Polizeiaufsichtsbehörde überprüft Umgang mit Brief über Thomas Markle
Ein Brief mit schweren Anschuldigungen gegen Thomas Markle ging 2019 bei Scotland Yard ein - doch die Polizei leitete ihn nur an das Büro von Meghan und Harry weiter, nicht an zuständige Ermittler. Nun überprüft sich die Metropolitan Police selbst.
Die britische Polizei muss sich wegen ihres Umgangs mit schwerwiegenden Vorwürfen gegen Thomas Markle (82), den Vater von Herzogin Meghan (45), überprüfen lassen. Die Metropolitan Police hat sich selbst an die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde IOPC verwiesen. Im Mittelpunkt steht ein Brief aus dem Jahr 2019, in dem Anschuldigungen gegen Markle erhoben worden sein sollen. Die Polizei hatte das Schreiben zwar an Meghan und Prinz Harry (42) weitergeleitet, die Informationen jedoch nicht an zuständige Behörden im Ausland übermittelt.
Das teilte die Metropolitan Police am Donnerstag (29. Oktober) in einer offiziellen Stellungnahme mit. Eine interne Überprüfung habe Fragen zu den damaligen Entscheidungen aufgeworfen. Die IOPC soll nun prüfen, ob weitere Schritte notwendig sind. Außerdem will die Polizei die Vorwürfe an zuständige Stellen im Ausland weitergeben. Dieser Prozess sei bereits angelaufen.
Brief ging 2019 bei der Polizei ein
Der Brief war im Januar 2019 bei einer Spezialeinheit der Londoner Polizei eingegangen, die sich mit möglichen Bedrohungen für Mitglieder des Königshauses und andere prominente Personen befasst. Der Absender habe angegeben, auf Sicherheitsbedenken bezüglich Meghan aufmerksam machen zu wollen. Tatsächlich habe das Schreiben jedoch keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung enthalten, sondern mehrere Anschuldigungen zu mutmaßlichen Straftaten außerhalb Großbritanniens, erklärte die Polizei. Sie habe den Brief deshalb an das Büro von Meghan und Harry weitergegeben. Die Einzelheiten seien damals nicht mit anderen Ermittlungsbehörden geteilt worden.
Wie der "Guardian" berichtet, konnte die Metropolitan Police das Original des Briefes in ihren eigenen Unterlagen nicht mehr finden. Meghan stellte der Polizei auf Anfrage eine Kopie zur Verfügung. Auch ITV News konnte das mehrseitige handgeschriebene Schreiben einsehen, veröffentlichte die konkreten Anschuldigungen jedoch nicht.
Ermittlungen auf den Philippinen
Der Fall steht im Zusammenhang mit Ermittlungen auf den Philippinen. Dort untersuchen Behörden Vorwürfe, wonach sich in einem früheren Zuhause von Thomas Markle mutmaßliches Material mit Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder befunden haben soll. Meghans Halbbruder Thomas Markle Jr. hatte nach eigenen Angaben entsprechende Funde gemeldet. Thomas Markle bestreitet die Vorwürfe und bezeichnete sie als "kranke Lügen".
Herzogin Meghan hatte sich öffentlich zu dem Brief geäußert. Sie sei durch die darin enthaltenen Anschuldigungen "zutiefst erschüttert", erklärte sie. Die Entscheidung, den Kontakt zu ihrem Vater abzubrechen und ihn nicht in das Leben ihrer Kinder einzubeziehen, habe sie zum Schutz ihrer Familie getroffen.
(ncz/spot)