Megaloh (40) muss niemandem mehr etwas beweisen. Der Rapper ('Monoton') mag zwar nicht zu den Superstars im deutschen HipHop zählen, doch im Laufe seiner Karriere hat der Musiker gelernt, viele Selbstverständlichkeiten seiner Szene zu hinterfragen.

Es geht auch ohne abwertende Worte

"Ich habe manchmal den Eindruck, dass sich die deutsche Rap-Szene nur für Gucci und Prada interessiert", klagte der Star im 'Dein Spiegel'-Kinder-Interview. "Sie reden nur über diese teuren Klamottenmarken oder ihre neuen Autos." Dabei kämen die Inhalte viel zu kurz. Auch der Frauenfeindlichkeit in vielen Rap-Tracks kann der Berliner nichts abgewinnen — oder vielmehr nicht mehr. "Als ich jünger war, habe ich selbst solche Texte geschrieben", gestand der Musiker. "Im Rap haben wir vieles aus den USA übernommen, auch abwertende Wörter. Ich dachte früher: Das gehört dazu, und wenn ich diese Wörter verwende, bin ich cool."

Megaloh fährt lieber Bahn

Die Phase zwanghaften Coolseins hat er schon lange hinter sich. Er machte sich Gedanken, so Megaloh, wie die Texte auf Frauen oder Kinder wirken könnten. "Mittlerweile geht es mir mehr darum, mit meinen Texten anderen aus der Seele zu sprechen, als selbst besonders cool rüberzukommen." In der Branche ist aber nach wie vor vor allem das Image wichtig: "In der Musik-Industrie zählt nicht unbedingt die Fähigkeit, gut zu rappen, sondern eher die Fähigkeit, sich gut zu vermarkten."

Ungewöhnlich für einen Rapper macht er sich dann auch wirklich nichts aus dicken Schlitten, wie er vor einigen Monaten im Gespräch mit dem 'Tagesspiegel' gestand: Megaloh nutzt in der Hauptstadt fleißig die öffentlichen Verkehrsmittel. "Man belastet die Umwelt nicht und kommt in Berlin überall gut hin", so der Rapper. "Mit dem Auto stehen die Leute im Stau, stressen sich, sind genervt. Ich kenne genügend davon. Die wären ohne Auto entspanntere Menschen", glaubt Megaloh.

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