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Christiane Hörbiger: Die vorbildliche Grand Dame feiert 80. Geburtstag

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Die österreichische Schauspielerin Christiane Hörbiger kam am 13. Oktober 1938 in Wien zur Welt. Am heutigen Samstag feiert sie ihren 80. Geburtstag. Wie sie zum Publikumsliebling wurde und warum sie in Haltung und Style ein großes Vorbild ist.

Der Publikumsliebling

Ihr Filmdebüt gab Christiane Hörbiger 1955 in „Der Major und die Stiere“. 1959 debütierte sie am Burgtheater in Wien. Bis in die 1980er Jahre hinein wechselten sich die Film- und Theater-Engagements ab.

Dann kam die TV-Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ (1987-1990), in der sie 40 Folgen lang als Christine Gräfin von Guldenburg zu sehen war. Die deutsche Antwort auf die US-Erfolgsserien „Dallas“ und „Der Denver-Clan“, wie das ZDF-Format gerne bezeichnet wurde, war ein echter Straßenfeger mit top Einschaltquoten. Die Serie um eine norddeutsche Adelsfamilie und Bierbrauer-Dynastie mit finanziellen Sorgen markiert Christiane Hörbigers Durchbruch beim deutschen TV-Publikum.

Mit diesen beiden Kinofilmen verfestigte die österreichische Künstlerin dann ihren Platz in den Zuschauerherzen: „Herr Ober!“ (1992) von Gerhard Polt (76) und „Schtonk!“ (1992) von Helmut Dietl (1944-2015). Ende der 1990er wurde sie wieder zum Star einer erfolgreichen TV-Serie „Julia – Eine ungewöhnliche Frau“ lief von 1998 bis 2003 (63 Folgen).

Christiane Hörbiger und Götz George

Mit ihrem 2016 verstorbenen Kollegen Götz George (1938-2016) teilte sie nicht nur den großen Filmerfolg „Schtonk!“, der sogar für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert war. Beide sind/waren auch selbst vielfach ausgezeichnete Künstler. Von Verdienstorden über Publikumspreisen bis hin zum angesehenen Grimme-Preis ist alles dabei.

Und auch als junge Schauspieler hatten es beide gleichermaßen nicht leicht, aus dem übermächtigen Schatten der Eltern herauszutreten. Christiane Hörbiger war die Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger, Götz George der Sohn von Heinrich George und Berta Drews. Hörbiger und George waren zusammen auch in den TV-Produktionen „Schimanski muss leiden“ (2000), „Alpenglühen“ (2003) und „Blatt und Blüte – Die Erbschaft“ (2003) zu sehen.

Die elegante Diva

Was viele Frauen in jungen Jahren manchmal nicht können, beherrscht sie in Perfektion: den stilvollen Auftritt. Dabei vollzog sie eine bemerkenswerte Wandlung. Denn der heute silberblonde Filmstar startete als brünette Theater-Größe eine beeindruckende Karriere. Wer ihre jüngsten Filme – „Die Muse des Mörders“ oder „Einmal Sohn, immer Sohn“ – sieht, dem ist aber auch nicht entgangen, dass Christiane Hörbiger körperlich ebenfalls sehr fit ist.

Sie mache „30 Kniebeugen an jedem Morgen. Aber nicht gerne“, erklärte sie unlängst in einem Interview mit „kurier.at“. Bewegung ist das Eine, die andere Komponente für eine schlanke Figur und einen gesunden Körper ist die Ernährung. „Meine Waage ist meine Chefin. Ich möchte auf jeden Fall mein Gewicht halten“, verriet die Schauspielerin im Interview mit der „Kronen“-Zeitung ihr Beauty-Geheimnis. Gnadenlos diszipliniert möchte man sagen, denn: „Um das zu erreichen, gibt’s nix Süßes.“

Die großen Lieben

Beeindruckend ist Christiane Hörbiger aber nicht nur in Sachen Schauspielkarriere, Eleganz und Disziplin, ein enormes Vorbild ist sie auch im Umgang mit Schicksalsschlägen. Nach der ersten Ehe (1962-1967) mit Regisseur Wolfgang Glück (89) heiratete sie den Schweizer Journalisten Rolf R. Bigler (1930-1978). Aus dieser Ehe stammt ihr Sohn, Regisseur und Drehbuchautor Sascha Bigler (50, „Die Muse des Mörders“). Nach dem überraschenden Tod ihres Mannes zog sie ihn mehr oder weniger allein groß.

In den 1980er Jahren traf sie dann ihren „Lebensmenschen“ Gerhard Tötschinger (1946-2016, „Der Mops ist aller Damen Freude: Unser Leben mit Vicco und Loriot“). Die Schauspielerin und der österreichische Schriftsteller lebten von 1984 bis zu seinem überraschenden Tod kurz vor der geplanten Hochzeit zusammen. Über das Erfolgsrezept für die Beziehung zu ihrem acht Jahre jüngeren Lebensgefährten sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“ einmal: „Sehr viel Toleranz dem anderen gegenüber, aber auch gemeinsame Erinnerungen. […] Gemeinsame Interessen sind natürlich ebenfalls wichtig, bei uns ist es der gemeinsame Beruf.“

Letzterer half ihr wohl auch nach seinem Tod. Statt öffentlich zu leiden, stürzte sich Hörbiger nach einer Trauerphase Anfang des Jahres wieder in die Arbeit. Und das Ergebnis – „Einmal Sohn, immer Sohn“ – kann sich wirklich sehen lassen.

Der 80. Geburtstag

Ihren 80. Geburtstag wird Christine Hörbiger privat im aller engsten Kreise feiern, wie sie vorab erklärte. Dafür feiern die deutschsprachigen TV-Sender sie groß: Neben Wiederholungen, einer Gala-Sendung und einer Doku im ORF liefen Anfang der Woche der Thriller „Die Muse des Mörders“ und Ende der Woche die Komödie „Einmal Sohn, immer Sohn“ mit ihr in den Hauptrollen. Und der BR würdigt Hörbiger am Geburtstag (13.10.) gar mit einer langen Nacht. Ab 20:15 Uhr zeigt der Sender die vier Spielfilme „Das Glück ist ein Kaktus“, „Mathilde liebt“, „Blatt und Blüte“ und „Bis zum Ende der Welt“.

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