Samantha Morton über Scarlett Johansson in ‚Her‘

Samantha Morton – BAFTAs – Royal Festival Hall – London – February 18th 2024 – Getty
Samantha Morton blickt noch immer mit gemischten Gefühlen auf ihre Rolle im Science-Fiction-Film „Her“ zurück. Ursprünglich verlieh die Schauspielerin dem künstlichen Betriebssystem Samantha ihre Stimme, doch Regisseur Spike Jonze entschied sich nach Abschluss der Dreharbeiten für eine Umbesetzung. Letztendlich sprach Scarlett Johansson sämtliche Dialoge erneut ein, was Morton bis heute enttäuscht. In einem Interview mit Josh Horowitz im Podcast „Happy Sad Confused“ sagte die 49-Jährige: „Es ist das Vorrecht jedes Regisseurs, über den finalen Filmschnitt zu entscheiden.“ Zwar müsse man bei jedem Film mit dem Risiko leben, am Ende nicht dabei zu sein, dennoch traf die Entscheidung sie unvorbereitet. „Etwas traurig“ sei ihrer Meinung nach eine Untertreibung, so Morton.
Überraschende Wendungen und neue Stimmen
Trotz der Enttäuschung äußerte Morton auch Wertschätzung für Johansson, ihre Nachfolgerin im Film. „Sie hat eine wunderschöne Stimme“, lobte Morton. Die Fähigkeit von Johansson, Emotionen auszudrücken, sei beeindruckend gewesen, dennoch habe die Neubesetzung geschmerzt. „Ich habe verstanden, warum es so kam, doch es tat weh“, gestand Morton. Ebenfalls bedauerte sie die verpasste Chance, die Rolle mit einem amerikanischen Akzent erneut einzusprechen: „Was ich mir wirklich gewünscht hätte, wäre eine zweite Gelegenheit im Aufnahmestudio gewesen. Aber Scarlett Johansson – ich meine, komm schon“, sagte Morton anerkennend.
Trotz allem beschreibt Morton ihre ursprüngliche Arbeit an „Her“ als faszinierend. Besonders die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Joaquin Phoenix und Regisseur Spike Jonze war für sie „wirklich besonders“. Rückblickend sagte Morton: „Die Zeit mit Joaquin [Phoenix] am Set, die Arbeit mit Spike am Drehbuch und die Suche nach Samantha… das alles war wirklich einzigartig.“ Ihre Aufnahmen fanden in speziell gestalteten, teils ungewöhnlichen Kulissen statt, darunter eine eigens für sie gebaute Kabine. Mal nahm Morton in einer schwarz gepolsterten Telefonzelle auf, mal im Kofferraum eines Autos. Sie glaubt, dass ihre Version von Samantha eine andere war als jene, die Johansson präsentierte: „Meine Samantha war sehr anders. Sie ist Engländerin“, meinte Morton. Neben Phoenix und Johansson beziehungsweise Morton wirkten auch Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Chris Pratt, Bill Hader und Kristen Wiig in „Her“ mit.





