"GZSZ"-Star Anne Menden: Nach Drohungen schaltete sie die Polizei ein
"GZSZ"-Darstellerin Anne Menden berichtet von manipulierten Fotos, erfundenen Unglücksmeldungen und einer Bedrohung mit spürbaren Folgen für ihren Alltag. Gemeinsam mit Serienkollegin Josefin Bressel ruft sie Betroffene von digitaler Gewalt dazu auf, sich Hilfe zu holen.
Nach einer Bedrohung hat "GZSZ"-Schauspielerin Anne Menden (41) die Polizei eingeschaltet und ihr Zuhause mit Kameras und Alarmsystemen gesichert. Davon erzählt die Darstellerin in einem Doppelinterview mit ihrer Serienkollegin Josefin Bressel (35), das RTL veröffentlicht hat.
Anlass ist eine Zusammenarbeit von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (montags bis freitags um 19:40 Uhr bei RTL und eine Woche vorab auf RTL+) mit der Organisation HateAid. In der Serie wird Alicia, gespielt von Bressel, Opfer digitaler Gewalt. Laut RTL wollen die Macher damit für das Thema sensibilisieren und Betroffenen Mut machen. Beide Schauspielerinnen kennen die Problematik nicht nur aus dem Drehbuch.
Drei Wochen nie allein unterwegs
"Es gab kürzlich bei Gustav und mir einen Fall, wo wir tatsächlich auch zur Polizei gehen mussten", schildert Menden. Danach habe sich ihr Leben spürbar verändert. Ihr Partner habe Fahrten abgesagt, damit sie nicht allein sei. Zur Arbeit sei sie nur in Begleitung gefahren, der Live-Standort sei stets eingeschaltet gewesen. Mit dem Hund hätten sie morgens erst das Haus verlassen, wenn es hell war. Rund drei Wochen sei das so gegangen.
Das Schwierige daran beschreibt Menden so: "Man kann den Leuten nicht in den Kopf gucken und muss einschätzen, wie ernst eine Drohung ist." Ihr Fazit: "Das hat unseren Alltag in der freien Bewegung eingeschränkt." Ein Einzelfall ist das nicht. "Ich glaube, ich hatte schon die ganze Bandbreite: von sexuellen Übergriffen im Netz bis hin zu Morddrohungen", sagt die Schauspielerin. Hinzu kämen manipulierte Bilder und erfundene Geschichten.
Beileid für ein Unglück, das es nie gab
Besonders getroffen hat Menden eine Falschmeldung, für die ein Foto von ihr missbraucht wurde. Darauf sei sie im Krankenhaus dargestellt worden, verbunden mit der Behauptung, sie und Gustav Masurek hätten ihr Kind verloren. Kurz darauf trafen Beileidsbekundungen von Bekannten und Followern ein. Selbst Gustavs Vater sei an seinem Arbeitsplatz darauf angesprochen worden.
"Viele können gar nicht auseinanderhalten: Ist das jetzt ein Deepfake oder nicht? Und was löst du da für Ängste in Menschen aus?", kritisiert Menden. Die Lüge ließ sie lange nicht los: "Ich habe an dem Tag so viel geweint und habe nächtelang nicht schlafen können, weil mich das richtig verfolgt hat."
Josefin Bressel erlebte Ähnliches. Auf Facebook las sie, sie sei nach langer Krankheit gestorben. "Jetzt ist eine Grenze überschritten. Das betrifft das wahre Leben, damit macht man einfach keine Witze", sagt die Berlinerin.
"Ihr habt jedes Recht, euch zu wehren"
Gegen beleidigende Kommentare setzt sich Menden inzwischen offensiv zur Wehr. Manchmal mache sie Videos daraus, das helfe ihr, funktioniere aber nicht immer. Prominenz sei kein Freibrief, findet sie. Niemand dürfe sie "als Punchingball für den eigenen Frust benutzen". Und weiter: "Ich habe nirgendwo einen Vertrag unterschrieben, dass man mich beleidigen darf."
Von den sozialen Netzwerken fordert sie ein einfacheres System, um Grenzüberschreitungen zu melden. Gerade bei persönlichen Bedrohungen und manipulierten Inhalten dürfe es nicht so schwer sein, Hilfe zu bekommen.
Menden betont, dass vieles, was Betroffenen im Netz widerfährt, strafbar sein könne. Man habe das Recht, Anzeige zu erstatten und sich Unterstützung zu suchen. Ihre Botschaft: "Ihr seid nicht allein und habt jedes Recht, euch zu wehren." HateAid bietet laut RTL eine kostenlose und unverbindliche Beratung an.
(jom/spot)