Joachim Löw über Coming-outs: Offenheit fehlt im Stadion

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Joachim Löw (61) würde sich mehr Offenheit im Sport wünschen. Der Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft hat seinerzeit Thomas Hitzlsperger unterstützt, nachdem dieser sich in der 'Zeit' als homosexuell geoutet hatte. Doch Coming-outs im Fußball sind nach wie vor rar. Warum eigentlich?

Es bleibt viel zu tun

Gibt es einfach keine homosexuellen Spieler? Im Gespräch mit der 'Zeit' erinnert Löw daran, dass Hitzlsperger sein Coming-out einfacher gefallen sein mag als vielen anderen aus einem ganz bestimmten Grund: "Thomas hat diesen Schritt gewagt, als seine Karriere eigentlich beendet war. Er hat mich dabei ein Stück weit auf dem Laufenden gehalten." Die Angst, Ansehen, Geld und Beruf zu verlieren bei einem Outing, sei nicht zu unterschätzen. Zwar sei die Offenheit gegenüber dem Thema in der Gesellschaft größer geworden. Nicht aber im selben Maße im Fußball, so der Trainer weiter: "In der Gesellschaft ist die Offenheit grundsätzlich vorhanden. Und das ist wichtig. Obwohl sich schon wahnsinnig viel getan hat, fehlt sie aber vielleicht noch ein bisschen im Stadion." 

Joachim Löw würde dazu stehen

Joachim Löw gefällt es nicht, dass homosexuelle Spieler das Gefühl haben, nicht offen zu ihrer Sexualität stehen zu können. Er würde sich wünschen, dies wäre anders: "Unsere Gesellschaft, und damit auch der Fußball, steht doch für Offenheit, Vielfalt und Teilhabe." Joachim Löw versichert, er selbst würde dazu stehen, wäre er selbst homosexuell. Gleichzeitig möchte er diese bedingungslose Offenheit nicht von jedem Spieler verlangen. Schließlich weiß er, wie viel für sie – noch immer – auf dem Spiel steht.

Bild: Elmar Kremser/SVEN SIMON/picture-alliance/Cover Images

via Cover Media

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