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Donald Trump ein Jahr im Amt: Das Protokoll der Peinlichkeiten

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Alles halb so schlimm. Das hatten fast alle vor einem Jahr gesagt, als am 20. Januar 2017 der New Yorker Immobilienmilliardär Donald Trump (71, „Great Again!“) als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde. Der Mann hatte zuvor einen beispiellosen Wahlkampf der schrillen, meist hysterischen Töne geführt. Der kriegt sich im Weißen Haus schon wieder ein, so lautete der allgemeine Tenor.

Man dürfe seine rechtspopulistische, oft rüpelhafte Wahlkampfrhetorik nicht für bare Münze nehmen. Schließlich präge das Präsidentenamt den Mann mehr als umgekehrt. Dass Trump bei derartigen Erwartungen nur still und fein vor sich hin gelächelt hat, darf beim besten Willen nicht angenommen werden. „Still und fein“ ist nun wirklich nicht sein Stil.

Vielmehr hat er wie ein Bulldozer das Weiße Haus erobert, zum Entsetzen des politischen Establishments vor Ort. „Nicht das Amt hat Trump geformt – der Regierungschef hat die ehrwürdigen Mauern des Weißen Hauses gesprengt“, schreibt der USA-Korrespondent der DuMont Mediengruppe Karl Doemens.

Selbst wenn man von den großen politische Schlappen absieht, so haben auch die vermeintlich kleinen Pannen und Peinlichkeiten in Trumps erstem Präsidentenjahr eine wahrhaft präsidiale Fülle. Eigentlich weiß man gar nicht mehr, wo man beginnen und enden soll. Hier eine kleine Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Punkt 1

Dass Donald Trump bereits am ersten Tag als US-Präsident keine versöhnlichen Töne anschlug wie seine Vorgänger, war keine sonderlich große Überraschung. Er blieb in seiner Antrittsrede im Krawallmodus und sprach vom „Einheimsen der Belohnungen durch Einzelne“, einem „amerikanischen Blutbad“ und der „Ausrottung“ islamischer Terroristen. Landesweite Proteste gegen den frisch vereidigten Präsidenten waren die Folge.

Richtig peinlich wurden Trumps Mitteilungen per Twitter. Nach seiner Amtseinweihung schrieb er, dass er sich „geehrt“ fühle. Dabei benutzte er das Wort „honered“, das allerdings weder im US-amerikanischen noch im britischen Lexikon existiert. „Honored“ wäre die amerikanische Version und „honoured“ die britische. Der Tweet wurde kurz nach Veröffentlichung gelöscht und mit der richtigen Rechtschreibung wieder gepostet. Dies blieb jedoch nicht unbemerkt.

Es war nicht der einzige Patzer von Trump oder seiner Administration. Das Weiße Haus hat in einer Liste über angebliche Terroranschläge das Wort Angreifer – im Englischen „attaker“ – 27 Mal falsch geschrieben. Dänemark erschien als „Denmakr“ und Kolumbien wurde statt „Colombia“ als „Columbia“ bezeichnet. Die US-Journalismus-Professorin Sue Burzynski Bullard sagte dazu: „Wenn man die Grundlagen von Rechtschreibung und Grammatik nicht beherrscht, fragen sich die Leute, was man sonst noch alles falsch macht.“

Punkt 2

Als im vergangenen März Angela Merkel zu Besuch ins Weiße Haus kam, gab Donald Trump wie im Wahlkampf den Rüpel. Nach einem 15-minütigen Vieraugengespräch wurden beide von Fotografen gebeten, sich die Hände zu schütteln. Dabei ignorierte der US-Präsident die ausgestreckte Hand der deutschen Bundeskanzlerin. Auch die Frage Merkels, ob er denn nicht die Hand reichen wolle, zeigte keine Wirkung; Donald Trump starrte in eine andere Richtung. Trumps damaliger Sprecher Sean Spicer verkündete dazu: Der US-Präsident habe die Bitte nicht gehört.

Punkt 3

Im Mai 2017 feuerte Donald Trump den damaligen FBI-Chef James Comey. Der war mit seiner Bundesbehörde dem Verdacht nachgegangen, ob es im Wahlkampf 2016 illegale Kontakte zwischen Trumps Team und Vertretern Russlands gegeben hat. Nach der Entlassung kam der Verdacht auf, Trump wolle die Ermittlungen unterdrücken. Dagegen der Präsident: Comey habe „keinen guten Job gemacht“.

Zu den Kritikern gehörte auch Trumps Chefstratege Stephen Bannon. Er hielt das Ausrangieren von James Comey für den „womöglich größten politischen Fehler in der modernen Geschichte“. Ohne die Entlassung hätte das Justizministerium nicht Robert Mueller als Sonderermittler eingesetzt. Mueller gilt als besonders hartnäckiger Rechercheur. Er hat sich als der Mann erweisen, der Trump am gefährlichsten werden könnte.

Punkt 4

Trumps zentrale Wahlkampfversprechen haben sich als Luftnummern erwiesen. 2016 hatte er noch verkündet, er wolle entlang der 2000 Meilen langen Südgrenze zu Mexiko eine Mauer bauen und Mexiko dafür zahlen lassen. Von der versprochenen Mauer steht kein einziger Stein, die Finanzierung ist völlig offen. Zwar gibt es Bewerbungen von Baufirmen, doch für die Bauarbeiten lediglich Prototypen, die in Kalifornien getestet werden.

Außerdem ist Trump ist angetreten, um die von Barack Obama geschaffene Gesundheitsreform abzuschaffen und durch ein besseres System zu ersetzen, das für viele Amerikaner billiger ist. Doch Obamacare wurde nicht abgeschafft, ein neues System ist wegen interner Streitigkeiten bei den Republikanern nicht in Sicht. Trump hat es in dieser Frage nicht geschafft, seine eigene Partei zu einen.

Punkt 5

Im Eigenlob ist der amtierende US-Präsident Weltmeister. Weil viele seiner Gesetzesvorhaben und Verordnungen von der eigenen Partei blockiert oder von Gerichten gekippt wurden, erklärte sich Donald Trump zu Beginn der Kabinettssitzung vom 12. Juni zum „erfolgreichsten Präsidenten aller Zeiten“. Mit wenigen Ausnahmen habe nie ein Amtsinhaber mehr geschafft als er: „Nach so kurzer Zeit sehen wir schon erstaunliche Ergebnisse. Die Menschen sind überrascht, dass es so schnell funktioniert.“ Die US-Medien bezeichneten die Show im Weißen Haus als „eine der peinlichsten öffentlichen Veranstaltungen“.

Punkt 6

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (40) ist mit einer 24 Jahre älteren Frau verheiratet. Alle bisherigen Staatsgäste nahmen auf diesen großen Altersunterschied diplomatische Rücksicht. Nicht so Donald Trump. Bei seinem Frankreich-Besuch im Juli steuerte er sofort auf Brigitte Macron (64) zu und sagte laut: „Wissen Sie, Sie sind einfach super in Form!“ Und ihrem Mann rief er zu: „Sie ist einfach in toller körperlicher Verfassung – sehr schön!“ Diese völlig unnötige Anspielung auf das Alter der französischen First Lady sorgte im Gastland für große Aufregung.

Punkt 7

Im Umgang mit Frauen, vor allem mit der eigenen, scheint sich Donald Trump schwer zu tun. Mal lässt er seine Gattin Melania (47) über Gebühr lange im Präsidentenauto sitzen, während er ins Weiße Haus stürmt, mal schlägt sie seine Hand weg, wie etwa beim Staatsbesuch in Israel. Für diese Umgangsformen bekam er beim Polen-Besuch Anfang Juli eine peinliche Quittung. Bei der offiziellen Begrüßung zeigte ihm Polens First Lady Agata Kornhauser-Duda die kalte Schulter. Sie ging schnurstracks an Trump vorbei, um zunächst Melania zu begrüßen. Der US-Präsident blieb mit seiner ausgestreckten Hand stehen.

Punkt 8

Eine der wichtigsten Kriterien für die Qualifikation eines Chefs ist sein Umgang mit Mitarbeitern. Donald Trump hat sich auf diesem Gebiet als besonders unstet erwiesen: Er hat innerhalb von acht Monaten neun leitende Mitarbeiter verschlissen. Es fing an mit Angela Reid, der Organisationschefin im Weißen Haus. Ihr folgte Staatsanwalt Preet Bharara, einer von 46 gefeuerten Bundesanklägern. Die interimistische Justizministerin Sally Yates wurde gefeuert, als sie sich geweigert hatte, Trumps Einreisestopp für Bürger aus muslimischen Staaten zu verteidigen. „Sie hat das Justizministeriums betrogen“, gab ihr Trump mit auf den Weg.

Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn stürzte bereits nach wenigen Wochen über seine Kontakte zu russischen Offiziellen vor Trumps Machtübernahme. Nach FBI-Chef James Comey war Sean Spicer, der Pressesprecher des Weißen Hauses, an der Reihe. Ihm wurden offenbar selbst seine kuriosen Rechtfertigungen für Trumps Verhalten zu viel. Seinen Stabschef Reince Priebus schmiss Trump nach sechs Monaten raus. Priebus sei ein „fucking paranoider Schizophrener“, wurde ihm hinterher gerufen. Anthony Scaramucci, der Nachfolger Spicers als Pressechef, war nur zehn Tage im Amt. Dann musste er gehen. Begründung: Seine Wortwahl sei nicht immer „angemessen“. Scaramucci hatte über Trumps damals wichtigsten Berater gesagt: „Ich bin nicht Stephen Bannon. Ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu lutschen.“

Als letzter der ursprünglichen Trump-Truppe war Stephen Bannon fällig. Der ideologische Kopf des Präsidenten-Lagers hatte Trump wohl zu oft widersprochen und sich abfällig über die Trump-Tochter Ivana und ihren Ehemann Jared Kushner geäußert, die ebenfalls Berater des Präsidenten sind.

Punkt 9

Trump hat den Größten… Das hat er selbst öffentlich behauptet – und zwar in Zusammenhang mit einer elementaren Bedrohung wie einen Nuklearkrieg. In der permanenten Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea hatte der Diktator Kim Jong-un in seiner Neujahransprache gedroht, dass er mit seinen Raketen jeden Ort in den Staaten erreichen könnte und der „Atom-Knopf“ immer auf seinem Schreibtisch stünde.

Der US-Präsident twitterte eine typischen Trump zurück: „Wird jemand aus seinem verarmten und ausgehungerten Regime ihn bitte darüber informieren, dass auch ich einen Atomwaffenknopf habe. Aber er ist viel größer und mächtiger als seiner und mein Knopf funktioniert!“

Punkt 10

Trump und der Rassismus. Vor Kurzem soll der US-Präsident Haiti, El Salvador und afrikanische Staaten als „shithole countries“ bezeichnet. Einigermaßen salonfähig übersetzt heißt das: Drecksloch-Länder. Diese Vokabel hat Trump erst einmal dementiert. Einem Reporter sagte er später: „Ich bin die am wenigsten rassistische Person, die Sie jemals interviewt haben.“

Dabei sind bei ihm rassistische Bemerkungen – auch als US-Präsident – gang und gäbe: Den Haitianern unterstellte er laut „New York Times“, sie hätten „alle Aids“, über Nigerianer sagte er: 40.000 von ihnen seien ins Land gekommen. Wenn die erst einmal die USA gesehen hätten, würden sie „nie mehr zurück in ihre Hütten“ gehen.
Trump begnadigte außerdem Rassisten wie Joe Arpaio aus Arizona. Der frühere Sheriff war von einem Gericht schuldig gesprochen worden, Einwanderer aus Lateinamerika massiv diskriminiert zu haben. Donald Trump nannte Arpaio einen „amerikanischen Patrioten“, der Arizona „sicher“ gemacht habe.

Wie ernst der Präsident mit seinen Äußerungen zu nehmen ist, hat der Autor Michael Wolff in seinem Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ (Feuer und Zorn“) beschrieben. Er hatte monatelang im Weißen Haus ungehindert recherchieren können und sagte dem US-Sender NBC, dass jeder in der Umgebung des US-Präsidenten, mit dem er gesprochen habe, Trump für unfähig halte, sein Staatsamt auszuüben. Sie hielten ihn für einen „Schwachkopf, einen Idioten“. Alle sagten, „er ist wie ein Kind“, so der Journalist. „Er braucht immer sofort Bestätigung. Es muss sich alles um ihn drehen.“

Noch härter formuliert es der Journalist David Cay Johnston. In seinem neuen Buch „Trump im Amt“ schreibt der Pulitzer-Preisträger, „die Position des Präsidenten“ sei „eine diktatorische, eine zutiefst unamerikanische Idee.“ Er habe keinen Sinn für Kompromisse und für Interessenausgleich. Seine Lebensphilosophie sei: Rache. „Er hat wiederholt gesagt, dass es ihm Freude bereitet, das Leben von Menschen zu zerstören, die er als illoyal ansieht.“ Auch Trumps Rassismus sei keine Dummheit, sondern seine echte Überzeugung. Der Präsident sei „ein Rassist durch und durch.“

Das sieht Donald Trump völlig anders. Dass er entspannt Golf spielt, während auf Hawaii 1,5 Millionen Menschen während eines Fehlalarms 35 Minuten in starrer Angst vor einem Atomschlag verharren, lassen seine Anhänger noch nicht einmal als lässliche Sünde gelten. Sie vertrauen blind auf ihn.

Punkt 11

Trumps Sendungsbewusstsein, denn Donald Trump meint es völlig ernst, wenn er über sich sagt, er sei „der beste Präsident, den Gott je erschaffen hat.“

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