Neuer Franken-"Tatort" lockt fast acht Millionen vor den Fernseher
Rosalie Thomass hat ihren ersten Fall im Franken-"Tatort" hinter sich. Der Krimi "Gottesgarten" ließ die Konkurrenz am Sonntagabend weit hinter sich.
Der Franken-"Tatort: Gottesgarten" war am Sonntag die meistgesehene Sendung im deutschen Fernsehen. Im Schnitt verfolgten 7,97 Millionen Menschen den Krimi zur besten Sendezeit im Ersten. Das geht aus den vorläufigen Daten der AGF Videoforschung hervor. Dies entsprach einem Marktanteil von 32,1 Prozent.
Für Rosalie Thomass (39) war es eine Premiere. Die 39-Jährige ermittelt als Emilia Rathgeber nun an der Seite von Fabian Hinrichs, der seit Jahren Kommissar Felix Voss spielt. Auch beim jüngeren Publikum kam ihr Einstand gut an: In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte der "Tatort" laut AGF 0,98 Millionen Zuschauer und 20,3 Prozent Marktanteil. Kein anderes Programm am Abend lockte mehr junge Leute vor den Bildschirm. Lediglich die "Tagesschau" davor kam in dieser Altersgruppe auf eine höhere Reichweite (1,1 Millionen; 24,9 Prozent).
Wie lief es bei der Konkurrenz?
Die Konkurrenz hatte gegen den Krimi keine Chance. Stärkster Verfolger war um 20:15 Uhr die ZDF-Reihe "Dr. Nice" mit 3,56 Millionen Zuschauern und 14,3 Prozent Marktanteil. Das entspricht nicht einmal der Hälfte der "Tatort"-Reichweite. Das anschließende "heute journal" steigerte sich auf 3,69 Millionen.
Bei den Privatsendern blieben die Werte deutlich niedriger. Sat.1 erreichte mit dem Film "Das perfekte Geheimnis" bei den 14- bis 49-Jährigen 0,37 Millionen Zuschauer und 8,2 Prozent Marktanteil. ProSieben landete mit "Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)" in dieser Zielgruppe bei 0,31 Millionen und 7,7 Prozent.
Im Anschluss an den "Tatort" zeigte das Erste die beiden letzten Folgen der Serie "Das Vergessen - Spurlos im Moor". Sie liefen auf dem Sendeplatz, auf dem sonst Caren Miosga talkt. Die fünfte Episode verfolgten laut "DWDL" 2,95 Millionen Menschen bei 15,6 Prozent Marktanteil. Das Finale fiel auf 2,29 Millionen, steigerte den Marktanteil aber leicht auf 16,7 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen lief es für die Serie laut "DWDL" dagegen mau. Hier kamen die beiden Folgen nur auf 4,6 und 4,2 Prozent.
Ein Brief gegen die Nervosität
Den Wechsel ins Franken-Team erlebte Thomass nach eigenen Worten als ungewöhnlich herzlich. "Ich hatte überhaupt keine Außenseitergefühle", sagte sie im Interview mit spot on news. Besonders berührt habe sie eine Geste von Regisseur Dustin Loose. Als sie in der Nacht vor dem ersten Drehtag spät in ihrer Pension in Oberfranken ankam, lag ein Brief von ihm auf ihrem Zimmer. "Dieser Brief hat mir ein bisschen den Schrecken vor dem ersten Tag genommen", erzählte die Münchnerin.
Ihren ersten Fall hatte Thomass zwar schon bei einem Festival auf der Kinoleinwand gesehen. Auf die Ausstrahlung im Fernsehen wollte sie trotzdem nicht verzichten und plante eine kleine Watchparty mit Freundinnen. Sie sei da "ziemlich old-fashioned", verriet sie, weil sie aus einer Generation stamme, in der es feste Fernsehzeiten gab.
(jom/spot)