familie sorgt ebenfalls für Ausgleich?

Reim: Absolut, vor allem unsere gemeinsamen Urlaube. Unsere kleine Zoe liebt unser Haus in Italien und ist dort unglaublich glücklich. Manchmal schaffen wir es, dort zwei Wochen am Stück gemeinsam zu verbringen. Dann gibt es keine Interviews und keine Musik, sondern einfach Familienzeit am Pool oder am See. Abends nehme ich gerne mein Quad und Zoe fährt mit. Das ist inzwischen ein richtiges Ritual für uns geworden. Sie freut sich jedes Mal riesig darauf - und meine Frau freut sich wahrscheinlich auch darüber, dass sie dann zwei Stunden ihre Ruhe hat (lacht).

Sie haben Ihrer Tochter einen Song auf Ihrem neuen Album gewidmet. Warum war Ihnen das wichtig?

Reim: Ich denke noch sehr oft an den Moment zurück, als Zoe geboren wurde. Zwischen uns war von Anfang an eine unglaublich starke Verbindung. Ich habe sie angesehen und sofort gedacht: Du bist mein Baby. Ich wollte bei ihr manches bewusster und vielleicht auch ein bisschen besser machen als früher. Deshalb bin ich heute ein richtiger Spielkameraden-Papa und mache fast jeden Blödsinn mit. Wir haben unsere gemeinsamen Rituale und Abenteuer, etwa unsere Quad-Fahrten. Wenn sie danach zu mir sagt: "Papa, das ist so cool mit dir", ist das für mich das schönste Kompliment überhaupt.

Hat sich Ihre Rolle als Vater mit dem Alter verändert?

Reim: Ja, ich glaube schon, dass ich diese Zeit heute viel bewusster wahrnehme. Bei Zoe möchte ich möglichst viel mitbekommen und mir wirklich Zeit für sie nehmen. Meine Frau ist dabei oft die Konsequente von uns beiden. Wenn Zoe mich nach einem Eis fragt, sage ich meistens erst einmal ja - und irgendwann schicke ich sie dann doch zu Mama (lacht). Bei mir akzeptiert sie ein Nein sowieso deutlich schlechter. Aber ich sehe meine Rolle im Moment auch mehr darin, ihr Spielkamerad und Abenteuerpartner zu sein.

Was wünschen Sie sich für die kommenden Jahre?

Reim: Ich werde im Herbst 69 und wünsche mir eigentlich vor allem, dass ich gesund und beweglich bleibe und die nächsten zehn Jahre weiter auf Tour gehen kann. Wie man altert, steckt in den Genen und steht ein bisschen in den Sternen. Solche Verluste wie der von Bonnie Tyler führen einem das natürlich noch einmal besonders vor Augen. Deshalb ist Gesundheit für mich heute der größte Wunsch. Ich möchte noch möglichst lange Musik machen, auf der Bühne stehen und dieses Leben genießen können. Und vor allem möchte ich noch sehr lange für meine kleine Zoe als Papa da sein.

(jom/spot)