"One Night Only": Callum Turner schwärmt von New York als Filmkulisse
In "One Night Only" suchen Monica Barbaro und Callum Turner in einer einzigen Nacht nach Nähe und Liebe. Im Interview sprechen die beiden über Lampenfieber, turbulente Dreharbeiten in New York und die Tücken des modernen Datings.
Am 27. August kommt "One Night Only" in die Kinos. In der romantischen Komödie spielen Monica Barbaro (36) und Callum Turner (36) die Hauptrollen. Sie verkörpern Allie und Owen, die in einer ungewöhnlichen Zukunft leben: Singles dürfen nur in einer bestimmten Nacht des Jahres intim werden. Für Owen, der gerade eine Trennung hinter sich hat und Allie, die unbeirrt an die große Liebe glaubt, könnte diese Nacht kaum zu einem passenderen Zeitpunkt kommen. Beide ziehen getrennt voneinander durch das nächtliche New York und lassen sich auf die wilde Jagd nach einem Partner ein. Durch Zufall treffen sie aufeinander und spüren sofort eine starke Verbindung.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht Monica Barbaro über ihr Lampenfieber. Callum Turner zeigt sich derweil begeistert vom Schauplatz New York. Die 36-Jährige erläutert zudem, was "One Night Only" aus ihrer Sicht bei der Darstellung des modernen Datinglebens richtig macht.
Zum Einstieg eine Frage, die auch im Film immer wieder auftaucht: Wie essen Sie Pizza am liebsten?
Callum Turner: Was für eine schwierige Frage. Ich halte es am liebsten ganz simpel, auch wenn das manche langweilig finden: Tomatensauce und viel Käse, schön unkompliziert. Das ist mein Klassiker.
Monica Barbaro: Ich liebe eine klassische Margherita. Gleichzeitig probiere ich aber auch gern Neues. In manchen Restaurants sind die vielen Beläge großartig, so eine richtig üppig belegte, kreative Pizza kann auch lecker sein. Und dann wiederum gilt: In einer wirklich exzellenten Pizzeria reicht eine Margherita völlig aus.
Konnten Sie sich in irgendeiner überraschenden Weise mit den Figuren identifizieren?
Barbaro: Überrascht hat mich das nicht unbedingt, aber ich habe großes Lampenfieber und konnte mich deshalb in Allie sehr gut wiederfinden. Eigentlich war es dann am Ende schon überraschend, weil ich dachte, ich hätte diese Angst vor dem Singen vor anderen längst überwunden. Aber das stimmte wohl nicht ganz: Ich hatte es eben doch noch nicht hinter mir und war immer noch halb zu Tode erschrocken. Ich glaube, ich habe an dem Morgen sogar in meiner Garderobe geweint, weil ich so Angst davor hatte, vor allen singen zu müssen.
Turner: Wirklich? Du hast das so gut gemacht.
Barbaro: Danke. Ich habe mich einfach vorher mal richtig ausgeheult und es dann durchgezogen.
War es Zufall, dass Sie nach "A Complete Unknown" erneut eine Gesangsszene hatten?
Barbaro: Es war wohl eher Zufall. Ich dachte nur, es würde beim zweiten Mal einfacher sein. In gewisser Weise war es das auch, weil ich schon Erfahrung mit dem Singen am Set hatte. Ich wusste also besser, wie der ganze Ablauf beim Dreh funktioniert, etwa mit den Voraufnahmen und wie es am Set läuft. Ich hatte ein klareres Verständnis dafür, was ich können musste, um das gut hinzubekommen. Aber es ist so viel schwieriger, jemanden zu spielen, der in der realen Welt wirklich existiert, vor allem eine Person, die noch lebt. Umso glücklicher war ich, dass Joan Baez so nett zu mir war. Aber natürlich ist es trotzdem schwer, die ikonische Stimme einer anderen Person nachzuahmen, eigentlich fast unmöglich. Insofern hatte das hier eine gewisse Leichtigkeit. Gleichzeitig singt man natürlich Songs von Sara Bareilles und sie hat einfach eine großartige Stimme und ist eine starke Sängerin. Es war also immer noch eine Herausforderung, vielleicht nur nicht in demselben Ausmaß.
New York wirkt in dem Film beinahe wie eine eigenständige Figur. Wie hat es sich angefühlt, eine derart turbulente Geschichte direkt im Herzen des Big Apple zu drehen?
Turner: Es gibt nichts Vergleichbares zum Dreh in New York City. Die Stadt ist für mich einfach wie fürs Kino gemacht. Und wenn man selbst Filmfan ist und all die großartigen Filme kennt, die hier entstanden sind, dann ist es ein echtes Geschenk, Teil davon zu sein. Ich fragte mich jeden Tag am Set: Passiert das gerade wirklich? Die pulsierende Energie New Yorks trägt den Film geradezu voran.
Barbaro: Regisseur Will Gluck [ist ja auch ein New Yorker, er versteht also den Puls der Stadt. Und ich liebe vor allem, dass wir ein großartiges Kamerateam hatten. Die Erzählweise und die Tatsache, dass sich der Film wie eine Reise anfühlt, erinnern mich sehr an ein "Crazy Night in New York City"-Gefühl. Die Liebesgeschichte ist dabei fast eher ein Zusatz. Man spürt einfach den Spaß dieser Reise, begleitet diese Figuren auf ihrem Weg und hat das Gefühl, mitten in der Stadt zu sein. Das haben sie filmisch wirklich sehr gut umgesetzt.
Was hat Ihnen an der Dynamik zwischen Allie und Owen am meisten gefallen?
Barbaro: Was ich besonders geliebt habe, war dieses ständige Hin und Her: Werden sie? Werden sie nicht? Diese kurzen, aber intensiven Momente zwischen ihren jeweils eigenen Wegen habe ich wirklich genossen. Dazu kommt: Die Umstände zwingen sie praktisch zusammen. Und ich finde es toll, dass ihre Verbindung nicht nur aus diesem schwärmerischen Sehnen besteht. Sie basiert auf echter Freundschaft, auf einem echten Miteinander - mit Wortgefechten, mit Humor, mit der Fähigkeit, sich gegenseitig auf die Schippe zu nehmen. Sie lassen ihre Masken fallen und zeigen ihr wahres Gesicht. Genau das ermöglicht diese wahre Verbindung.
Was gelingt dem Film Ihrer Meinung nach besonders gut in der Darstellung modernen Datings?
Barbaro: Der Film fängt dieses Gefühl von Dringlichkeit wirklich gut ein, als würde einem die Zeit davonlaufen. Auf der einen Seite sucht man nach echter Verbundenheit, auf der anderen ist die Realität oft geprägt von eher oberflächlichen Begegnungen. Und dann sind da noch die Menschen, die man tatsächlich trifft, die sind nicht selten ziemlich eigen. Genau diese Spannung macht modernes Dating aus und der Film zeigt das sehr authentisch.
(des/spot)