In einem Gespräch mit Iris Berben geht es nahezu zwangsläufig irgendwann ums Thema Altern. Die Schauspielerin ('Altes Land') ist bekannt dafür, dass sie beim natürlichen Alterungsprozess offenbar übersehen wurde. Doch auch sie selbst stellt sich mittlerweile die Frage, wie lange die Jugend noch anhält.

"Räume gerade mein Leben auf"

"Ich bin 71, ich stelle mir diese Zahl immer wieder vor und frage mich: Wie viele Sommer kannst du noch barfuß rumlaufen?" erzählte sie im 'ZEITmagazin'-Podcast 'Und was machst du am Wochenende?' Bei ihr werde zurzeit entrümpelt — viele Bücher sind schon weg, als nächstes sind die DVDs dran: "Ich räume gerade mein Leben auf." Ein paar CDs hat sie hoffentlich behalten, denn zum Aufstehen gibt es bei ihr "ordentlich laute Musik, ich gröle mit, und ich tanze durch die Wohnung." Der Weg, den die Gesellschaft zurzeit einschlägt, macht ihr jedoch Sorgen: "Wir schreien zu viel, und keiner hört mehr zu."

Iris Berben sieht sich nicht als gutes Beispiel

Doch um ihren Beitrag zu einem aufmerksameren Miteinander zu leisten, bittet die Schauspielerin gern bei sich zu Tisch, lädt sich häufig Gäste zum Essen ein. Dabei hatte sie doch erst vor wenigen Monaten im Gespräch mit der 'Augsburger Allgemeinen Zeitung' betont, dass sie eigentlich kein Vorbild für die jüngere Generation sei. Ratschläge erteilt sie daher auch nicht so gern: "Ich bin kein gutes Beispiel für junge Leute. Denn ich habe gar nichts ausgelassen." Einen Tipp hatte sie allerdings doch parat: "Macht euch nicht abhängig von den Forderungen anderer. Fordert euch selbst. Erkennt euch erst mal selbst." Vielleicht sollten wir alle häufiger auf Iris Berben hören?

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