Millionenforderung: Märtha Louise und Durek Verrett ziehen vor Gericht
Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett haben in den USA eine umfangreiche Klage eingereicht. Im Visier stehen Menschen, die Verrett einst nahestanden, darunter seine Halbschwester. Die geforderte Summe ist enorm.
Prinzessin Märtha Louise (55) und Durek Verrett (51) ziehen vor ein US-amerikanisches Gericht. Wie die norwegische Zeitung "VG" berichtet, hat das Paar beim Los Angeles County Superior Court Klage gegen vier Privatpersonen eingereicht. Es geht vor allem um Verleumdung und um Verstöße gegen Verschwiegenheitsvereinbarungen. Die Forderungen summieren sich auf mehr als 80 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 71 Mio. Euro).
Die Klageschrift liegt dem Blatt vor und ist auf den 14. September datiert. Unterzeichnet haben sie die Prinzessin, Verrett und dessen US-Firma Ohana Productions LLC. Die Beklagten stammen alle aus Verretts früherem Umfeld: seine Halbschwester, eine Person, mit der er einst liiert war, ein ehemaliger Manager und Geschäftspartner sowie ein früherer Freund und Geschäftspartner. Hinzu kommen zehn bislang nicht identifizierte Personen oder Akteure.
"Ein kalkulierter Vertrauensbruch"
Gleich im ersten Satz der Gerichtsunterlagen schlagen die Kläger einen scharfen Ton an: "Dieser Fall wurde durch einen kalkulierten Vertrauensbruch ausgelöst." Die Beklagten hätten falsche und schädliche Behauptungen über das Paar verbreitet. Zwei von ihnen sollen zudem gegen Verschwiegenheitsvereinbarungen verstoßen haben, eine Praxis, die Verrett früher selbst verteidigt hat.
Die Kläger bringen die Vorwürfe mit einer Phase schwerer persönlicher Rückschläge in Verbindung. "Kurz gesagt begannen die anhaltenden verwerflichen Handlungen der Beklagten vor mehreren Jahren und setzten sich bis in die Jahre 2025 und 2026 fort und eskalierten", heißt es in der Klage. "In diesem Zeitraum erlebten die Kläger erhebliche gesundheitliche und persönliche Belastungen, darunter Verretts schweres Nierenversagen, die Dialysebehandlung, seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand und die kürzliche Nierentransplantation sowie den jüngsten Verlust ihres Vaters durch Prinzessin Märtha Louise."
Einnahmen um bis zu 96 Prozent eingebrochen
Spürbar seien die Folgen vor allem finanziell. Laut Klageschrift seien die Einnahmen aus einigen Bereichen von Verretts Geschäft um bis zu 96 Prozent gesunken. Bezahlte Vorträge gebe es praktisch nicht mehr, außerdem seien ihm TV-, Sponsoren- und Geschäftsmöglichkeiten entgangen. Auch Märtha Louise habe an kommerziellem Wert eingebüßt und erhalte weniger berufliche Angebote.
Die Forderungen verteilen sich auf mehrere Posten. Verrett verlangt mehr als 30 Millionen Dollar, die Prinzessin mehr als 20 Millionen, Ohana Productions ebenfalls mehr als 30 Millionen. Einige Ansprüche könnten sich überschneiden. Selbst im günstigsten Fall kämen nach Berechnung von "VG" aber noch umgerechnet rund 28 Millionen Euro zusammen.
Märtha Louises Managerin Carina Scheele Carlsen bestätigte die Klage gegenüber der Zeitung und verwies auf die US-Anwälte des Paares. Einer von ihnen, Richard Roth, erklärte: "Der Ruf unserer Mandanten wurde jahrelang von der Öffentlichkeit beurteilt. Jetzt sollen die Fakten vor einem Gericht geprüft werden."
Skandinavische Boulevard-Zeitschrift spielt zentrale Rolle
Mehrere der beanstandeten Aussagen waren in der norwegischen Wochenzeitschrift "Se og Hør" erschienen. Verrett hatte sich im Frühjahr 2025 beim Presserat PFU über die Veröffentlichung eines Nacktfotos und von Missbrauchsvorwürfen beschwert. Das Blatt wurde in beiden Fällen gerügt. Beim Missbrauchsfall wog für den Presserat schwer, dass die gravierenden Vorwürfe auf nur einer Quelle beruhten. Der damalige Chefredakteur zeigte sich besorgt: "Das könnte sich als großer und dramatischer Rückschlag für Einzelpersonen erweisen, die grenzüberschreitendem Verhalten ausgesetzt sind."
Der heutige Chefredakteur Niklas Kokkinn-Thoresen reagierte gegenüber "VG" auf die Klage: "Ich habe den Fall gerade gesehen und finde es eine aufsehenerregende und besondere Entwicklung, vor allem so kurz nach dem Thronwechsel. Es wird sehr interessant sein, die Grundlage für die Klage des Paares zu sehen."
Klage nach Trauerfällen im Königshaus
Eingereicht wurde die Klage fünf Tage nach der Beerdigung von Märtha Louises Vater, König Harald (1937-2026) und drei Tage nach dem Tod von Prinzessin Astrid von Norwegen (1932-2026). Das Paar selbst nennt den Zeitpunkt unglücklich. "Auch wenn die Kläger diese Zeit unter normalen Umständen lieber ihrer Gesundheit, ihrer Familie, der Trauer und der Erholung gewidmet hätten, wird der Zeitpunkt der Einreichung dieser Klage von geltenden rechtlichen Fristen bestimmt", heißt es in den Unterlagen. Man müsse zu diesem Zeitpunkt handeln, um die eigenen Ansprüche zu wahren.
Die Klageschrift umfasst samt Anhängen 242 Seiten. Die Kläger verlangen, dass alle Ansprüche und Fragen, die von einer Jury verhandelt werden können, in einem Geschworenenprozess entschieden werden. Laut Terminliste des Gerichts ist für Dezember ein Planungstermin in Los Angeles angesetzt. Verretts Halbschwester wollte sich gegenüber "VG" nicht äußern, die übrigen drei Beklagten versuchte die Zeitung zu erreichen.
(ili/spot)