Salma Hayek wird 60: Vom Blickfang zur Hauptrolle

Salma Hayek wurde als sexy Vampirin berühmt, wollte sich aber nie darauf reduzieren lassen. Mit "Frida" erfüllte sie sich einen großen Traum - und kämpfte später offen gegen Hollywoods mächtige Männer und überholte Frauenbilder.

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Salma Hayek 2025 in Cannes.
Salma Hayek 2025 in Cannes. Foto: ddp/IPA

Wer Salma Hayek (60) kennt, kennt diese Szene: Sie trägt einen blutroten Bikini, um ihren Körper schmiegt sich eine gelbe Schlange, sie ist barfuß. Vor ihr sitzen Männer, die sie anstarren. Hayek tanzt. Sie bewegt sich langsam, lässt die Schlange über ihren Körper gleiten und lässt Bier über ihren Fuß in den Mund von Quentin Tarantino fließen. Es ist eine jener Szenen, für die "From Dusk Till Dawn", Robert Rodriguez' Vampirfilm von 1996, bis heute berühmt ist - und für die Salma Hayek, die am 2. September 2026 60 Jahre alt wird, berühmt wurde.

Doch Hayek ist nicht nur ein schöner Körper. Kurz darauf kippt die Szene. Die Männer, die eben noch auf Hayek gestarrt haben, sind plötzlich Beute. Santanico Pandemonium, ihre Figur, ist keine Tänzerin, die ihnen zu Diensten ist, sondern eine Vampirin. Ihr schöner Körper wird vom Objekt zur Bedrohung.

Schön sein, still sein

Es ist eine ziemlich gute Szene, um die frühe Karriere von Salma Hayek, die zuvor in "Desperado" an der Seite von Antonio Banderas spielte, zu verstehen. Hollywood sah in ihr zunächst vor allem eine außergewöhnlich schöne Frau und gab ihr Rollen, die genau das ausstellten. "Sobald ich meinen Mund aufmachte, fingen die Probleme an", erklärte sie Jahre später dem "Spiegel" in einem Interview. Frauen hatten damals noch wenig zu sagen in Filmen, Latinas mit ihrem Akzent noch weniger. Trotzdem schaffte es die Mexikanerin, ihre eigene Geschichte zu schreiben.

Dafür musste Hayek einige Hürden nehmen. Die Szene in dem eben erwähnten Kultfilm inklusive. Denn die Schauspielerin hatte panische Angst vor Schlangen und wollte die Szene keinesfalls drehen. Dass sie mit dem Tier arbeiten sollte, erfuhr sie erst im letzten Moment. Als sie protestierte, wurde ihr damit gedroht, sie mit Madonna zu ersetzen. Um den Dreh zu schaffen, versetzte sie sich in eine Art Trance und improvisierte den gesamten Tanz.

Der künstlerische Durchbruch: "Frida"

Heute verbinden die meisten mit ihrem Gesicht nicht mehr den roten Bikini und die Fußfetisch-Szene, sondern die Verkörperung der wohl bekanntesten Malerin der Welt: Frida Kahlo, die sie in ihrem Biopic "Frida" spielte. Der Film, bei dem sie auch Co-Produzentin war, war ein absolutes Herzensprojekt für sie. "Ich habe acht Jahre gebraucht, um das zu verwirklichen, und ich bin sehr stolz darauf, weil ich es praktisch im Alleingang und allen Widerständen zum Trotz geschafft habe - zu einer Zeit, als ich noch nicht sehr bekannt war. Ein Film, den niemand machen wollte."

Auch während dieser Dreharbeiten hatte Hayek zu kämpfen. Ihr Problem war diesmal keine Schlange, sondern: Harvey Weinstein. Im Zuge der #MeToo-Bewegung ging Salma Hayek im Dezember 2017 mit einem erschreckenden Essay in der "New York Times" an die Öffentlichkeit, in dem sie Weinstein scharf beschuldigte. Während der Produktion ihres Erfolgsfilms sei sie von ihm jahrelang sexuell belästigt, bedrängt und nach wiederholten Abweisungen sogar mit dem Tod bedroht worden.

Sie biss sich durch. Und obwohl Weinstein den Erfolg des Films massiv sabotierte, erhielt "Frida" sechs Oscar-Nominierungen und bekam zwei der Auszeichnungen.

Sie überwand eigene Ängste, gesellschaftliche Vorstellungen und Harvey Weinstein - was sollte Hayek jetzt noch stoppen? Sie produzierte die Erfolgsserie "Ugly Betty", spielte in "Bandidas", "Savages" und "The Hitman's Bodyguard", wurde in "Magic Mike" selbst angetanzt und übernahm Rollen in "Eternals" und "House of Gucci".

Auch privat fand sie ihr Glück: Nach Beziehungen, unter anderem mit Edward Norton Anfang der Nullerjahre, ist Hayek seit 2006 mit dem französischen Unternehmer François-Henri Pinault zusammen. Ihre Tochter Valentina Paloma kam 2007 zur Welt, als Hayek 41 Jahre alt war. Zwei Jahre später heiratete das Paar in Paris.

Keine Angst vor dem Alter

Seit Jahren sorgt Hayek auch dafür, Frauen die Angst vor dem Alter zu nehmen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit der Menopause und kritisierte die Vorstellung, eine Frau verliere mit dem Ende ihrer Fruchtbarkeit auch ihren Wert. Beim "Red Table Talk" sagte sie 2021: "Man kann in jedem Alter richtig durchstarten. Man kann sich in jedem Alter behaupten, man kann in jedem Alter träumen, man kann in jedem Alter romantisch sein. Wir haben das Recht, dafür geliebt zu werden, wer wir sind und wo wir gerade im Leben stehen."

(mia/spot)