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Daniel Day-Lewis: Der Meister mit Methode

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Wenn Daniel Day-Lewis (60) auf der Leinwand einen Metzger verkörpern soll, lernt er zuvor, wie man ein Schwein professionell zerlegt. Als letzter Mohikaner meisterte er zunächst den Kanu-Bau. Und für „Mein linker Fuß“ verbrachte er fast den gesamten Dreh und auch private Stunden im Rollstuhl. Kurzum, Daniel Day-Lewis ist im positivsten aller Sinne ein Verrückter. Jemand, der Selbstaufgabe für eine Rolle patentiert hat. Der als bislang einziger Mensch auf der Welt drei Oscars für eine Hauptrolle einfahren konnte. Und ein Mime, der mit seinem angekündigten Abschied nach dem Film „Der seidene Faden“ eine gewaltige Lücke in die Leinwand reißen wird.

Ein vorgefertigter Weg

Dass Daniel Day-Lewis mehr als nur Außenseiterchancen auf eine Laufbahn in der Filmindustrie haben würde, dürfte bei einem Blick auf seine irische Familie schon in seiner Jugend klar gewesen sein. Seine Mutter Jill Balcon verdiente als Schauspielerin ihr Geld, Ehemann Cecil Day-Lewis als Schriftsteller. Sein Großvater Michael Balcon durfte sich derweil Chef des Ealing Studios nennen, einem renommierten britischen Filmstudio. Bevor er jedoch ins Filmfach wechselte, verdiente er sich erst über Jahre hinweg einen exzellenten Ruf im Theater.

Eine (zu) zarte Seele?

Wenn man Day-Lewis in Interviews oder vor allem bei seinen Dankesreden sieht und hört, traut man mitunter seinen Sinnen nicht. Schüchtern und mit zarter Stimme redet der 1,87 Meter große Mime, den Blick mehr auf den Boden als stolz nach vorne gerichtet. Kann das wirklich derselbe Mann sein, der sich in „There Will Be Blood“ mit Schaum vor dem Mund als die dritte Offenbarung Gottes sah? Der als William „The Butcher“ Cutting auch abseits der Kamera so überzeugend den Wahnsinnigen spielte, dass ihm die Menschen am Set von „Gangs of New York“ lieber aus dem Weg gingen?

In der Geschichte des Kinos gab es schon viele „Method Actor“. Doch egal ob Marlon Brando (1924-2004) oder Robert De Niro (74), selbst ihnen fehlte es im Vergleich zu Day-Lewis an der Konsequenz, wirklich für jede einzelne Rolle ans Limit zu gehen. Oder aber an der Konsequenz, manche Parts nicht zu übernehmen. So hält sich hartnäckig die Geschichte, dass Day-Lewis die Rolle als Aragorn in „Der Herr der Ringe“ ablehnte, weil eine derartige Fantasy-Figur nicht mit seinem „Method Acting“ vereinbar gewesen sei.

Vielleicht aber ist diese Fähigkeit, für einen Film jede Faser der eigenen Existenz aufzugeben und sich in eine andere Person zu verwandeln, auch sein Fluch. „Ich weiß noch, dass Paul und ich viel gemeinsam gelacht haben, bevor wir den Film drehten. Und dann hörten wir auf zu lachen, weil wir beide von einem Gefühl der Trauer übermannt wurden. Das hat uns beide überrascht: Wir hatten nicht realisiert, was wir da auf die Welt gebracht haben. Es war schwer damit zu leben und das ist es noch immer.“ Das hatte er über seinen, wie es aussieht, letzten Film „Der seidene Faden“ gesagt, der am 1. Februar in die Kinos kommt. Mit 60 Jahren hat Day-Lewis offenbar keine Kraft mehr für diese 100-prozentigen Selbstaufgaben. Und darunter macht er es nicht.

Kein Mann für die Nebenrolle

Bleibt es bei seiner Entscheidung, so wird sich Daniel Day-Lewis auf der Kino-Leinwand insgesamt 20 Mal einer anderen Person angenommen haben. Dass seine Entscheidung final ist, daran darf zumindest ein wenig gezweifelt werden, wenn man seinen Werdegang kennt. Denn schon in den 90er Jahren legte er für fünf Jahre eine Pause ein – um in Florenz die Kunst des Schuhmacherhandwerks zu lernen.

1982 startete seine Karriere in Hollywood mit einer kleinen Rolle im Film „Gandhi“, kurz darauf stand er mit Mel Gibson und Anthony Hopkins auf der „Bounty“. 1990 begann dann, was bis dato zu einer einzigartigen Karriere werden sollte. Damals erhielt er den Oscar für seine unfassbare Darbietung des spastisch gelähmten Schriftsellers und Malers Christy Brown (1932-1981). Es folgten zwei weitere Hauptdarsteller-Oscars für „There Will Be Blood“ und „Lincoln“, drei weitere Male war beziehungsweise ist er in dieser Kategorie nominiert – aktuell für „Der seidene Faden“. Daniel Day Lewis ist kein Mann für die Nebenrolle.

Bei seiner Dankesrede 2008 für „There Will Be Blood“ scherzte er übrigens noch, dass er einem Ritterschlag wohl nie näher kommen werde – weil ihm Helen Mirren (72, „Die Queen“) damals den Oscar überreichte. Sie hat für ihre Performance als Queen Elizabeth II. 2007 einen Goldjungen bekommen. Nun, sieben Jahre später strafte Prinz William (35) den Vater von drei Söhnen Lügen…

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