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Nach dem Fall Boris Becker: Haben Sportstars kein Gefühl für Geld?

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Die Worte müssen dem Tennishelden wie Donner in den Ohren gedröhnt haben: „Man hat den Eindruck, er sei ein Mann, der seinen Kopf in den Sand steckt“, sagte Richterin Christine Derrett über Boris Becker (49). Ein britisches Gericht hatte den Deutschen für „zahlungsunfähig“ erklärt. Becker dementierte sofort die ihm unterstellte Zahlungsunfähigkeit. Der Londoner Anwalt John Briggs hatte jedoch vor Gericht gesagt, dass sein Mandant beim Thema Finanzen „nicht besonders gebildet“ sei.

Woran liegt es, dass erfolgreiche Sportstars nach ihrer Karriere in Finanznöte geraten? Einige Vermögensverwalter glauben, dass es viele Spitzensportler einfach nicht gelernt haben, mit ihren millionenschweren Einkünften umzugehen. Während ihrer aktiven Zeit kümmern sich Manager um alles, danach sind sie auf sich alleingestellt – mit zum Teil verheerenden Folgen. Diese Stars hat es erwischt:

Björn Borg

Der Schwede Björn Borg (61) ist eine Tennislegende. Fünf Mal gewann er hintereinander das Turnier von Wimbledon, über zwei Jahre war er die Nummer eins der Weltrangliste. Nach seinem Karriereende wurde sein Vermögen auf 80 Millionen Dollar geschätzt. Borg versuchte sich als Geschäftsmann und musste 1996 in Schweden Insolvenz anmelden. Mittlerweile hat sich der 61-Jährige wieder wirtschaftlich berappelt, seine Geschäfte – unter anderem in der in der Modebranche – laufen gut.

Goran Ivanisević

Tennisspieler Goran Ivanisević (45) hatte wie Boris Becker einen gefürchteten Aufschlag. 2005 meldete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Der kroatische Tennisstar ist pleite. Nachdem er alle Investitionen in seinem Heimatland in den Sand gesetzt habe, stehe er vor dem privaten Bankrott, sagte der Wimbledon-Sieger von 2001.“ Ivanisević führte einen Teil seines wirtschaftlichen Misserfolgs auf die weit verbreitete Korruption im Lande zurück. „Ich habe niemanden bestochen, und im Baugeschäft in Kroatien kann man nicht einmal eine Hundehütte errichten ohne Bestechungsgelder“, begründete er seine Verluste im Bausektor.

Claudia Kohde-Kilsch

Die aus Saarbrücken stammende Claudia Kohde-Kilsch (53) erreichte 1985 mit Rang vier ihre höchst Platzierung in der Tennisweltrangliste. Am Ende ihrer Karriere war ihr verdientes Geld komplett weg. 2011 erzählte sie im Interview mit dem „SZ Magazin“, dass sie Insolvenz angemeldet habe. „Die Millionen waren schon weg, als ich 1999 meine Karriere beendete. Ich musste damals feststellen, dass mein Stiefvater, der immer auch mein Manager war, fast nichts übrig gelassen hat.“ Der Fall landete schließlich vor Gericht.

Eike Immel

Der ehemalige Fußballer Eike Immel (56) geriet mit Immobilien, Steuersparmodellen, Autos und seiner Wettleidenschaft in einen gefährlichen Strudel. 2007 musste er Privatinsolvenz anmelden. Im „ZDF“ sprach Immel (56) darüber, wie maßlos das Ausgabeverhalten auch nach seinem Karriereende weiterging. Dabei erzählte er von einer Shoppingtour mit einer Frau in der Düsseldorfer Innenstadt. In einer Nobel-Boutique hatte diese eine passende Jeans gefunden, die eine vierstellige Summe kostete. Da sich Immels Begleitung nicht auf eine Farbe festlegen konnte, wurde das Jeansmodell in jeder verfügbaren Farbe gekauft.

Mike Tyson

Der ehemalige Boxweltmeister im Schwergewicht, Mike Tyson (50), besaß nach seinem Karriereende ein Vermögen von etwa 500 Millionen Dollar. Er schmiss sein Geld jedoch buchstäblich zum Fenster raus. Einige Beispiel: Innerhalb einer Stunde kaufte er für Freunde Schmuck im Wert von einer halben Million Dollar. Auf seinem Anwesen hielt er sich vier bengalische Tiger. Sein Absturz war brutal: Er wurde wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und musste Insolvenz anmelden. Er soll Schulden in Höhe von 350 bis 400 Millionen Dollar gehabt haben.

Evander Holyfield

Die amerikanische Boxlegende Evander Holyfield (54) hat im Ring über 230 Millionen Dollar verdient. Nach dem Gewinn des Schwergewichts-Titels ließ er sich ein Haus bauen – mit 109 Zimmern, 5.300 Quadratmetern Wohnfläche und zwei Bowlingbahnen. Dann geriet er in Finanznöte. Sein riesiges Anwesen südlich von Atlanta im US-Bundessstaat Georgia wurde im Juli 2012 für 7,5 Millionen Dollar zwangsversteigert. Er versteigerte einst sogar seine olympische Medaille sowie seinen Weltmeistergürtel, um an Geld zu kommen.

Scottie Pippen

Der frühere Basketballstar der Chicago Bulls, Scottie Pippen (51), gewann mit Michael Jordan (54) eine Meisterschaft nach der anderen. Pippen scheffelte viele Millionen – und verlor über 120 Millionen Dollar mit Investitionen in gescheiterte Geschäftsideen.

Allen Iverson

Basketballstar Allen Iverson (42) verdiente in seiner NBA Karriere fast eine Milliarde Dollar, aber er galt schon in seinen letzten aktiven Jahren als pleite. Seine Konsumsucht ist ebenso legendär wie seine sportlichen Erfolge. So soll er beim Nobel-Juwelier Aydin & Company allein für ein einziges Schmuckstück eine Rechnung von fast einer Million offen haben. Nach einer Studie einer US-Universität stehen selbst von den Großverdienern der amerikanischen Basketball-Liga NBA 70 Prozent sieben Jahre nach ihrem Karriereende vor der Insolvenz.

Der Deutsche Detlef Schrempf (54) war 17 Jahre in der besten Basketball-Liga der Welt aktiv. Für ihn kommen diese Zahlen nicht überraschend. „Sie haben alle eine Familie und Entourage. Ich war mit Spielern zusammen, die fünf ihrer Freunde im selben Hotel hatten, die alle erste Klasse geflogen sind“, sagte Schrempf einst in einem Interview. „Das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Neben Naivität, falschen Freunden und Beratern sowie teilweise aberwitzigen Investments gehört offenbar auch Spielsucht zu den Hauptursachen für den ökonomischen Abstieg.

Dennis Rodman

Dennis Rodman (56) war in der NBA einer der ganz Großen. In seinen 14 Profijahren hat er ein dreistelliges Millionenvermögen erwirtschaftet. Dann folgte der Absturz: drei gescheiterte Ehen, Haftstrafen (wegen Alkohol am Steuer, Prügeleien), Alkoholismus, Finanznöte. Zuletzt konnte er den Unterhalt für seine Kinder nicht mehr bezahlen.

Insider führen den exzessiven Umgang vieler NBA-Stars auch auf den Konkurrenzkampf außerhalb des Spielfeldes zurück. „Für viele waren ihre Diamanten-Kettchen der einzige Weg, zu zeigen, dass sie erfolgreich sind“, erklärte einst Ex-NBA-Profi Jamal Mashburn (44).

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