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‚Tatort‘-Kommissarin Ulrike Folkerts: Das Outing war befreiend

Seit über 30 Jahren macht Ulrike Folkerts als Ludwigshafener 'Tatort'-Ermittlerin bereits Bösewichten den Garaus — Zeit für eine Bilanz. Die Schauspielerin, die im Mai 60 Jahre alt wird, hat mit 'Ich muss raus' ihre Autobiografie vorgelegt.

"Geheimnis wie ein Schatten"

Dabei hat die Darstellerin der toughen Kommissarin Lena Odenthal zunächst jahrelang ein Geheimnis gehütet, ihre Homosexualität vor anderen verborgen. Erst mit 25 Jahren traute sie sich erstmals in eine Lesben-Bar. "Ich lernte andere Frauen kennen und merkte: Es gibt gar nicht so wenige von uns", erzählt der Star im Gespräch mit 'Bunte'. Gegenüber ihrer Mutter hatte sie ihr erstes Coming Out, diese zeigte nach anfänglichem Entsetzen Verständnis. Doch am Arbeitsplatz schien es Ulrike Folkerts lange Zeit nicht angebracht, sich zu outen: "Das Geheimnis um meine Beziehung begleitete mich fortan wie ein Schatten und es verstärkte das Gefühl der Einsamkeit und Fremdheit am Set." 1999 wagte sie schließlich den Schritt, um die emotionale Belastung abzuwerfen: "Nur aus dem Grund war das Outing für mich befreiend."

Ulrike Folkerts sieht noch immer Benachteiligung

Angefeindet wurde sie deswegen zum Glück nicht, Ulrike Folkerts erhielt allerdings viel Post, in der sie um Rat gebeten wurde, vor allem von jüngeren Frauen aus kleineren Städten. Doch auch im als liberal geltenden Schauspiel-Geschäft herrschen Vorurteile, wie die Schauspielerin weiß: Nach einem Outing würden Darsteller nicht länger für Rollen berücksichtigt, in denen sie Heteros spielen. "Viele Menschen verstehen nicht, dass viele Schauspieler und Schauspielerinnen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, jede Rolle spielen können", so Ulrike Folkerts.

via Cover Media

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