Ed Sheeran änderte Bühnenaufbau aus Angst, Fans könnten Dinge werfen
Ed Sheeran änderte seinen Bühnenaufbau aus Angst, Fans könnten Dinge werfen.
Ed Sheeran hat bei seinem Konzert in Philadelphia auf einen Teil seines üblichen Bühnenkonzepts verzichtet.
Der Grund: Der Sänger befürchtete, dass ihm wegen der aktuellen Kontroverse um den Ausschluss von Macklemore Gegenstände aus dem Publikum entgegenfliegen könnten. Der 35-Jährige steht derzeit nach der Entscheidung, Macklemore von der US-Etappe seiner 'Loop Tour' zu streichen, in der Kritik. Der Rapper hatte sich öffentlich mit der palästinensischen Bevölkerung solidarisiert. Bei seinem Konzert in Philadelphia am Samstagabend (19. September) erklärte Sheeran, er habe deshalb bewusst auf eine kleinere Nebenbühne verzichtet, die ihn normalerweise näher an die Zuschauer bringt. "An diesem Punkt der Show gehe ich normalerweise auf eine B-Bühne. Ich werde ganz ehrlich mit euch sein: Ich wusste nicht, wie dieses Publikum reagieren würde", sagte Sheeran. "Ich wusste nicht, ob Dinge nach mir geworfen werden. Ich wusste nicht, ob die Leute wütend auf mich sein würden."
Der Sänger erklärte, dass die Show deshalb diesmal anders ablaufe. "Heute ist es keine gewöhnliche 'Loop'-Show. Ich habe die B-Bühne entfernt, weil ich Angst davor hatte, was passieren könnte, wenn ich mitten im Publikum stehe. Das gebe ich zu." Zusätzlich musste Sheeran seine Begleitband neu zusammenstellen. Die irische Gruppe Beoga hatte die Tour verlassen, nachdem sie ihre Unterstützung für Macklemore bekundet hatte. Einige Songs ließen sich jedoch nicht ohne Weiteres mit Sheerans Loop-Pedal umsetzen. "Als meine Freunde diese Show verlassen haben, dachte ich: Wie soll ich die Show gleich halten? Und wie bekomme ich Musiker dazu, mit mir auf der Bühne zu stehen, wenn in einer Woche niemand neben mir auf der Bühne stehen will?", erklärte der Musiker. Er stellte anschließend die Geigerin Alicia Enstrom vor, mit der er bereits auf seiner 'Mathematics Tour' zusammengearbeitet hatte. "Ich habe eine Freundin angerufen. Sie ist ein großartiger Mensch, und ich war im vergangenen Jahr und im Jahr davor mit ihr auf Tour", sagte Sheeran. "Ich fragte sie: 'Würdest du mit mir auf der Bühne stehen?' Und sie sagte Ja."
Enstrom habe daraufhin weitere Musiker empfohlen. Die neue Gruppe habe nur drei Tage gehabt, um das Programm einzustudieren. Sheeran zeigte sich dafür besonders dankbar. "Sie wussten, dass die Welt mich für eine bestimmte Art von Mensch hielt. Sie wussten auch, dass die Welt sie möglicherweise ebenfalls hassen würde, nur weil sie mit mir auf der Bühne stehen", sagte er.
Bereits zu Beginn des Konzerts hatte Sheeran die Kontroverse angesprochen und war dabei emotional geworden. "Ich bin es gewohnt, dass meine Musik kritisiert wird. Diese Woche ging es bei der Kritik jedoch um etwas viel Wichtigeres", sagte er. "Ich mache Fehler und es tut mir sehr, sehr leid." Mit Blick auf den Angriff auf Israel und das Nova-Musikfestival am 7. Oktober sagte Sheeran, die Ereignisse seien "entsetzlich" gewesen und hätten das Leid jüdischer Menschen über Generationen hinweg verschärft. Gleichzeitig bezeichnete er die Situation in Gaza als "katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig". Auch die Entwicklungen im Westjordanland dürften nicht ignoriert werden, erklärte der Sänger. Die vergangene Woche sei für ihn eine intensive Lernphase gewesen: "Ich hatte eine Woche des Lernens."
Sheeran hatte zuvor betont, dass die Entscheidung gegen Macklemore nicht von ihm getroffen worden sei. In Philadelphia kritisierte er stattdessen offenbar Veranstalter und Besitzer von Veranstaltungsorten. "Ich mache mir große Sorgen über die Vorstellung, dass Veranstaltungsorte Inhalte vorab genehmigen", sagte er. "Das sollte in der freien Welt niemals passieren." Anschließend kündigte der sichtlich aufgewühlte Sänger an, bereits Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichen Lagern zu führen, um einen Weg zu finden, "der den Opfern hilft".