Emilia Clarke über das Älterwerden: "Das raubt mir den Schlaf"
Emilia Clarke findet deutliche Worte über Schönheitsideale und den Blick auf ältere Schauspielerinnen. Im Interview mit der britischen "Marie Claire" erzählt sie außerdem von einem Jahrzehnt, in dem sie sich nach eigener Aussage wie erstarrt fühlte.
Emilia Clarke (39) hat den unterschiedlichen Umgang mit Frauen und Männern in Hollywood kritisiert. "Der Unterschied ist, glaube ich, dass wir als Gesellschaft Frauen immer noch schneller kritisieren als Männer", sagt die "Game of Thrones"-Darstellerin im Interview mit der britischen Ausgabe der "Marie Claire".
Besonders beschäftigt sie, dass Schauspielerinnen in ihren 50ern und 60ern oft kaum noch an bedeutende Rollen kommen. "Ja, und das raubt mir den Schlaf. Ich versuche herauszufinden, wie ich mein Selbstwertgefühl nicht an die Erwartungen oder Ansichten anderer knüpfe. Und das ist wirklich schwer. Der Schlüssel zum absoluten Unglück ist der Vergleich. Ich sage nicht, dass ich das nicht mache, aber ich versuche, mich dabei zu ertappen und Stärke in dem zu finden, was ich bin."
"Wir werden uns verändern"
Auch mit den Schönheitsidealen, die Social Media für Frauen und Männer vorgibt, geht die Britin hart ins Gericht. "Ihr wollt, dass wir alle gleich aussehen? Ihr wollt einfach eine Bevölkerung mit demselben Gesicht und demselben Körper? Kommt schon, wir sind Menschen! Wir werden uns verändern."
Clarke steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag und kämpfte beim Gespräch laut "Marie Claire" noch mit dem Jetlag von den Emmys. Über die Gegenwart kann sie inzwischen lachen, die Zukunft lässt sie dagegen nicht los. "Ich bin auf ungesunde Weise besessen von dem, was noch kommt", gibt sie zu.
Fällt das Stichwort Selbstliebe, korrigiert sie prompt: "Na ja, Selbstakzeptanz. Manche Menschen tun sich schwer damit, bis zur Liebe zu kommen." Und wie weit ist sie selbst? "Mir geht's ganz gut!", sagt sie lachend. "Ich bin auf dem Weg!"
Zehn Jahre wie erstarrt
Wie steinig dieser Weg war, zeigt der Blick zurück. 2011, kurz nach dem Dreh der ersten "Game of Thrones"-Staffel, erlitt Clarke die erste von zwei lebensbedrohlichen Hirnblutungen. "Die erste Staffel war an Weihnachten abgedreht, im Februar lag ich mit meiner ersten Hirnblutung im Krankenhaus. Meine erste Pressetour habe ich also unter Morphium gemacht."
2013 traf es sie erneut. "Beim zweiten Mal dachte ich: Das ist einfach wirklich, wirklich, wirklich, wirklich hart. Und dann ist mein Vater gestorben, und das hat mich komplett zerlegt." Ihr Vater Peter erlag einem Krebsleiden.
Heute ist Clarke überzeugt, dass sie ein ganzes Jahrzehnt unter Schock stand. "Als ich 'Game of Thrones' gedreht habe, hatte ich null Neugier auf mich selbst, auf die Erfahrung, auf überhaupt irgendetwas. Ich stand einfach unter Schock. Ich war wie erstarrt, zehn Jahre lang."
(mia/spot)