"Ali G: Who Iz I?": Sacha Baron Cohen zurück in seiner Kultrolle

Ali G kehrt nach langer Abwesenheit auf die Kinoleinwände zurück. In "Ali G: Who Iz I?" bereist Kultkomiker Sacha Baron Cohen die Vereinigten Staaten. So ist der Film.

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Sacha Baron Cohen in "Ali G: Who Iz I?"
Sacha Baron Cohen in "Ali G: Who Iz I?" Foto: imago/Landmark Media / Supplied by LMK

Comedy-Legende Sacha Baron Cohen (55) war schon immer ein politischer Filmemacher. So hielt er zuletzt im Jahr 2020 mit "Borat Anschluss Moviefilm" den Vereinigten Staaten den Spiegel vor. In der Mockumentary wollte er dem damaligen US-Vizepräsidenten Mike Pence (67) seine Tochter Tutar (Maria Bakalova, 30) als Braut anbieten. Zwei Oscarnominierungen gab es dafür, unter anderem für Bakalova.

Seine Kunstfigur Ali G, in den frühen 2000ern besonders durch "Da Ali G Show" und den Kinofilm "Ali G in da House" bekannt geworden, wollte Baron Cohen jedoch ursprünglich im Ruhestand belassen.

Doch der gegenwärtige politisch-kulturelle Zustand westlicher Gesellschaften ließ dem Komiker keine andere Wahl, als Ali G wieder aus der Mottenkiste der von ihm erschaffenen Kunstfiguren zu holen, erklärte er selbst gegenüber dem "Hollywood Reporter".

"Weil ich große Angst davor habe, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt - und meine Art, darauf zu reagieren, ist eben die Comedy", sagte er über seine Beweggründe, Ali zurückzubringen. Er habe "den Extremismus auf beiden Seiten des politischen Spektrums aufzeigen" wollen sowie "die Gefahr einer Gewalt, die sich auf moralische Überlegenheit beruft".

So ist "Ali G: Who Iz I?"

Das Ergebnis ist ein 90-minütiger Comedy-Film, übrigens das Regie-Debüt von Sacha Baron Cohen, der in vielem an das anknüpft, was langjährige Fans und Zuschauer von dem Komiker kennen. Ali G führt darin ein unscheinbares Leben in England, lebt mit seiner schwangeren Freundin Julie (Morgana Robinson, 44) in der Wohnung seiner verstorbenen Großmutter in Surrey.

Doch dann findet er ein altes Fax von HBO. Ihm wird darin angeboten, die "Ali G Show" noch einmal aufzulegen. Kurzerhand reist er mit der schwangeren Julie in die USA - nur um festzustellen, dass das Angebot von HBO schon seit 22 Jahren nicht mehr gültig ist.

Ohne Job und Einkünfte beschließt Ali G, zum TikTok-Star zu werden. In der Folge holt er eine Reihe prominenter und weniger prominenter Persönlichkeiten als Content Creator vor sein Mikrofon.

Sacha Baron Cohen thematisiert das Problematische an Ali G

So folgt "Ali G: Who Iz I?" einmal mehr einer festgelegten, geskripteten Rahmenhandlung, die mit nicht geskripteten Interviews durchmischt wird. Dabei kriegen es Baron Cohen und Ali G besonders mit weißen Nationalisten aus den Vereinigten Staaten zu tun, deren Ansichten vorgeführt und satirisch parodiert werden.

Vielen Beobachtern und Kommentatoren gefiel es daneben nicht, dass Baron Cohen seine im Jahr 2026 antiquiert wirkende Figur Ali G zurückbringt. Auch diese Kritik thematisiert "Ali G: Who Iz I?" gleich selbst.

Ali G wird im neuen Kinofilm von einer neuen Nemesis verfolgt, die ebenfalls von Baron Cohen verkörpert wird. Nira Cain-N'Degeocello ist ein ultraprogressiver Professor für Gender Studies, der Ali für seine jahrzehntelange "kulturelle Aneignung" zur Rechenschaft ziehen möchte.

"Ali G: Who Iz I?" erhält ab dem 23. Oktober einen begrenzten deutschen Kinostart.

(lau/spot)