Kinostart "The Social Reckoning": Der wichtigste Film des Jahres?
Der starbesetzte "The Social Reckoning" erzählt die Geschichte hinter den sogenannten Facebook Files. Es dürfte einer der wichtigsten Filme des Jahres werden.
Am 8. Oktober startet mit "The Social Reckoning" eine Art Fortsetzung zum Erfolgsfilm "The Social Network" aus dem Jahr 2010 in den deutschen Kinos. Einiges ist hier anders als beim filmischen Vorgänger, manches bleibt jedoch gleich - und einmal mehr geht es letztlich darum, wie Tech-Konzerne die Welt prägen, in der wir alle leben.
"The Social Reckoning" - darum geht es im neuen Film über Mark Zuckerberg
Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten: Im Jahr 2021 wendet sich die junge, idealistische Facebook-Ingenieurin Frances Haugen (Oscarpreisträgerin Mikey Madison, 27) an Jeff Horwitz ("The Bear"-Star Jeremy Allen White, 35), einen Reporter des Wall Street Journal. Sie enthüllt dem Journalisten allerlei schmutzige Geheimnisse des Meta-Konzerns, unter anderem, welche schädlichen Einflüsse die Nutzung der App Instagram auf die psychische Gesundheit von Teenagerinnen haben kann.
Doch Haugen und Horwitz lassen sich auf ein gefährliches Spiel ein. Meta-Chef Mark Zuckerberg (Jeremy Strong, 47) ist schließlich einer der reichsten Menschen des Planeten - und ein überaus gefährlicher Gegner ...
Ähnlichkeiten und Unterschiede zu "The Social Network"
"The Social Reckoning" wird offiziell nicht als Fortsetzung von "The Social Network" bezeichnet, sondern als "Begleitwerk". Und doch hat der legendäre Autor Aaron Sorkin (65) wie schon bei "The Social Network" wieder das Drehbuch verfasst - und führt diesmal auch Regie. "The Social Network"-Regisseur David Fincher (64) kehrt bedauerlicherweise nicht zurück.
Noch eine Personalie, die gewechselt hat: Trotz großer optischer Ähnlichkeiten zum Porträtierten spielt Jesse Eisenberg (43) dieses Mal nicht Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (42), obwohl sich Sorkin genau ihn laut eigener Aussage beim Verfassen des Skripts vorgestellt hatte.
Doch der Mime erklärte Sorkin, dass er "nicht mehr mit Zuckerberg in Verbindung gebracht werden wollte", wie "IndieWire" berichtet. Er sei in der Vergangenheit sogar an öffentlichen Orten fälschlicherweise für den Facebook-Gründer gehalten worden.
Jeremy Strong dürfte jedoch ein mehr als gleichwertiger Ersatz sein. Im Trailer wirkt der "Succession"-Star nicht nur beunruhigend, sondern ahmt etwa auch formvollendet Zuckerbergs bekannte, beinahe krampfhaft aufrechte Körperhaltung nach. Der erste Oscar könnte hier am Ende der US-Awards-Season zu Buche stehen.
Die Tech-Konzerne dominieren die Welt
Nicht zuletzt der Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. im Januar 2021 soll Frances Haugen bewogen haben, zur Whistleblowerin zu werden. Doch die Welt hat sich seit dem Erscheinen von "The Social Network" im Jahr 2010 gewandelt. Tech-Konzerne sind eindeutig noch sehr viel mächtiger geworden - und unter vielen Menschen auch verhasster.
Diese gewachsene Machtfülle hat auch "The Social Reckoning"-Autor und -Regisseur Aaron Sorkin zu spüren bekommen. So sagte der Drehbuchautor von Filmklassikern wie "Eine Frage der Ehre" gegenüber der "New York Times" über den Entstehungsprozess seines neuesten Werkes: "Unter normalen Umständen würde die Rechtsabteilung des Studios bei einem Film, der auf einem Sachbuch basiert, eine gründliche Prüfung vornehmen. Bei diesem Film beauftragten sie eigens eine externe Anwaltskanzlei mit der rechtlichen Prüfung, um sicherzustellen, dass jede einzelne Angabe, die als Tatsache dargestellt wird, auch tatsächlich der Wahrheit entspricht."
Sorkin bemerkte weiter: "Die Dinge, die ich nicht sagen oder tun konnte, sind quälend." Umso wichtiger scheint es da, dass das weltweite Kinopublikum "The Social Reckoning" nun anschaut, damit weiter eine freie Debatte über Macht und Einfluss der Tech-Konzerne in westlichen Demokratien stattfinden kann.
(lau/spot)