Erykah Badu vergleicht ihre Arbeit als Sterbebegleiterin mit 'Kunst'
Erykah Badu vergleicht ihre Arbeit als Sterbebegleiterin mit 'Kunst'.
Erykah Badu empfindet ihre Arbeit als Sterbebegleiterin als eine besondere Form von Kunst.
Die 55-jährige Sängerin unterstützt Menschen nicht nur bei der Geburt, sondern begleitet inzwischen auch Personen in der letzten Phase ihres Lebens. Für sie gibt es dabei erstaunliche Parallelen zu ihrer Tätigkeit als Musikerin. 2011 begann Badu ihre Ausbildung zur Doula, die Frauen während Schwangerschaft und Geburt begleitet. Inzwischen ist ihre Arbeit weit über die Geburtshilfe hinausgewachsen. Gegenüber der Zeitung 'The Guardian' erklärte sie, dass sie auch an den Betten von Menschen sitze, die im Sterben liegen. "Ich möchte genau dieselbe Ruhe vermitteln", sagte die Musikerin. Für sie sei diese Tätigkeit "eine weitere Form von Kunst". Badu empfinde sogar eine Verbindung zwischen ihrer Arbeit als Doula und ihren Konzerten: "Ich fühle mich genauso, wenn ich auf der Bühne für Menschen da bin und singe. Auch das ist Doula-Arbeit." Ihr Ziel sei es stets, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. "Ich möchte, dass der Raum zu einem einzigen lebenden, atmenden Organismus wird", erklärte sie.
Dass Badu überhaupt zur Doula wurde, war ursprünglich nicht geplant. Sie erklärte, sie habe einer Freundin zugesagt, während deren Geburt bei ihr zu bleiben. Was sie nicht wusste: Die Geburt sollte sich über mehr als zwei Tage hinziehen. "Ich wusste nicht, dass ihre Wehen 52 Stunden dauern würden", erinnerte sich Badu. Die Freundin habe die außergewöhnlich lange Geburt tapfer durchgestanden. Nach 52 Stunden stellte die Sängerin fest, dass sie selbst die gesamte Zeit nicht geschlafen hatte. Trotzdem habe sie sich erstaunlich gut gefühlt. "Ich war das Unterstützungssystem, ich war das Restaurant und ich hatte keine Angst", erzählte sie. In diesem Moment habe sie verstanden, dass ihre Aufgabe darin bestand, das neue Leben willkommen zu heißen. "Mein Vertrag galt mit diesem Baby", sagte Badu.
Zu den Menschen, die Badu als Doula begleitet hat, gehört auch Sängerin und Schauspielerin Teyana Taylor. Während Taylors zweiter Schwangerschaft unterstützte Badu sie in einer schwierigen Zeit. Taylor, die unter anderem im Film 'One Battle After Another' mitwirkte, sprach später gegenüber 'Entertainment Tonight' über die Unterstützung. "Ich glaube, es war großartig, alle wissen zu lassen, was der Plan war, denn ihre Energie ist einfach alles", sagte sie. Meditation spiele für sie selbst eine große Rolle, und Badu sei dabei eine wichtige Stütze gewesen. Badu bietet ihre Dienste nach eigenen Angaben kostenlos an. Bereits gegenüber 'Pitchfork' hatte sie erklärt, dass sie nicht festlege, wie viele Menschen sie begleiten möchte, und kein Geld dafür verlange. Die Tätigkeit diene auch ihrer eigenen Weiterentwicklung. "Es passiert einfach", sagte sie. 2011 habe sie ihre Ausbildung zur Doula begonnen und die entsprechende Zertifizierung erworben. Inzwischen beschäftige sie sich mit der Ausbildung zur Hebamme. "Ich bin fast so weit", erklärte Badu. Wenn sie sich dafür entscheide, könne sie eines Tages sogar eine eigene Praxis eröffnen. Bis dahin bleibt die Begleitung von Menschen für sie vor allem eines: eine persönliche und zutiefst menschliche Form von Kunst.