Ridley Scott skizziert seine Filme noch immer auf Papier
Der Regisseur verrät überraschende Details zu seiner Herangehensweise ans Filmemachen.
Ridley Scott entwirft seine Filme nach wie vor auf Papier.
Der 'Gladiator'-Regisseur führt diese Arbeitsweise auf seine Zeit als Kunststudent zurück. Scott studierte zunächst Design und Malerei am West Hartlepool College of Art und anschließend Grafikdesign am Royal College of Art (RCA) in Großbritannien. Gegenüber dem 'People'-Magazin erklärte der 88-Jährige: "Ich drehe den Film in meinem Kopf auf Papier, aber dann kommt er tatsächlich aufs Papier, denn meine Zeit an der Kunsthochschule war die wertvollste Zeit meines Lebens. Ich nutze bis heute alles, was ich dort gelernt habe."
Der Filmemacher übernimmt nur selten Projekte, die er nicht selbst entwickelt hat. 'The Dog Stars' war eine seltene Ausnahme. In seiner Verfilmung von Peter Hellers postapokalyptischem Roman spielt Jacob Elordi Hig, einen jungen Piloten, der versucht, nach einer Pandemie zu überleben, die die Gesellschaft verwüstet hat. An seiner Seite sind Josh Brolin als militärischer Überlebenskünstler Bangley und Margaret Qualley als Cima zu sehen.
Das Drehbuch landete unerwartet auf Scotts Schreibtisch, als er auf der Suche nach seinem nächsten Film war, und weckte schnell sein Interesse. "Normalerweise entwickle ich die meisten meiner Projekte selbst. Gelegentlich kommt aber einer zu mir", schilderte er. Eine klassische Filmschule besuchte der Regisseur nie. Nachdem er 1961 nach drei Jahren das RCA verlassen hatte, wechselte er in die Werbefilmbranche. Dort lernte er, Geschichten durch Bilder zu erzählen und schnelle kreative Entscheidungen zu treffen.
Der Schöpfer von 'Der Marsianer – Rettet Mark Watney' bezeichnete die Werbung als seine "Filmschule". Scott drehte selbst rund 2.000 Werbespots, darunter Apples berühmte Macintosh-Werbung von 1984. Diese Erfahrungen prägten seinen Umgang mit Schnitt, Licht, Besetzung und Storytelling. Diese Kenntnisse übertrug er später auf seine Kinofilme, darunter 'Alien' und 'Blade Runner'. Auch heute noch betrachtet er sein Studium als wichtigen Einfluss auf seine Arbeit als Filmemacher. 2012 sagte Scott gegenüber dem RCA: "Das war die Schule für alles. Man musste einfach hartnäckig sein und es versuchen. Das müssen alle Studenten vom ersten Tag an verstehen."