Sara Kulka und Danni Büchner erleben mit "Vibes" Reality-TV mal anders
Für Daniela Büchner und Sara Kulka ist Reality-TV längst kein Neuland. Doch mit "Vibes - Find Your Fire" erleben sie das Genre von einer anderen Seite. Im Interview sprechen die beiden über emotionale Herausforderungen, persönliche Erkenntnisse und ihre Erfahrungen auf Rhodos.
Am 5. November startet in der ARD-Mediathek das neue WDR-Format "Vibes - Find Your Fire" mit Motsi Mabuse (45). Mit dabei sind auch Mallorca-Auswanderin Daniela "Danni" Büchner (48) und die aus "Germany's next Topmodel" bekannte Sara Kulka (36). Beide haben bereits reichlich Reality-TV-Erfahrung gesammelt, doch diesmal stehen statt Konkurrenz und Konflikten persönliche Entwicklung, Selbstfindung und der Austausch unter Frauen im Mittelpunkt.
Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählen Büchner und Kulka, warum sie sich auf das ungewöhnliche Konzept eingelassen haben, welche emotionalen Herausforderungen auf Rhodos auf sie warteten und was sie aus der Erfahrung mitgenommen haben.
Sie haben bereits reichlich Reality-TV-Erfahrung gesammelt. Was hat Sie nun an diesem neuen Format gereizt?
Sara Kulka: Mein allergrößter Reiz an "Vibes - Find your Fire" war, dass ich mich so zeigen kann, wie ich bin. Denn mir wurde von Anfang an gesagt, es geht darum, sich zu zeigen, sich selbst zu finden. Es gibt keine Streitereien, es ist kein Wettkampf. Es ist ein Miteinander. Und vor allem: Es ist ein feministisches Format! Die Produktion besteht nur aus Frauen, es sind keine Männer am Set erlaubt. Und dieses Gefühl wollte ich erleben. Ich wollte auch aus feministischer Sicht bei so einem Projekt unterstützend dabei sein. Aber was mich auch noch gereizt hat ist, dass es keine typischen Reality-Stars geben wird. Ich wollte einfach unter echten Menschen sein. Es ist einfach so, dass im Reality-Business oft Menschen sind, die eine Maske tragen. Ich möchte mich nicht davon ausschließen und bin auch oft so. Ich wollte diesmal, dass Reality wirklich Reality ist - mit "realen" Menschen!
Daniela Büchner: Mich hat vor allem gereizt, dass es mal etwas ganz anderes war. Das Konzept klang innovativ und eben nicht nach der klassischen Reality-Show. Es war also weder der schöne Strand noch die Reise nach Rhodos, sondern tatsächlich das Format selbst, das mich überzeugt hat.
In der Sendung geht es darum, sich von Erwartungen anderer zu lösen und zu sich selbst zu finden. Mit welchen persönlichen Themen oder Herausforderungen sind Sie nach Rhodos gereist?
Kulka: Ich bin dorthin gefahren, weil ich mich mit dem Thema "Liebe" auseinandersetzen wollte. Was ist romantische Liebe zwischen Mann und Frau? Kann ich überhaupt lieben, oder habe ich vielleicht Angst, zu lieben? Sind - bis auf meine Kinder natürlich - Menschen in meinem Umfeld, die mich wirklich lieben? Ich habe so eine traumatisierende Kindheit gehabt, dass ich mich lange gefragt habe: Was ist eigentlich Liebe und was ist Abhängigkeit? Das war eines der Hauptthemen vor Ort.
Büchner: Ich bin eigentlich ganz ohne große Erwartungen nach Rhodos gereist. Ich hatte einfach Lust, neue Menschen kennenzulernen, mich auf etwas Neues einzulassen und zu schauen, was passiert. Ich habe mir vorher gar nicht so viele Gedanken gemacht, sondern war einfach neugierig.
Wie schwer ist es Ihnen gefallen, vor den anderen Frauen und laufenden Kameras wirklich verletzlich zu sein?
Kulka: Es ist mir tatsächlich am schwersten gefallen, mich verletzlich zu zeigen, weil ich eben doch gerne in Reality-Formaten die Maske aufsetze und vorgebe, stark zu sein. Aber ich dachte mir: Wenn ich da jetzt reingehe, dann als 100% Ich und zu mir gehört es nun mal auch, sensibel zu sein und Tränen zuzulassen. Also bin ich die Herausforderung angegangen, mit allen Emotionen und habe dort loslassen können.
Büchner: Ich kann sagen, dass diese Erfahrung anders war als alles, was ich bisher im Reality-TV erlebt habe. Wie ich mit diesen Situationen umgegangen bin und wie schwer mir das gefallen ist, darüber können wir gerne nach der Ausstrahlung noch einmal sprechen.
Gab es während der Dreharbeiten einen Moment, der Sie besonders viel Überwindung gekostet hat?
Kulka: Was mich persönlich Überwindung gekostet hat, war ein spezielles, nahes Thema mit Teilnehmerin Vivien. Da habe ich mir manchmal Gedanken gemacht: Wie wirkt das jetzt nach außen und wie hätten wir agiert, wenn die Kameras aus wären?
Büchner: Ja, den gab es definitiv. Es gab einen Moment, der mich wirklich viel Überwindung gekostet hat. Aber ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen. Ehrlich gesagt bin ich selbst gespannt darauf, diesen Moment noch einmal im Fernsehen zu sehen.
In der Show geht es auch darum, den eigenen Körper und die eigene Sinnlichkeit neu zu entdecken. Hat sich Ihr Blick auf sich selbst durch die Teilnahme verändert?
Kulka: Naja, tatsächlich war das jetzt nicht so überwindend für mich, den eigenen Körper zu entdecken oder die eigene Sinnlichkeit. Das habe ich die letzten Jahre lernen dürfen und deswegen war das jetzt für mich kein Thema. Mir hat es mehr Spaß gemacht, die anderen Frauen zu beobachten, wie sie sich fallen lassen oder teilweise ihre Sinnlichkeit finden - das fand ich wunderschön!
Was haben Sie während der gemeinsamen Zeit über sich gelernt, das Ihnen vorher vielleicht gar nicht bewusst war?
Kulka: Dass ich auch schwach sein darf und dass es okay ist, von anderen Menschen aufgefangen zu werden - gerade von den tollen Frauen dort. Ich habe auch gelernt, dass ich ein liebenswerter Mensch bin und vor allem, dass ich in der Öffentlichkeit ich selbst sein darf.
Büchner: Ich habe auf jeden Fall etwas dazugelernt und bin in manchen Situationen auch über meinen eigenen Schatten gesprungen. So viel kann ich sagen: Es war eine besondere Erfahrung!
Welche Rolle hat Motsi Mabuse für Sie persönlich gespielt? Gab es einen Rat von ihr, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Kulka: Motsi fand ich unfassbar toll und nahbar als Moderatorin. Ich habe ja schon viele Formate gemacht und auch viele moderierende Menschen erlebt. Motsi war besonders toll, weil sie wirklich nah dran war, auch wenn die Kameras aus waren. Ein unfassbar positiver Mensch. Sie hat mir gezeigt, dass TV auch nahbar sein kann - selbst, wenn man so eine Persönlichkeit ist wie Motsi Mabuse.
Büchner: Ich hatte mit Motsi tatsächlich auch sehr intensive Gespräche. Welche davon mir besonders in Erinnerung geblieben sind und was ich daraus mitgenommen habe, möchte ich noch nicht verraten.
Was hat sich seit Ihrer Teilnahme ganz konkret in Ihrem Alltag verändert?
Kulka: Um ehrlich zu sein, hat sich kurz nach der Teilnahme schon etwas verändert in meinem Alltag. Ich habe mich irgendwie freier, lebenswerter und liebenswerter gefühlt. Mittlerweile ist leider der Alltag eingekehrt und ich habe den Fokus wieder etwas verloren. Ich wünschte mir manchmal, einfach nur für 2 bis 3 Tage wieder nach Rhodes zu gehen, genau mit denselben Frauen, genau an denselben Ort, um mich wieder aufzutanken. Ja, das fehlt mir!
Büchner: Ich versuche tatsächlich, einige Dinge, die ich während der Show gelernt habe, auch in meinen Alltag zu integrieren. Das klappt mal besser und mal schlechter, aber ich würde schon sagen, dass ich aus dieser Erfahrung etwas für mich mitgenommen habe.
(ae/spot)