Personalnot in Norwegen: Bleibt alles an König Haakon hängen?

Die Staatstrauer in Norwegen endet, doch König Haakon blickt auf schwierige Monate. Mette-Marit fällt bis nächsten Sommer aus, Ingrid Alexandra studiert ab Februar wieder in Australien. Norwegische Medien sprechen bereits von einer "Bemannungskrise" im Palast.

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Norwegens König Haakon muss zahlreiche Termine bewältigen - weitgehend allein.
Norwegens König Haakon muss zahlreiche Termine bewältigen - weitgehend allein. Foto: imago/PPE

König Haakon (53) steht als neuer Monarch Norwegens vor einer besonderen Herausforderung: In seinem Königshaus wird es in den kommenden Monaten personell eng. Während seine Ehefrau Königin Mette-Marit (53) nach einer Lungentransplantation weiter in Rehabilitation ist, soll Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) im Februar zum Studium nach Australien zurückkehren. Und auch Haakons Mutter, Königin Sonja (89), kann nur einen Teil der Aufgaben übernehmen.

Am 9. Oktober endet die Hoftrauer, die Haakon nach dem Tod seines Vaters König Harald (1937-2026) Ende August angeordnet hatte. Danach soll laut einer offiziellen Mitteilung des Palasts das offizielle Programm schrittweise wieder aufgenommen werden. Größere Auslandsreisen und Staatsbesuche sind im Herbst und Winter allerdings zunächst nicht geplant.

Für Haakon bedeutet das trotzdem viel Arbeit. Der Palast kündigt für ihn unter anderem Besuche zu Themen wie Demokratie, Natur und Umwelt, Wirtschaft, Verteidigung und gesellschaftliche Teilhabe an. Gleichzeitig müssen die Folgen des Thronwechsels organisatorisch bewältigt werden.

Mette-Marit fällt vorerst aus

Besonders schwierig ist die Situation, weil Mette-Marit bis zum kommenden Sommer voraussichtlich keine offiziellen Termine wahrnehmen wird. Die 53-Jährige befindet sich weiterhin in Rehabilitation nach ihrer Lungentransplantation. Der Palast nennt ausdrücklich die Zeit bis zum nächsten Sommer als Zeitraum, in dem sie grundsätzlich kein offizielles Programm haben soll.

Kronprinzessin Ingrid Alexandra kann ihren Vater dagegen derzeit unterstützen. Sie nimmt bis zu ihrer Rückkehr nach Australien im Februar an einzelnen offiziellen Terminen teil. Erst kürzlich begleitete sie Haakon bei der feierlichen Eröffnung des norwegischen Parlaments.

Doch danach wird die Personaldecke noch dünner. Laut "Dagbladet" bleiben dann im Wesentlichen nur Haakon und seine 89-jährige Mutter Sonja als arbeitende Mitglieder des Königshauses im Land. Prinz Sverre Magnus (20) studiert derzeit in Lissabon.

"Haakon kann nicht für alle arbeiten"

Das norwegische Boulevardblatt spricht deshalb bereits von einer "Bemannungskrise". "Das wird hart für Haakon", sagt "Dagbladet"-Kommentatorin Sigrid Hvidsten. Sie stellt unter anderem die Frage, wer einspringen könnte, wenn der König krank würde, während Ingrid Alexandra auf der anderen Seite der Welt studiert.

Eine andere Königshaus-Expertin bewertet die Situation allerdings weniger dramatisch. Caroline Vagle von "Se og Hør" betont, dass Ingrid Alexandras Studium seit Langem Priorität habe und die Familie offenbar weiterhin hinter diesem Plan stehe. Zudem könne die Kronprinzessin im Sommer nach Norwegen zurückkehren und im Notfall auch früher einspringen.

(ncz/spot)