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Amy Macdonald: „Ich bin in einem falschen Zeitalter geboren worden“

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Sängerin Amy Macdonald (29) will mit ihrem neuen Album „Under Stars“ einmal mehr beweisen, dass man es mit traditionellen Folksongs weit bringen kann. Schließlich stürmte sie erst kürzlich auf Platz zwei der deutschen Albumcharts. Die ersten Konzerte in Großbritannien waren bereits ausverkauft und auch in Deutschland musste man für einen guten Platz in der Konzerthalle lange anstehen. Der Nachrichtenagentur spot on news erzählte die Sängerin, warum sie glaubt, dass sie zur falschen Zeit geboren wurde und ob sie vor ihren Auftritten bestimmte Rituale hat.

Sie touren jetzt wieder durch ganz Europa. Was gefällt Ihnen besonders gut auf Tournee und worauf könnten Sie getrost verzichten?

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Amy Macdonald: So viele meiner Fans zu treffen und für sie Musik zu machen ist ein großes Privileg, welches ich sehr genieße. Allerdings ist es nicht besonders glamourös, in einem Bus zu leben und von einem Spielort zum nächsten zu fahren. Man verbringt so viel Zeit mit Reisen und kann dabei leider kaum etwas von den tollen Städten sehen, in denen man spielt. Wie praktisch wäre es, wenn man bloß mit den Fingern schnippen bräuchte und schon am nächsten Ort wäre!

Haben Sie besondere Rituale vor Ihren Auftritten?

Macdonald: Ja, einige: Etwa eine halbe Stunde vor der Show singen wir uns mit verschiedenen Liedern ein. Ungefähr zehn Minuten vor Konzert-Beginn tanzen wir zusammen. Das ist ein ganz alberner Tanz, aber er gehört einfach dazu – und ist streng geheim. Kurz bevor wir die Bühne betreten, machen wir eine Art Gruppenumarmung, feuern uns gegenseitig an und singen ein verrücktes Lied, das wir uns ausgedacht haben – leider auch top secret. Und dann geht es hinaus auf die Bühne.

Fühlen sich Konzerte für Sie anders an als Festivalauftritte?

Macdonald: Ja. Viele Festivals finden im Freien statt, was schon einmal den Sound beeinflusst. Außerdem kommen einige Festivalbesucher nicht unbedingt, um mich zu sehen, sondern sind wegen anderer Künstler da. Es macht jedoch Spaß, sie für sich zu gewinnen. Es ist ein schönes Gefühl, jemanden am Ende klatschen zu sehen, der anfangs noch kein Fan war. Das zu schaffen, ist eine schöne Herausforderung. Auf der anderen Seite ist es einfach wunderbar, für seine eingefleischten Fans auf den eigenen Konzerten zu spielen. Ich bin sehr froh, dass ich beides machen kann.

Welchen Song performen Sie am liebsten live?

Macdonald: „Let’s Start a Band“ von meinem allerersten Album. Er startet eher ruhig und nimmt dann an Fahrt zu. Es macht viel Spaß, wenn dann das Publikum durchdreht und total mitgeht. Generell spiele ich Songs live gerne anders als im Studio. Mir gefällt es, wenn ich das Publikum überraschen kann, wenn ich zum Beispiel einen schnellen, kraftvollen Song auf einmal wie eine ruhige Ballade spiele.

Sie spielen eigentlich jeden Song auf ihrer Tour mit der Gitarre mit. Haben Sie schon einmal überlegt, eine andere Musikrichtung statt dem Folk einzuschlagen?

Macdonald: Ich bleibe bei meinen Folkrock-Songs. Ich finde nämlich heutzutage kommt Gitarrenmusik viel zu kurz. Generell denke ich, dass ich in einem falschen Zeitalter geboren wurde. Wenn ich heute das Radio anmache, höre ich nur noch die gleiche, elektronische Musik. Was ist nur aus den tollen Liedern mit Gitarrensolos, Bass und Schlagzeug geworden?

„Dream On“ ist die erste und „Automatic“ die zweite Single Ihres neuen Albums „Under Stars“. Wie gehen Sie vor bei der Single-Auswahl?

Macdonald: Ich bin sehr zufrieden mit dem neuen Album. Ich finde, viele Lieder darauf hätten das Zeug zu erfolgreichen Singles. Ich bekomme viel Feedback von Fans und jeder scheint einen anderen Lieblingssong zu haben. Das Album spricht also ganz verschiedene Leute auf unterschiedliche Weise an. Das ist toll. Eine Single soll einen kleinen Vorgeschmack auf das Album bieten und den Hörern Lust machen, dieses zu kaufen. Was die Auswahl angeht, ist es letzten Endes eine gemeinsame Entscheidung von mir, meinen Managern und dem Plattenlabel. Was meine dritte Single wird, weiß ich aber noch nicht.

Was war die schönste Reaktion auf Ihre Arbeit?

Macdonald: Vor ein paar Jahren arbeitete Ray Davis, der Sänger von The Kings, an einem neuen Album mit Größen wie Bruce Springsteen, Metallica und Mando Diao. Er sagte, dass ihm meine Stimme sehr gefällt und fragte mich, ob ich nicht mit ihm zusammen einen Song aufnehmen möchte. Natürlich habe ich sofort zugesagt, um Teil des Projekts zu sein. Es ist unglaublich, wenn dich solch ein bedeutender Künstler lobt und du dann auf der Titelliste deinen Namen zwischen Legenden wie Bruce Springsteen lesen kannst.

Warum gibt es kaum Lieder von Ihnen mit anderen Künstlern zusammen?

Macdonald: Ich weiß nicht. Die Idee, jemand anderen dafür zu fragen, hatte ich ehrlich gesagt noch nie. Außerdem ist es nicht so leicht, weil jeder ständig beschäftigt ist und dann wird eine Kooperation schnell stressig. Anders war das mit Rea Garvey – ein wirklich netter Typ. Aber ich bin generell offen für alles. Ich wurde bisher einfach nur selten gefragt.

Wenn Sie sich einen Künstler aussuchen dürften, um zusammen einen Song aufzunehmen – wer wäre das?

Macdonald: Ohne Frage: Bruce Springsteen. Er schreibt großartige Lieder, performt unglaublich gut und hat eine jahrzehntelange erfolgreiche Karriere hinter sich. Auch jetzt ist er immer noch spitze und mein großes Vorbild. Ich bin ein Riesenfan und covere immer wieder einige seine Songs. Ihm kann meiner Meinung nach einfach niemand das Wasser reichen.

Zurück zu Ihrer Musik. Ist das Leben auf Tournee eigentlich manchmal einsam?

Macdonald: Eigentlich nicht, denn die Band, die Crew und ich sitzen sehr viel zusammen und reden. Wir achten aufeinander und jeder gibt sein Bestes für die Arbeit und das Zusammenleben. Auch wenn ich sehr unabhängig und gern auch einmal alleine bin, haben wir glaube ich eine gute Mischung gefunden. Bei uns herrscht eine familiäre und harmonische Atmosphäre.

Ihre Band ist für Sie also eine Art zweite Familie?

Macdonald: Fast meine ganze Band sowie Teile der Crew waren von Anfang an mit dabei, also seit zehn Jahren. Wir sind also wirklich wie eine Familie. In der Branche ist so etwas gar nicht selbstverständlich. Aber ich behandle jeden gleich und bin sehr froh darüber, so ein tolles Team zu haben, in dem jeder hart arbeitet und wertgeschätzt wird. Erst neulich beim Abendessen sagte ein Crewmitglied, dass er sich bei uns wie Zuhause fühlt. Ist das nicht schön?

(dmr/spot)

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