Am Set von "Two and a Half Men" hatten alle Angst um Charlie Sheen
Der Rauswurf von Charlie Sheen bei "Two and a Half Men" sorgte 2011 für Schlagzeilen. Nun spricht Serienschöpfer Chuck Lorre offen darüber, wie es damals hinter den Kulissen aussah und wie er sich Jahre später mit seinem einstigen Star wieder zusammenraufte.
Chuck Lorre hat sich zum Rauswurf von Charlie Sheen bei "Two and a Half Men" geäußert. Die Stimmung am Set sei 2011 "düster" und "beängstigend" gewesen, sagt der Serienschöpfer im Interview mit dem US-Portal "E! News". Anlass sind seine Memoiren "Sitcom: A Memoir", die am 13. Oktober erscheinen.
"Ich glaube, ich kann für alle sprechen, die damals an der Serie gearbeitet haben: Wir hatten Angst, dass etwas Schreckliches passieren würde", so Lorre. "Wir hatten Angst, dass Charlie sich verletzen könnte, dass jemand anderes verletzt werden könnte."
Mehr als schlechtes Benehmen
Um Sheens Eskapaden sei es da längst nicht mehr gegangen, betont der Produzent, der auch "The Big Bang Theory" erfunden hat. "Es ging um unsere Leute, darunter unser Freund und der Star der Serie, die körperlich in Gefahr waren, und auch die Menschen um sie herum wären in Gefahr gewesen. Es war eine beängstigende, wirklich beängstigende Zeit, und ich habe viele Jahre gebraucht, um das einzuordnen."
In seinem Buch beschreibt Lorre, wie die Serie in Sheens letzter Staffel zu zerfallen begann. Ensemble und Crew hätten in ständiger Anspannung gearbeitet. Den Tiefpunkt markierte Sheens letzte Szene, gedreht mit Melanie Lynskey. "Er konnte sich an keinen seiner Texte erinnern und musste sich an den Möbeln festhalten, um aufrecht zu bleiben", zitiert "Vanity Fair" aus dem Buch. "Melanie hatte panische Angst. Allen war klar, dass dieser Mann, den wir alle lieb gewonnen hatten, in Schwierigkeiten steckte. Mir blieb keine Wahl, als die Serie zu stoppen."
Wie es zur Versöhnung kam
Sheen schlug damals öffentlich zurück. In einem offenen Brief nannte er Lorre eine "Made" und wünschte ihm Schmerzen. Heute ist der "Wall Street"-Star seit neun Jahren nüchtern, und das Verhältnis der beiden hat sich gewandelt.
2023 holte Lorre ihn für die Glücksspielserie "Bookie" mit Sebastian Maniscalco vor die Kamera, als überzeichnete Version seiner selbst. "Soweit ich weiß, war er in einer sehr guten Phase seines Lebens, dieser Wahnsinn lag hinter ihm. Und wir hatten einen Riesenspaß", erzählt Lorre. Sheen sei "urkomisch" gewesen, als er sich selbst mit einem ernsten Spielproblem verkörperte.
Fast hätte Hugh Grant Sheen ersetzt
Nach Sheens Aus suchte die Produktion händeringend Ersatz. Laut Lorre wäre es beinahe Hugh Grant (66) geworden. CBS und Warner Bros. hätten ihm 750.000 US-Dollar, umgerechnet fast 672.000 Euro, pro Folge und eine Vier-Tage-Woche geboten, sogar auf das Studiopublikum hätte man für ihn verzichtet. Doch kurz vor der Vertragsunterschrift sei der Brite abgesprungen. Am Ende übernahm Ashton Kutcher als Walden Schmidt, die Sitcom lief noch vier Staffeln bis 2015.
(mia/spot)