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Das enthüllt Weinstein-Opfer Rose McGowan in ihrer Autobiografie

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Drei Jahre lang hat Schauspielerin Rose McGowan (44, „Charmed – Zauberhafte Hexen“) an ihrer Autobiografie gearbeitet. Nun ist sie fertig. Am 30. Januar erscheint das Enthüllungsbuch „Brave“ als englische Originalausgabe in den Buchhandlungen dieser Welt. Darin erzählt die gebürtige Italienerin nicht nur, mit welchen Herausforderungen sie in ihrer Kindheit zu kämpfen hatte, sondern stellt ein anderes, deutlich gewichtigeres Thema in den Fokus: die Schatten der Unterhaltungsindustrie Hollywoods.

Als eine der ersten Frauen erhob McGowan im Oktober 2017 ihre Stimme gegen Harvey Weinstein (65) und bezichtigte den Film-Mogul der sexuellen Belästigung. Mit ihren Memoiren will die Schauspielerin nun noch einen Schritt weitergehen. Sie ist entschlossen, unbekannte Wahrheiten zu enthüllen und mit ihrer Niederschrift Betroffene aller Generationen zu erreichen. „Mein Leben, wie Sie lesen werden, hat mich von einer Sekte zur anderen geführt. ‚Brave‘ ist die Geschichte, wie ich mich aus diesen Sekten herausgekämpft und mein Leben wiedergewonnen habe. Ich möchte Ihnen helfen, dasselbe zu tun“, heißt es im Vorwort der mutigen Autorin.

Die Straße war ihr Zuhause

Die Kindheit McGowans war keine leichte. Geboren wurde die heute 44-Jährige in Italien. Dort wuchs sie in der neu-religiösen Bewegung der „Kinder Gottes“ auf, welche besonders für die Praxis des „Flirty Fishing“ bekannt ist. Weibliche Mitglieder der Organisation versuchen dabei, Männer mit Hilfe von Sex in die Sekte zu locken. Im Alter von zehn Jahren floh McGowan jedoch gemeinsam mit ihrer Familie nach Amerika, wo sich ihre Eltern kurze Zeit später scheiden ließen. Für die Schauspielerin begann eine Zeit des Pendels. Vom herrschsüchtigen Vater zur unterwürfigen Mutter, die sich stets neuen, aggressiven Männern hingab, und wieder zurück. Bis sie schließlich einen Schlussstrich zog.

Mit 13 Jahren wurde McGowan zum jugendlichen Ausreißer. Sie lebte auf den Straßen Los Angeles‘ und nahm später an einer Rehabilitationsmaßnahme teil. Als Teenager lernte sie schließlich ihren ersten Freund kennen. Einen reichen Jungen aus Beverly Hills, der sich für die Schauspielerin schon bald als erster Wolf im Schafspelz herausstellen sollte. Ganze drei Jahre hielt sie an der angeblichen Missbrauchsbeziehung fest.

„Geschäft, das sie Show nennen“

Ihre Schauspielkarriere begann für McGowan mit kleinen Nebenrollen. Auf zusätzliche Gelegenheitsjobs war sie dennoch angewiesen – bis sie schließlich im Jahr 1995 mit dem Film „The Doom Generation“ ihren ersten Erfolg feiern konnte. Es folgten weitere Highlights wie „Scream – Schrei!“ und ihre Rolle als Paige Matthews in der TV-Serie „Charmed – Zauberhafte Hexen“. Doch was McGowan einst als Erfüllung ihrer Träume ansah, entwickelte sich schnell zu Gegenteiligem. Der plötzliche Ruhm wurde zu ihrem persönlichen Albtraum der Entblößung und Sexualisierung.

Wie die 44-Jährige in ihrem Buch schreibt, seien viele Dinge, die junge Schauspielerinnen auf der Leinwand, geschweige denn im Hotelzimmer tun, grundsätzlich ausbeuterisch. Das „Geschäft, das sie Show nennen“ musste die Mimin schon früh am eigenen Leib erfahren. In „Brave“ thematisiert die Autorin ganz offen, wie sie mit „der Maschine, den Mythenherstellern, den Gasanzündern selbst und den heiligen Männern von Hollywood“ zu kämpfen hatte.

Der Fall Harvey Weinstein

„Sie haben ein Biest erschaffen“, lauten die Worte McGowans, die Harvey Weinstein in ihrer Autobiografie ausschließlich als „das Monster“ betitelt. Der Star-Regisseur habe sie 20 Jahre lang in Schwierigkeiten gebracht, offenbarte sie kürzlich in einem Gespräch mit der „Vanity Fair“. Was genau zwischen den beiden Hollywood-Größen vorgefallen ist, war jedoch lange Zeit ein großes Mysterium – bis jetzt. In ihrem Manifest beleuchtet die Schauspielerin alle Details zum berüchtigten Hotelzimmer-Vorfall aus dem Jahr 1997.

Das ist damals wirklich passiert

Wie die Schauspielerin berichtet, besuchten Weinstein und sie 1997 das Sundance Film Festival in Utah, um dort ihren gemeinsamen Film „Going All the Way“ vorzustellen. Nach der Vorführung habe der Regisseur McGowan zu einem Treffen in einem Restaurant gerufen, welches später jedoch auf das Hotelzimmer des Film-Moguls verlegt worden sei. Die damaligen Bedenken der Schauspielerin seien von einem Mitglied ihres Managementteams lediglich mit dem Argument abgespeist worden, dass sie dem großen Mann auf diese Weise ihren Respekt ausdrücken könne und dass es im weitesten Sinne darum ginge, „den großen Verlauf meiner Karriere zu umreißen“.

In der obersten Etage einer exklusiven Lodge soll es dann jedoch zum Äußersten gekommen sein. Nach einer halbstündigen Diskussion über den weiteren Karriereverlauf der Schauspielerin, habe Weinstein die damals 23-Jährige am Rand eines Whirlpoos festgehalten und vergewaltigt. Später soll er sie zudem angerufen und als „besondere Freundin“ bezeichnet haben.

Ihm vertraute sich die Schauspielerin an

Nach dem Hotelzimmer-Vorfall sei McGowan, nach eigener Aussage, in ein Auto gesetzt worden, das sie direkt zum nächsten Termin gebracht habe. Ein Fotocall mit Co-Star Ben Affleck (45, „Argo“). Dem Schauspieler habe sie sofort von der Vergewaltigung erzählt, worauf dieser geantwortet haben soll: „Gottverdammt. Ich sagte ihm, er solle damit aufhören.“ Zu McGowans Erzählungen hat sich Affleck bis dato nicht geäußert.

„Ich habe mich so schmutzig gefühlt“

„Was zur Hölle ist dir gerade passiert“, soll das Einzige gewesen sein, was der betroffenen Schauspielerin an besagtem Abend im Kopf herumschwirrte. Auch heute noch versucht sie für das Geschehene eine Erklärung zu finden. „Ich habe mich so schmutzig gefühlt. Ich wurde so verletzt und war bis tief in das Innere meines Wesens traurig. Ich dachte weiter darüber nach, wie er in der Nacht bevor es geschah im Theater hinter mir gesessen hatte. Das machte es nicht wirklich zu meiner Verantwortung aber als hätte ich mich daran beteiligt, ihn zu verführen“, schreibt McGowan in ihrer Autobiografie.

Den Status Quo kann sie nicht hinnehmen

Doch nicht nur der Fall Weinstein markiert für die Schauspielerin einen dunklen Tag in ihrem Leben. Auch ihre damalige Beziehung mit Regisseur Robert Rodriguez (49) endete in einem ultimativen „Akt der Grausamkeit“, so McGowan. Um dem erniedrigenden System Hollywoods ein für alle Mal ein Ende zu setzen, möchte die 44-Jährige daher nun „mit allen“ abrechnen. Die Darlegung ihres jahrelangen Leidens soll die Menschen nicht nur wachrütteln, sondern sie gleichermaßen darin bestärken, Mut zu zeigen und gegen den Status Quo anzukämpfen.

Mehr Frauen in leitenden Produktions- und Führungspositionen verlangt McGowan am Ende ihres Manifests. Auch Gruppen wie die US-amerikanische Gewerkschaft für Schauspieler, den Screen Actors Guild, fordert sie zu mehr Unterstützung auf, um insbesondere Frauen und Kinder vor den Schattenseiten Hollywoods zu schützen.

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