Martin Scorsese wollte Hammer-Horrorfilm drehen, wurde aber abgewiesen

Martin Scorsese wollte einst einen Film für das legendäre britische Horrorstudio Hammer drehen – bekam auf seine Anfrage allerdings nicht einmal eine Antwort.

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Martin Scorsese wollte Hammer-Horrorfilm drehen, wurde aber abgewiesen
Foto: BANG Media International / Famous

Martin Scorsese wollte einst einen Film für das legendäre britische Horrorstudio Hammer drehen – bekam auf seine Anfrage allerdings nicht einmal eine Antwort.

Das hat John Gore enthüllt, dessen Unternehmen Hammer und dessen Filmkatalog 2023 übernahm. Scorsese zählt dank Filmen wie 'Raging Bull', 'Taxi Driver', 'Cape Fear', 'Goodfellas' und 'Shutter Island' zu den einflussreichsten Regisseuren der Kinogeschichte. Hammer wiederum prägte mit seinen Versionen von 'Frankenstein', 'Dracula', 'The Mummy' und zahlreichen weiteren Klassikern über Jahrzehnte das Horror-Genre.

Gore erzählte gegenüber 'Variety', im Archiv des Studios befinde sich tatsächlich ein Brief aus den 1990er-Jahren, in dem Scorsese geschrieben habe: "Ich würde liebend gerne einen Hammer-Film drehen." Die damaligen Verantwortlichen hätten ihm jedoch schlicht nie geantwortet. Dieses Versäumnis würde Gore heute gerne wiedergutmachen. Kürzlich sprach er darüber mit Scorseses langjähriger Weggefährtin und Kostümbildnerin Sandy Powell und fragte sie nach ihrem Rat. Ihre Antwort sei denkbar einfach gewesen: "Antworten Sie einfach auf seinen Brief."

Damit könnte zumindest theoretisch noch Hoffnung auf eine Zusammenarbeit bestehen. Gore hat deutlich gemacht, dass er Neuauflagen und Reboots bekannter Hammer-Franchises und -Figuren grundsätzlich nicht ausschließt. Gleichzeitig weiß er, dass mit den Klassikern des Studios, in denen Stars wie Peter Cushing und Christopher Lee zu sehen waren, behutsam umgegangen werden muss. Ein direktes Remake eines solchen Klassikers könne er sich nur schwer vorstellen.

Interessanter findet Gore beispielsweise Cushings ungewöhnliche Interpretation von Frankenstein. In Filmen wie 'The Evil of Frankenstein' aus dem Jahr 1964 wurde der Wissenschaftler wesentlich finsterer dargestellt als in vielen anderen Versionen der Geschichte. "Cushings Frankenstein ist nie neu verfilmt worden", erklärte Gore. Eine neue Geschichte über einen tatsächlich bösen Frankenstein würde er sich deshalb gerne näher ansehen.

Auch weniger prominente Titel aus dem Hammer-Katalog könnten für Neuauflagen infrage kommen. Gore nannte etwa 'Countess Dracula' aus dem Jahr 1971, in dem eine aristokratische Frau ihre Jugend und Libido wiedererlangt, indem sie im Blut junger Frauen badet. Das Original sei "großartig", zugleich aber kein derart bedeutendes Aushängeschild des Studios, dass ein Remake undenkbar wäre. Eine weitere Möglichkeit wäre 'The Devil Rides Out' aus dem Jahr 1968. Christopher Lee soll die Arbeit an dem Film laut Gore einst als "das furchterregendste Erlebnis" bezeichnet haben.

Scorseses Interesse an Hammer käme jedenfalls nicht überraschend. Bereits 1987 sprach er ausführlich über seine Begeisterung für die Filme des Studios. Als Jugendlicher habe er sofort gewusst, dass ihn etwas Besonderes erwarte, sobald das Hammer-Logo auf der Leinwand erschien. Besonders 'The Curse of Frankenstein' sei mit seiner für die damalige Zeit expliziten Bildsprache "völlig unerwartet" gewesen. Genau dieser Schockeffekt habe die Filme für ihn und seine Freunde so reizvoll gemacht.