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# 'Interview mit einem Vampir': Neil Jordan erklärt, warum der Film ohne 'Jump Scares' auskommt
- URL: https://www.viply.de/news/interview-mit-einem-vampir-neil-jordan-erklart-warum-der-film-ohne-jump-scares-auskommt/
- Published: 2026-09-22T09:00:00.000Z
- Updated: 2026-09-22T09:00:09.000Z
- Description: Der Film mit Tom Cruise und Brad Pitt in den Hauptrollen ist ein echter Horror-Klassiker.
- Author: Redaktion
- Tags: Promi News, #bang

Regisseur Neil Jordan hat erklärt, warum sein Film 'Interview mit einem Vampir' von 1994 ohne klassische "Jump Scares" auskommt.

Der Film mit Tom Cruise und Brad Pitt in den Hauptrollen entwickelte sich nach seinem Kinostart zum Horror-Klassiker. Anlässlich der erneuten Veröffentlichung in 4K und auf 4K-UHD-Blu-ray mit zusätzlichen Bonusinhalten sprach Jordan mit 'Variety' über seine Arbeit an dem Film. Dabei erklärte er, warum der Schrecken für ihn aus dem Inneren der Geschichte kommen musste. Das Studio habe ihn immer wieder gefragt, ob der Film tatsächlich gruselig sei, berichtete Jordan. Klassische Schreckmomente seien jedoch kaum möglich gewesen, weil die Figuren nicht einfach getötet werden könnten.

"Du wirst daraus keine Jump Scares bekommen", stellte der Ire klar. Vampire könne man zwar verletzen, verbrennen oder dem Tageslicht aussetzen. Selbst ihre Köpfe abzuschlagen, funktioniere jedoch nicht wirklich. Für Jordan stellte sich deshalb die Frage: "Wie soll man das schrecklichste Wesen erschrecken, das jemals existiert hat?" Der Horror habe sich dadurch in etwas anderes verwandelt: in ein Gefühl der Beklemmung und in das von Anne Rice beschriebene "Strafmaß der Zeit". Jordan habe sich damit auseinandersetzen müssen, wie sich dieses Konzept für einen Horrorfilm umsetzen lasse. "Der Schrecken musste von innen kommen, oder er musste aus den Gedanken dieser Figuren selbst entstehen", erläuterte er.

Jordan sprach außerdem über die anhaltende Popularität von Anne Rices Roman 'Gespräch mit einem Vampir'. Der Roman ist einer von 13 Bänden ihrer Reihe 'Chronik der Vampire' und wurde inzwischen als Fernsehserie adaptiert. "Anne Rice hat die Wahrnehmung von etwas verändert, das gar nicht existiert", erklärte der Filmemacher. "Sie nahm die Geschichte von Bram Stokers 'Dracula', dieses Bild von Dracula und dem Vampir. Sie verlegte die Geschichte ins 18\. und 19\. Jahrhundert. Sie siedelte sie vor der glamourösen Kulisse des französisch geprägten Louisiana an." Zugleich habe sie die Frage nach der Ewigkeit zum zentralen Thema gemacht. "Sie hat das archetypische Bild des Vampirs neu gestaltet. Das hat alles beeinflusst", schilderte Jordan.