Bono sagt, Ed Sheeran wollte sich bei ihrer Zusammenarbeit aus der Politik heraushalten
Bono hat enthüllt, dass Ed Sheeran bei ihrer gemeinsamen Arbeit am Song 'Yours Eternally' deutlich gemacht habe, sich nicht politisch positionieren zu wollen.
Bono hat enthüllt, dass Ed Sheeran bei ihrer gemeinsamen Arbeit am Song 'Yours Eternally' deutlich gemacht habe, sich nicht politisch positionieren zu wollen.
Der U2-Frontmann äußerte sich dazu vor dem Hintergrund der Kontroverse um Macklemore, der von den US-Terminen von Sheerans 'Loop Tour' gestrichen worden war. Macklemore hatte zuvor im September als Vor-Act des 'Shape of You'-Sängers im MetLife Stadium in New Jersey eine "Free Palestine"-Rede gehalten. Im Gespräch mit 'Rolling Stone UK' wollte Bono die anschließende Debatte allerdings nicht auf einzelne Künstler reduzieren. "Was Ed und Macklemore betrifft, würde ich sagen, dass wir das, was gerade passiert, nicht personalisieren sollten", erklärte er.
Bono verwies dabei auf Brian Eno, der Popstars mit "kleinen Fischen" in einem großen Meer verglichen habe, das von wesentlich mächtigeren Kräften wie Religion und Politik geprägt werde. Deshalb wolle er sich nicht ausführlich mit Sheeran, Macklemore und dem konkreten Vorfall beschäftigen.
Anschließend erinnerte Bono an die Entstehung von 'Yours Eternally'. Der Anfang dieses Jahres veröffentlichte Song ist als Brief eines ukrainischen Soldaten an seine Familie verfasst, während dieser sich im Krieg gegen Russland an der Front befindet. Als Bono Sheeran für das Projekt gewinnen wollte, habe dieser zunächst gefragt: "Du wirst mich doch nicht in die Politik hineinziehen, oder?"
Bono erklärte daraufhin, dass der Soldat, um den es in dem Song geht, ein Fan Sheerans sei. Dieser habe dennoch deutlich gemacht, dass er seine eigene Arbeit möglichst von politischen Aussagen fernhalten wolle. "Ja, aber ich möchte mein Ding einfach davon freihalten", zitierte Bono den Sänger. Diese Entscheidung müsse respektiert werden, betonte der U2-Frontmann: "Man kann die Leute nicht zu etwas drängen." U2-Schlagzeuger Larry Mullen Jr. äußerte sich ähnlich. Künstler müssten selbst entscheiden können, ob und in welcher Form sie sich politisch engagieren wollten. Es sei nicht Aufgabe anderer Musiker, diese Entscheidung zu kritisieren – unabhängig davon, wie sie persönlich darüber dächten.
Konzertveranstalter Robert Kraft geriet unterdessen in die Kritik, nachdem er Macklemore Berichten zufolge Auftritte in seinem Stadion untersagt und offenbar auch andere Veranstaltungsstätten dazu aufgefordert hatte, seinem Beispiel zu folgen. Kraft verteidigte sein Vorgehen und arbeitete zugleich mit Sheeran zusammen, um Millionen für humanitäre Hilfe bereitzustellen.
Mullen machte deutlich, dass U2 Versuche von Veranstaltern oder Eigentümern, Einfluss auf ihre Äußerungen bei Konzerten zu nehmen, nicht akzeptieren würden. Für die Band sei völlig klar, dass Außenstehende nicht bestimmen könnten, "was man auf einer Bühne sagt oder tut". Bei U2 hätte eine solche Vorgabe ohnehin schon sehr früh zu Problemen geführt, erklärte Mullen mit Blick auf einen der bekanntesten politischen Songs der Band: "Wenn man diese Logik auf U2 angewandt hätte, wären wir spätestens bei 'Sunday Bloody Sunday' aus dem Geschäft gewesen."