Hayley Williams setzt Zeichen für ausgestiegene Ed-Sheeran-Künstler
Hayley Williams setzt Zeichen für ausgestiegene Ed-Sheeran-Künstler.
Hayley Williams hat ihre Unterstützung für die Musiker gezeigt, die nicht mehr im Vorprogramm von Ed Sheerans 'Loop Tour' auftreten.
Die Sängerin von Paramore setzte dabei auf eine ungewöhnliche, aber deutliche Geste: Vor ihrem Konzert im New Yorker Forest Hills Stadium spielte sie eine Playlist mit Songs all jener Künstler, die sich inzwischen aus Sheerans US-Tour zurückgezogen haben. Auf der Liste standen unter anderem Macklemores 'Can't Hold Us' und 'Thrift Shop', Lukas Grahams 'Mama Said', Rowes 'The Lane', Beogas 'Aurora II' sowie FINNEAS' 'For Cryin' Out Loud'. Damit versammelte Williams vor ihrem eigenen Auftritt genau jene Acts musikalisch, die zuvor Teil der 'Loop Tour' gewesen waren.
Auslöser des Streits war Macklemores Auftritt bei einem Konzert in New Jersey Anfang September. Der Rapper nutzte seine Position als Support-Act, um seine Unterstützung für die Palästinenser auszudrücken, und rief von der Bühne: "Free Palestine." Anschließend wurde er aus dem weiteren Tourprogramm gestrichen. Mehrere andere Künstler zogen sich daraufhin ebenfalls zurück. Dazu gehören FINNEAS, Lukas Graham, Aaron Rowe und die irische Folkgruppe Beoga, die Sheeran teilweise als Begleitband unterstützt hatte.
Williams hatte Macklemores Stellungnahme zu seinem Tour-Aus zuvor auch in den sozialen Medien mit einem Like unterstützt. Zudem teilte sie einen satirischen Beitrag, der offenbar auf Sheerans eigene Erklärung zur Kontroverse anspielte. Darin hieß es sinngemäß, ein Künstler könne angesichts weltweiter Gräueltaten "die Diskussion offenhalten, indem er nichts sagt". Außerdem wurde die Vorstellung verspottet, Konzerte seien "etwas, das viel größer ist als Politik: Sie sind Kommerz".
Sheeran erklärte seinerseits, dass die Entscheidung über Macklemores Entfernung vom Veranstalter getroffen worden sei und nicht von ihm. Er betonte, er sei "entsetzt über den Konflikt zwischen Israel und Palästina" und wolle mit seinen Konzerten einen Ort für Fans unterschiedlicher Hintergründe und Überzeugungen schaffen. Zugleich erklärte er, seine professionelle Plattform nicht für politische Zwecke nutzen zu wollen. Macklemore erklärte nach seinem Aus, Sheeran und dessen Team hätten die Entscheidung getroffen. Er sprach von "schwierigen Gesprächen" mit seinem langjährigen Freund, stellte aber klar, dass er dessen Charakter nicht beschädigen wolle. Zugleich kritisierte er den Einfluss von Robert Kraft, dem Besitzer der New England Patriots und des Gillette Stadiums. Macklemore kündigte außerdem an, seine Einnahmen von rund einer Million Dollar aus der Tour für Hilfsorganisationen zugunsten palästinensischer Menschen zu spenden. Kraft und Sheeran haben anschließend jeweils Spenden in Höhe von zwei Millionen Dollar für humanitäre Hilfe in der Region angekündigt.