Herbert Grönemeyer: Politische Chance verpasst

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Herbert Grönemeyer äußert sich zur aktuellen politischen Lage in Deutschland.
Der Sänger versteht nicht, wieso sich so viele Wähler entschlossen haben, rechts zu wählen. Auf seinem neuen Album ‚Tumult‘ spricht er genau dieses Problem an. "Leute jagen, stigmatisieren, Hitler zurück-wollen: nein. Das ist gemein, das brauchen wir nicht", schildert der 62-Jährige. "Angstmacherei hat System, auch bei der AfD, und die bietet gleichzeitig eine Art Schutz für diese Angst. Die Frage ist nur: Wovor? Es ist doch gar nichts passiert, es gibt doch keine echte Bedrohung."

Im Gespräch mit der Zeitschrift ‚Brigitte‘ merkt der Musiker an: "Diese erwachsene, positive Art, wie wir den Menschen entgegengetreten sind, hätten wir nutzen können, um uns als Gemeinschaft eine humanistische Identität zu geben. Das ist schade, dass wir diese Chance haben vorbeiziehen lassen. Das haben wir den Rechten überlassen."

Grönemeyer betrachtet jedoch das ganze politische System kritisch. Der Rechtsruck sei der Tatsache geschuldet, dass es keine attraktiven Alternativen gebe. "Die Linksliberalen – die SPD bei uns, Labour in England, die Demokraten in den USA – interessieren sich nicht mehr für die Sorgen der Leute. Die sind saturiert, sind aufgeblasen, und das bringt sie in ein Dilemma – denn die Menschen fragen sich schon lange: Wer hört uns eigentlich zu? Die Probleme der Menschen waren den Linken zu lange lästig", sagt er.

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