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Justin Timberlake: So ist sein neues Album „Man of the Woods“

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Da ist es nun: Das fünfte, heiß ersehnte Studioalbum „Man of the Woods“ von Pop-Superstar Justin Timberlake (36). Und das gleich vorweg: Es ist kein schnell zugängliches Album. Ja, es ist ambitioniert und durchaus mutig, wirkt aber an vielen Stellen zu gewollt und über weite Strecken überambitioniert – das deuteten die drei vorab Singles aber schon an…

Wo sind die Hits?

So eröffnet die als erstes erschiene Single „Filthy“ das 16-Song-starke Album, das in 66 Minuten versucht, Timberlakes selbst gestecktes Ziel zu erreichen, „den Sound traditioneller amerikanischer Rockmusik mit modernen musikalischen Einflüssen zu kombinieren“. Schon mal mutig, das Album so zu eröffnen. Denn der futuristische Track wabert ziellos umher und ist, in typischer Timbaland-Manier, der im Verbund mit Pharrell Williams‘ (44) Neptunes das Album mitgestaltet hat, völlig überproduziert. Auch die beschwingte Pop-Funk-Nummer „Midnight Summer Jam“ im Anschluss ist schnell überhört. Mundharmonika hin oder her.

Mit „Sauce“ packt Timberlake noch mal eine Schippe Funk drauf. Pro: Wenigstens klingt der Track so, als hätte es eine echte Band eingespielt. Deutlich stärker ist der Titelsong. Hier werden geschickt die Country- und Soul-Einflüsse aus Timberlakes Heimat Tennessee mit einem modernen Beat verwoben. Einen Extra-Punkt gibt es für den schönen Einsatz der Slide-Gitarre. Dennoch: Bis hierhin sucht man einen klaren Hit vergebens.

Schwacher Mittelteil

Danach flacht „Man of the Woods“ sogar noch weiter ab. „Higher Higher“ rauscht völlig unspektakulär vorbei. Die zweite Single „Supplies“ entlockt dem Hörer nur eine Reaktion: gleichgültiges Schulterzucken. Gleiches gilt für „Morning Light“. Hier schafft es nicht mal Alicia Keys (37) den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Die dritte Single „Say Something“ überhebt sich an seinem Anspruch, episch zu sein. Ein reduzierter Beat, ein bisschen Lagerfeuer-Gitarre und ein „großer“ Chor reichen da leider nicht aus, um den blutleeren Refrain aufzuwiegen. Die austauschbare Karohemden-Hymne „Flannel“ überzeugt genauso wenig, wie das altbackene „Montana“ – so 2006.

Hinten raus etwas stärker

„Breeze of the Pond“ macht dann wenigstens wieder Spaß und schafft das, was die meisten Lieder vorher nicht geschafft haben: Es nistest sich hartnäckig in den Gehirnwindungen ein. „Livin‘ Off the Land“ ist hingegen wieder zum Vergessen. Nächster Höhepunkt ist „The Hard Stuff“. Hier funktioniert der Spagat zwischen natürlicher Akustik-Gitarre, synthetischem Beat, Gospel-Anleihen und Timberlakes packender Stimme am besten.

Süß: Bei der abschließenden reinen Pop-Nummer „Young Man“ brabbelt Timberlakes Sohn Silas (2) einige mal „Daddy“ ins Mirko. Erstaunlich, dass sich der Sänger (oder das Management) dazu entschieden hat, einen der besten Tracks als Rausschmeißer zu verbraten.

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