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James Blunt widmet sein neues Album seiner Familie

Wusstest Du schon...

Lena Gercke: Alles aus!

James Blunt (45, „You’re Beautiful“) gehört zu den bekanntesten Sängern und Songwritern der Welt. Nach seinem letzten eher elektronisch angehauchten Album „The Afterlove“ (2017) kehrt er jetzt zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und präsentiert vielleicht sein bisher ehrlichstes und emotionalstes Album. „Once Upon A Mind“ heißt die neue Platte und erscheint am 25. Oktober. Inhaltlich beschäftigt sich der 45-Jährige vor allem mit einem Thema: seiner Familie. Welchen Song er seinem Vater gewidmet hat und was der Sänger am meisten vermisst, wenn er auf Tour ist, verrät der Brite im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Sie sind aktuell in Berlin unterwegs. Wie gefällt es Ihnen in Deutschland?

James Blunt: Ich liebe Deutschland aus vielen Gründen. Ich bin hier aufgewachsen. Als Kind habe ich zwei Jahre in einem Ort namens „Soest“ gewohnt, der am Möhnesee liegt. Es war ein wunderschöner Ort und als Kind liebte ich es dort. Im Winter haben wir auf dem See Eishockey gespielt und im Sommer konnten wir schwimmen und windsurfen. Und jetzt als Musiker ist Deutschland das Land, durch das ich mit Abstand am meisten toure. Wenn ich hierherkomme, fühlt es sich an, als würde ich nach Hause kommen.

Ihr letztes Album „The Afterlove“ war ein bisschen elektronischer. Jetzt gehen Sie zu Ihren musikalischen Wurzeln zurück. Haben Sie schon genug von der elektronischen Musikrichtung?

Blunt: Ich liebe Tanzmusik und ich habe es genossen, für mein letztes Album mit Leuten wie Robin Schulz, Alle Farben und Lost Frequencies zusammenzuarbeiten. Ich habe diese Art von Musik gemacht, weil ich Freude daran hatte und ich zu der Zeit keine emotionale Inspiration hatte. Aber mit dieser Platte ist das ganz anders. Es sind viele Dinge in meinen Leben passiert, die mich wieder dazu bewegt haben, die Musik zu machen, die ich zu Beginn meiner Karriere geschrieben habe. Das sind sehr persönliche Dinge: Mein Vater ist erkrankt und ich bin für ihn da. Auf der anderen Seite habe ich selbst eine eigene, kleine Familie. Und so spielt sich der Kreislauf des Lebens direkt vor meinen Augen ab. Zudem bin ich die ganze Zeit auf Tour und war achtzehn Monate von zu Hause weg – das löst einen immensen Druck aus. Doch genau aus solchen Problemen entstehen meine passionierten Songs. Anstatt also nur Spaß an der Musik zu haben oder Songs zu schreiben, weil meine Plattenfirma ein neues Album haben will und die Fans nach neuen Songs schreien, sind diese Lieder für meine geliebten Menschen. Deshalb ist mir dieses Album auch so wichtig.

Das Musikvideo zu „Cold“ ist thematisch mit Ihrem Mega-Hit verbunden. Sie springen bei „You’re Beautiful“ ins Wasser und bei „Cold“ gehen Sie aus dem Wasser heraus. Fühlt es sich so an, als würden Sie zum Anfang zurückkehren?

Blunt: Total. Seit ich vor vierzehneinhalb Jahren von der Klippe gesprungen bin, hat sich alles verändert. Ich stand plötzlich im Mittelpunkt und die Leute erkannten mich überall. Auf einmal hatte ich Zuhörer auf der ganzen Welt. Das bringt gute, allerdings auch schlechte Dinge mit sich. Natürlich war es großartig, auf Tour zu sein und auf der ganzen Welt zu spielen. Aber auf der anderen Seite verursachte es Probleme auf der künstlerischen Ebene. Denn, wenn ich Songs geschrieben habe, habe ich nur daran gedacht, was die Fans darüber denken und ob sie es mögen werden. Also fing ich an, für andere Menschen zu schreiben, benutzte Worte, von denen ich dachte, dass sie sie hören wollen. Aber das ist nicht ehrlich. Bei den letzten Alben hatte ich die Fans immer in meinem Hinterkopf und ich habe mich deshalb verloren gefühlt. Ich habe mich von der Klippe gestürzt und bin im Meer verloren gegangen. Aber meine Familie war dann plötzlich wichtiger als die Zuhörer. Das neue Album habe ich geschrieben, ohne an meine Fans zu denken – ich habe stattdessen an meine Familie gedacht. Deshalb fühle ich mich damit, als ob ich vierzehn Jahre lang geschwommen wäre und es endlich ans Ufer geschafft hätte.

Sie nehmen einiges auf sich für Ihre Musikvideos. War es wirklich so kalt, als Sie „Cold“ gedreht haben?

Blunt: Es war eiskalt! Wir haben in Norwegen gedreht. Ich denke, dass man an meinen Nippeln gut erkennen kann, wie kalt es war. Aber es hat Spaß gemacht und vor allem das Erklimmen der Felsen war eine großartige Erfahrung. Alles, was man darin sieht, ist auch wirklich passiert. Die Kleidung, die ich im Laufe des Musikvideos wieder anziehe, ist auch die gleiche wie in „You’re Beautiful“. Ich habe sie vierzehneinhalb Jahre lang aufgehoben. Jetzt dachte ich, dass es cool wäre, wenn ich sie wieder anziehen würde.

Bei Ihrem Song „The Greatest“ denkt man unweigerlich an den Klimawandel.

Blunt: Auf jeden Fall hat das auch eine Bedeutung. Wir Menschen können nicht aufhören, zu konsumieren. Wir haben eine Wirtschaft, die nur an ihr Bruttoinlandsprodukt denkt und daran, wie sie noch weiterwachsen könnte. Wir können nicht so weiterleben. Unsere Kinder werden sich viel mehr mit dem Thema Umwelt auseinandersetzen müssen, als wir es getan haben. Das Wichtigste ist, dass man proaktiv ist.

Der Song „The Monster“ ist sehr düster. Um was geht es in den Song und welche Monster sollten verscheucht werden?

Blunt: Der Song ist für meinen kranken Vater. Er hat eine Nierenkrankheit und er braucht eine Transplantation. Als ich noch ein Kind war, war mein Vater mein großer Held. Und wenn man älter wird, ist er plötzlich verletzlich und macht seine eigenen Fehler. Ich meine, er gibt sein Bestes und ist ein unglaublicher Vater. Aber man wird den Eltern irgendwann ebenbürtig. Und wenn die Eltern älter werden, ist man möglicherweise die Person, die sie ins Bett bringt. Dann ist es deine Aufgabe, die Monster zu verscheuchen.

Stimmt es, dass Sie einen Pub gekauft haben?

Blunt: Ja, im Stadtteil Chelsea in London. Es ist ein 170 Jahre alter Pub, der in Wohnungen umgebaut werden sollte. Er ist wunderschön und ich bin früher immer dort hingegangen, also wollte ich ihn retten. Eines Abends war ich betrunken und ein Typ sagte zu mir: „Hey, ich verkaufe den Pub“ und dann sagte ich: „Okay, dann kaufe ich ihn.“ Also habe ich jetzt einen Pub und das ist großartig. Zusammen mit Freunden habe ich das Lokal eineinhalb Jahre lang renoviert. Jetzt ist es ein fantastischer Ort. Zudem habe ich ein tolles Team und einen Küchenchef, der bei Gordon Ramsay gelernt hat.

Sie gehen bald auf Tour. Was vermissen Sie am meisten, wenn sie auf Tour sind?

Blunt: Ich vermisse meine Familie. Aber Touren ist einfach fantastisch und ich habe wahnsinnigen Spaß dabei.

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