Politische Spaltung: Nick Wilder verkauft US-Ranch

Fast 30 Jahre lang war die Ranch in Montana das US-Zuhause von Nick Wilder und Christine Mayn. Jetzt soll das Anwesen verkauft werden. Ein Grund dafür ist die politische Spaltung des Landes, die der Schauspieler auch im eigenen Bekanntenkreis beobachtet.

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Nick Wilder will seine Ranch in Montana verkaufen.
Nick Wilder will seine Ranch in Montana verkaufen. Foto: imago/Susanne Hübner / Susanne Hübner, Susanne Huebner

Nick Wilder (73) und seine Ehefrau Christine Mayn trennen sich von ihrem Anwesen in Montana. Rund acht Hektar Land mit Blick auf die Rocky Mountains, fast 30 Jahre Lebenszeit: Das war lange der amerikanische Teil im Leben des ehemaligen "Traumschiff"-Schauspielers. Neben veränderten privaten Umständen nennt Wilder in einem Interview mit "t-online" vor allem einen Grund für den geplanten Verkauf: die politische Spaltung des Landes.

Patrioten bevorzugt

Wie weit diese Spaltung reicht, bekam er nach eigener Aussage bei Umbauarbeiten an seiner Villa zu spüren. Er bat einen befreundeten Amerikaner um Unterstützung und erhielt eine Absage, die ihn bis heute beschäftigt. "Ich habe eine Vielzahl von patriotischen Freunden, die auch meine Hilfe benötigen - diese werde ich bevorzugen", habe der Mann geantwortet.

"Für mich war das ein sehr persönliches Beispiel dafür, wie tief die politische Spaltung inzwischen bis in langjährige Beziehungen hineinreichen kann", sagt er.

Mit Blick auf die Wahlen zum Repräsentantenhaus Anfang November schauen Wilder und Mayn mit Sorge auf die Entwicklung. Beide fürchten, dass demokratische Institutionen und Freiheiten unter Druck geraten, die für sie immer zum Selbstverständnis der USA gehörten. Rücke das Land "politisch noch weiter nach rechts", wollen sie "nicht mehr dauerhaft in Amerika leben".

Eine Rolle spielt dabei Wilders Familiengeschichte. Im Roman "Vaterliebe", den er mit dem amerikanisch-jüdischen Co-Autor Richard Opper schrieb, setzt er sich mit seinem 1998 gestorbenen Vater auseinander: Der war früh der SA beigetreten und diente später in der Waffen-SS. Umso genauer registriert Wilder, was er heute in seiner Wahlheimat sieht - Hakenkreuzflaggen, Hitlergruß und eine Zunahme von antisemitischen Vorfällen. "Das erschüttert mich zutiefst und widerspricht allem, wofür ich stehe", so Wilder.

Kaufpreis: 79.999 Dollar

Ende der 1990er Jahre hatte Wilder das Grundstück gekauft, das früher zu einer Pferderanch gehörte. Es kostete laut "t-online" exakt 79.999 US-Dollar und wurde über die Jahrzehnte immer weiter ausgebaut. Heute möchte Wilder fast vier Millionen US-Dollar, wie im Angebot auf der Makler-Website zu sehen ist. Das Haus bewirbt er unter anderem mit einem KI-Video auf YouTube.

Wirtschaftliche Gründe stehen hinter dem Verkauf nach Angaben des Paares nicht, man handle "nicht aus wirtschaftlicher Not".

"Jetzt darf ein neues Kapitel beginnen"

Dass die Ranch nicht in der Familie bleibt, hat einen einfachen Grund: Wilder und Mayn sind seit 25 Jahren verheiratet und haben keine Kinder. "Hätten wir Kinder, dann würden wir es nicht verkaufen", räumt er ein. "Aber unser Leben ist anders verlaufen. Jetzt wollen wir frei sein für das, was noch kommt."

Noch einmal würde Wilder den Sprung über den Atlantik nicht wagen: "Die Voraussetzungen, heute in Amerika als Europäer Fuß zu fassen, sind deutlich schwieriger." Bitter klingt er deswegen nicht. "Wir haben diesen Traum fast 30 Jahre lang gelebt und sind dankbar für viele Freundschaften, für Tausende Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, für diese Weite und die unberührte Natur. Jetzt darf ein neues Kapitel beginnen."

(mia/spot)