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Oprah Winfrey: Das Gegengift für Trump?

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Eine Königin ist sie schon lange. Eine ungekrönte zwar, dafür aber eine weltweite. Oprah Winfrey (63, „Der Butler“) ist die unangefochtene Queen aller Talkshows, lautet das Urteil der internationalen Medien in seltener Einigkeit. Sie ist klug und clever, attraktiv und gebildet, einfühlsam und überzeugend. Sie ist steinreich. Ist sie auch die künftige Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika?

Das mächtigste Land der Welt befindet sich seit einigen Tagen in einem regelrechten Oprah-Winfrey-Rausch. Eine Umfrage von „Rasmussen Reports“, ein konservatives Meinungsforschungsinstitut, ergab sensationelle Werte für Oprah Winfrey: Wären heute schon Wahlen, würden 48 Prozent der Befragten für Winfrey stimmen. Lediglich 38 Prozent wären für den amtierenden Präsidenten Donald Trump (71).

Offenbar hat der die USA intellektuell und moralisch derart ausgetrocknet, dass die meisten Amerikaner nach jeder sprichwörtlichen Quelle der Zuversicht gieren. „Gott, wir brauchen Leidenschaft und Spannung“, sagte die Demokratin Gilda Cobb-Hunter, eine populäre Abgeordnete im Abgeordnetenhaus von South Carolina, wie die „Washington Post“ zitierte. „Ich weiß, es ist derzeit nur eine Mutmaßung, aber ich würde sie fragen, es ernsthaft zu erwägen. Wenn uns irgendjemand zusammenbringen kann, dann sie.“

Und die berühmte Schauspielerin Meryl Streep fordert laut „Vanity Fair“: „Ich will, dass sie antritt. Sie hat keine andere Wahl mehr.“

Lob aus allen Lagern

Dabei hat Oprah Winfrey nur eine Rede gehalten, allerdings eine gewaltige. Nachdem ihr bei den Golden Globes am vergangenen Sonntag der Cecil-B.-DeMille-Preis für ihr Lebenswerk verliehen worden war, bedankte sich Winfrey so leidenschaftlich und mitreißend, dass ihre Worte als Kampfansage an Donald Trump gewertet wurden. Sogar die Trump-Tochter Ivanka sprach von einer „starken und inspirierenden“ Rede.

„Oprah Winfrey ist Lifestyle-Guru, Talkshow-Moderatorin, Schauspielerin, kulturelle Instanz, ja Institution – wieso also nicht auch noch Präsidentin? Sie ist, das bestätigten Demoskopen sogleich, sehr beliebt, viel beliebter als der Mann, den sie 2020 herausfordern würde. Sie hat eine uramerikanische Aufstiegsgeschichte vorzuweisen, während er nur eine potemkinsche Version des amerikanischen Traums verkauft. Er verkauft Alphagehabe, sie Empathie. Er behauptet, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, sie verdient seit Jahrzehnten Geld damit“, schreibt „Die Zeit“. Und faz.net, das Onlineportal der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, titelt: „Wunderwaffe gegen Trump?“

Sie stammt aus einfachsten Verhältnissen und wurde in Kosciusko im US-Bundesstaat Mississippi als uneheliches Kind minderjähriger Eltern geboren. In ihrer Geburtsurkunde steht der altbiblische Name Orpah, aus dem später das Markenzeichen Oprah wurde. Im Alter von neun Jahren wurde sie sexuell missbraucht, mit 14 wurde sie schwanger, das Kind starb kurz nach der Geburt.

Sie gibt nie auf

Diese Verhältnisse, die eigentlich den sozialen Untergang bedeuten, hat Winfrey mit der ihr eigenen Power überwunden. Sie übernahm 1984 die erfolgreichste Talkshow des US-Fernsehens. 2006 hatte ihre wöchentliche Show 21 Millionen Zuschauer in 105 Ländern. 2011 stellte sie das Format ein. Mit ihrem Produktionsunternehmen Harpo Productions liefert sie zahlreiche erfolgreiche TV-Formate für den amerikanischen Markt.

Die Amerikaner nennen die Schauspielerin, Moderatorin und Unternehmerin nur beim Vornamen. Sie ist den Bürgern vertraut und extrem beliebt. Eine amerikanische Ikone, die sich aus ärmsten Verhältnissen hochgearbeitet hat. Die sich für Frauenrechte und gegen Rassismus einsetzt und das Verströmen von Zuversicht zu ihrem Markenzeichen gemacht hat. „Eine große Versöhnerin gegen den Spalter Trump – unter diesem Motto könnte ihr Wahlkampf laufen“, schreibt die „Zeit“.

Der liberale Teil Amerikas, den die Präsidentschaft Donald Trumps traumatisiert hat, sehnt seit über einem Jahr eine Erlöserfigur wie Winfrey herbei. Doch besitzt der Showstar, der den Showstar im Weißen Haus ablösen soll, überhaupt die Qualifikation für das mächtigste Amt der Welt?

Für Oprah Winfrey spricht:

Sie engagiert sich seit langem sozialpolitisch, etwa für die Rechte von Kindern, für Bildungsprogramme in Südafrika oder für die Opfer des Hurrikans „Katrina“.

Sie ist bei liberalen schwarzen Demokraten in New York wie bei weißen Republikanern im Mittleren Westen gleichermaßen beliebt. Weil jeder Amerikaner sie zu kennen glaubt, könnte sie eine Identifikationsfigur sein, hinter der sich das demokratische Amerika nach Obama wieder versammeln kann.

Sie hat Charisma. Ihre Ansprache bei den Golden Globes war ein bombastisch-optimistischer Höhepunkt, der an Reden von Martin Luther King Jr. erinnerte.

Sie hat Geld. Mit einem eigenen Pay-Kanal, einem Magazin, einer Produktionsfirma und anderen Einnahmequellen wurde sie steinreich. Ihr Vermögen wurde vom Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf 2,8 Milliarden Dollar geschätzt. Somit dürfte sie noch reicher als Donald Trump sein. Und im Gegensatz zu ihm hat sie sich ihren Reichtum selbst erarbeitet.

Gegen eine Präsidentschaftskandidatur spricht:

Winfrey müsste alle ihre medialen Unternehmen aufgeben, das können sich selbst Freunde von ihr nur schlecht vorstellen.

Mit ihr käme erneut ein politischer Amateur ins Amt. Vermutlich wollen die Demokraten einen erfahrenen Politiker ins Rennen schicken.

Man weiß nicht, ob Oprah Winfrey überhaupt kandieren will. Sie selbst hat sich dazu überhaupt noch nicht geäußert.

Der amtierende Präsident Donald Trump hält die Journalistin schon lange für eine fähige Kandidatin. Bereits 1999 sagte er in einem CNN-Interview, sollte er jemals Präsident werden, wäre sie seine erste Wahl als Vizepräsidentin. Über eine möglichen Gegenkandidatin meint er: „Oprah würde richtig Spaß machen.“ Dann fügt er in seiner üblichen Lautsprechermanier hinzu: „Ich würde gewinnen.“

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