"When a Witness Recants": 36 Jahre unschuldig hinter Gittern

Dawn Porters Dokumentarfilm über die längste kombinierte Fehlverurteilung der USA startet am 18. November auf HBO Max. Mit Ta-Nehisi Coates und Zeugen, die ihre Aussagen Jahrzehnte später widerriefen.

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Filmstill aus der HBO-Dokumentation „When a Witness Recants“: Mann mit Brille im roten T-Shirt im Interview am Tisch
Foto: HBO Max

Drei Jugendliche aus West Baltimore kamen 1983 für einen Mord ins Gefängnis, den sie nicht begangen hatten. Erst am 22. November 2019 wurden sie freigelassen, nach 36 Jahren Haft. Die HBO Original Dokumentation „When a Witness Recants: Widerruf einer Zeugenaussage“ erzählt ihre Geschichte und ist ab 18. November auf HBO Max zum Streamen verfügbar. Inszeniert und produziert hat den Film Dawn Porter („Eyes on the Prize III: We Who Believe in Freedom Cannot Rest 1977–2015“, „Gideon’s Army“). Nach Angaben von HBO Max wurde er beim Sundance Film Festival 2026 uraufgeführt und von der Kritik hochgelobt. Der Film beleuchtet, so HBO Max, die weitreichenden Folgen der längsten kombinierten Fehlverurteilung in der Geschichte der USA.

Ein Mord in der Harlem Park Junior High School

"When a Witness Recants": 36 Jahre unschuldig hinter Gittern
Foto: HBO Max

1983 wurde ein 14-jähriger Junge im Flur der Harlem Park Junior High School in Baltimore, Maryland, ermordet. Drei Jugendliche aus der Nachbarschaft wurden kurz darauf festgenommen, verurteilt und zu lebenslangen Haftstrafen in Hochsicherheitsgefängnissen verurteilt. Alle drei waren unschuldig. Der Film zeigt die verheerenden Folgen, die der Umgang mit dem Fall für die eng verbundene Gemeinschaft hatte, und die jahrzehntelangen Auswirkungen auf die zu Unrecht Verurteilten.

Zu Wort kommen auch die damaligen Zeugen. Jahrzehnte später widerriefen sie ihre Aussagen und erklärten, sie seien als Jugendliche unter Druck gesetzt worden, vor Gericht falsch auszusagen und damit die drei Angeklagten zu belasten.

Ta-Nehisi Coates kehrt zu der Geschichte zurück

"When a Witness Recants": 36 Jahre unschuldig hinter Gittern
Foto: HBO Max

Der Autor Ta-Nehisi Coates wuchs selbst in derselben Gemeinschaft in West Baltimore auf. Als Erwachsener beschäftigt sich Ta-Nehisi Coates erneut mit der Geschichte und erfährt die Wahrheit über den Fall. Er erkennt darin, so beschreibt es HBO Max, sowohl einen entscheidenden Wendepunkt für die eng verbundene Schwarze Gemeinschaft Baltimores als auch ein eklatantes Beispiel für rassistisch geprägtes polizeiliches Fehlverhalten im ganzen Land.

Mit animierten Sequenzen, den Aussagen zentraler Beteiligter und Aufnahmen von Vernehmungen aus dem Jahr 2022 zeichnet der Film nach, wie erzwungene Geständnisse und Falschaussagen zu den Verurteilungen führten. Dabei kommen schwerwiegender Amtsmissbrauch und gravierendes Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft ans Licht.

Die Konfrontation mit einem Zeugen

Grundlage des Films ist der Artikel von Jennifer Gonnerman im „The New Yorker“. Dazu gehört eine erschütternde Konfrontation mit einem der Zeugen, dessen Falschaussage die Männer ins Gefängnis brachte. Im Zuge einer erneuten Untersuchung des Falls widerrief er schließlich seine Aussage und trug damit entscheidend dazu bei, dass die Männer am 22. November 2019 freikamen.

Heute sind die Männer in ihren Fünfzigern. Mit großer Offenheit und Emotionalität erzählen sie ihre Geschichten – und davon, wie sie nach den verlorenen Jahrzehnten ein neues Leben aufbauen wollen.

Wer im Film zu Wort kommt

  • Ransom Watkins, Andrew Stewart und Alfred Chestnut, zu Unrecht verurteilt und später rehabilitiert
  • Marilyn Mosby, ehemalige Staatsanwältin von Baltimore (2015–2023)
  • Ron Bishop und Edward Capers, die Zeugen
  • Ta-Nehisi Coates, Autor
  • Lauren Lipscomb, Leiterin der Conviction Integrity Division der Staatsanwaltschaft von Baltimore

Ab 18. November auf HBO Max

„When a Witness Recants: Widerruf einer Zeugenaussage“ ist ab 18. November auf HBO Max zum Streamen verfügbar. Der Dokumentarfilm ist eine Maceo-Lyn Production in Zusammenarbeit mit Trilogy Films und Sony Pictures Television-Nonfiction. Produziert und inszeniert hat ihn Dawn Porter, als Produzenten wirkten Jennifer Oko und Miriam Weintraub. Executive Producers sind Ta-Nehisi Coates, Kenyatta Matthews, Kamilah Forbes, Eli Holzman, Aaron Saidman, Jennifer Gonnerman sowie Nancy Abraham, Lisa Heller und Sara Rodriguez für HBO.