Sam Smith bereut bis heute einen Fehler im Streit um 'Stay With Me'
Sam Smith bereut bis heute einen Fehler im Streit um 'Stay With Me'.
Sam Smith blickt mit einem schlechten Gewissen auf den Rechtsstreit rund um den Welthit 'Stay With Me' zurück.
Besonders eine Sache bereut der heute 34-jährige Künstler: Tom Petty nie auf einen persönlichen Brief geantwortet zu haben. Smith hatte die Ballade 2014 gemeinsam mit den Songwritern James Napier und William Phillips geschrieben. Später wurden jedoch auch der 2017 verstorbene Tom Petty und Jeff Lynne als Mitautoren aufgeführt. Hintergrund war eine auffällige Ähnlichkeit zwischen 'Stay With Me' und Pettys 1989 veröffentlichtem Song 'I Won't Back Down'. Smith und die ursprünglichen Autoren erhielten schließlich jeweils weniger Tantiemen; Petty und Lynne wurden mit einem Anteil von insgesamt 12,5 Prozent an den Einnahmen berücksichtigt.
Smith betonte stets, den Song von Petty vor dem Schreiben von 'Stay With Me' nicht gekannt zu haben. Im Gespräch mit 'Alchemy With Anthony Mason' erklärte die Musikikone nun, dass es tatsächlich ein Versäumnis gewesen sei, Pettys Musik als junger Mensch nicht gehört zu haben. "'Stay With Me' wurde in einem Keller in London geschrieben, und ich hatte 'I Won't Back Down' wirklich nie gehört", sagte Smith. Als junger Mensch habe sich der eigene Musikgeschmack vor allem auf weibliche Künstlerinnen konzentriert. "Die einzigen männlichen Sänger, die ich gehört habe, waren Stevie Wonder und George Michael. Ich war ein Kind, das einfach die Diven liebte. Und Girl-Pop."
Kurz vor der Grammy-Verleihung 2015, bei der Smith gleich vier Auszeichnungen gewann, erhielt der Sänger einen Brief von Petty. Zunächst sei Smith darüber wütend gewesen. "Er schrieb mir in der Nacht vor den Grammys einen Brief, der in meinem Hotelzimmer ankam. Ich war so verdammt sauer, als ich ihn gelesen habe", erinnerte sich Smith. Damals sei die Situation besonders belastend gewesen, schließlich handelte es sich um das erste Album und die erste große Erfolgsphase. Petty habe in seinem Schreiben jedoch selbst darauf hingewiesen, dass es auf einem Klavier nur eine begrenzte Anzahl an Tönen gebe. Genau das habe Smith damals zusätzlich irritiert. "Ich dachte: Du verstehst es doch, warum passiert das alles?" Mit etwas Abstand sieht Smith die Situation heute anders. Inzwischen glaube der Sänger, dass Petty mit seinem Brief vor allem Verständnis habe zeigen wollen. "Ich glaube, er wollte sagen: Ich sehe dich und ich verstehe, was du gerade durchmachst, und es tut mir leid, dass das alles passiert", erklärte Smith. Das sei "sehr, sehr süß und freundlich" gewesen.
Umso größer sei heute das Bedauern, nie geantwortet zu haben. "Ich bin zutiefst traurig darüber, dass ich ihm nie geantwortet habe. Ich habe ihm nie zurückgeschrieben. Ich war einfach ein frecher, 22-jähriger queerer Teenager. Aber ich hätte ihm definitiv schreiben sollen." Eine positive Seite hatte der Konflikt dennoch: Smith entdeckte dadurch die Musik von Tom Petty. Der Musiker starb 2017 im Alter von 66 Jahren. Besonders ein Lied begleitet Smith seitdem: 'It Will All Work Out'. Der Song berühre den Musiker bis heute und sei zu einem Stück geworden, zu dem Smith "in den dunkelsten Momenten" zurückkehre.