Vor der Kamera war der Journalist Claus Kleber (66) souverän und beherrscht. Aber nun verabschiedet sich der Moderator von seinem 'heute journal' und man darf gespannt sein, ob er die Fassung bewahrt.

Versuchen cool zu bleiben

18 Jahre sind eine lange Zeit und da ist es eigentlich auch ganz normal, Wasser in den Augen zu haben, wenn man sich von seinen Zuschauer*innen verabschiedet. "Ich will versuchen, cool zu bleiben, bringe das aber wahrscheinlich nicht hin", deutete der Fernsehstar im Interview mit 'dpa' an, dass es wohl schwierig sein wird, die Fassung zu bewahren. Und das liegt auch eher an den Menschen, die mit ihm all die Jahre zusammengearbeitet haben. Das Millionenpublikum war für ihn eher eine abstrakte Angelegenheit: "Ich habe meine Co-Moderatorin Gundula Gause neben mir, drei Kameraleute, einen Aufnahmeleiter und einige Technik-Kolleginnen um mich herum. Im Grunde spreche ich in dem Moment mit denen, die mit mir im Raum sind." Das ist auch der Grund, wie er allabendlich sein Publikum begrüßt: "Deshalb habe ich auch nie 'Guten Abend, meine Damen und Herren' gesagt. Das würde ich bei Ihnen im Wohnzimmer auch nicht sagen."

Claus Kleber setzt sich für das Gendern von Sprache ein

Dem Fernsehgesicht ist auch wichtig, wie er etwas sagt. Genau wie seine Kollegin Petra Gerster, die schon vor ihm in Rente gegangen ist, macht er sich für das Gendern der Sprache stark und weiß, dass ihm da viel Gegenwind entgegenbläst, aber er hat gute Gründe. "Ich mache es meistens dann, wenn ich damit etwas transportieren kann", verriet Claus Kleber dem 'Spiegel'. "Wer immer nur von Truckern spricht und nie von Truckerinnen, vergisst eher mal die Gefahren, denen Fernfahrerinnen nachts auf überfüllten Parkplätzen ausgesetzt sind."

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