Tobias Schlegl über Lockdown-Kampagne: “Ironie gern mal tief ins Beatmungsgerät schieben”

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Die Kampagne 'AllesDichtMachen', in der mit viel Ironie und Sarkasmus die Lockdown-Maßnahmen an den Pranger gestellt werden, spaltet das Land. Querdenker jubeln, doch die teilnehmenden Stars wie Jan Josef Liefers (56) und Heike Makatsch (49) müssen sich auch viel Kritik dafür anhören, wie sie die Krise der Kultur- und Unterhaltungsbranche zur Sprache bringen — zum Beispiel von ihrem Kollegen Tobias Schlegl (43).

Tobias Schlegl weiß, wovon er spricht

Der Moderator hat nämlich gleich doppelt Grund, die ironische Aktion an den Pranger zu stellen: Er arbeitet hauptberuflich als Rettungssanitäter, betreibt seit kurzem einen Podcast mit dem Titel '2Retter1Mikro' über den Alltag im Rettungsdienst und in der Pflege. Auf Twitter fand der Star deutliche Worte: "Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben." Tobias ist nicht allein mit seiner Kritik. Christian Ulmen erklärte in seiner Instagram Story, er würde sich "heute ein bisschen für Kollegen schämen."

Für Kollegen schämen

Auch Elyas M'Barek kann nicht verstehen, warum seine Kollegen einen derartigen Weg gewählt haben: "Mit Zynismus ist doch keinem geholfen." Jan Böhmermann schaltete sich ebenfalls ein: Das einzige Video, dass man sich ansehen sollte sei 'Station 43 — Sterben', eine Doku, die die ARD in der Berliner Charité drehte. Natürlich gibt es auch viele, die sich angesichts der Clips deutscher Stars in ihrer Ablehnung der Coronamaßnahmen bestätigt sehen.

Jan Josef Liefers sah sich mittlerweile zu einer Klarstellung gezwungen, nachdem Politiker der AfD seinen Kampagnenbeitrag als "intelligenten Protest" bezeichnet hatten. Eines wird wieder einmal deutlich: Das Land ist gespalten wie nie. Die Kulturszene stirbt langsam weiter. Und Tobias Schlegl rettet weiter Leben.

Bild: picture alliance/dpa | Georg Wendt

via Cover Media

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Kommentare

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    Meuth

    Geschrieben am 23. April 2021

    Antworten

    Sehr geehrter Herr Schlegl,

    man kann über die Aktion ‘Alles Dichtmachen’ geteilter Meinung
    sein. Über Geschmack, Humor und Satire kann man streiten.
    Was sich jetzt aber über ‘Alles Dichtmachen’ entleert, unterstreichen
    doch erst die (Gegen-)Kommentare!

    Sie selber, lieber Herr Sclegl, sagen dazu ‘Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben’.
    Das kann und darf man in der Tat so sehen.

    Wo aber sind Sie denn, Herr Schlegl, wenn jährlich 140 Tausend
    Menschen in Folge von Rauchen sterben, und wo bei den
    Diabetes-Toten? Und das nicht nur während einer Pandemie,
    sondern jahraus-jahrein! Wo ist denn da Herr Steinmeier, und wo
    sind Sie, wenn von jeder Straßenbahnhaltestelle uns ein glückliches
    Raucherplakat anlacht? Ist dies denn nicht auch geschmacklos ironisch
    gegenüber all den Raucher-Toten? Sagen Sie denen doch auch:
    Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben, denn das brauchen
    die in ihren letzten Stunden sicher auch? Sogar die EU gibt hier strengere
    Vorgaben, ohne dass sich die deutsche Politik und insbesondere ein
    Herr Spahn und seine Union mit all den Masken-Profiteuren im
    Schlepptau drum scheren?

    Man stelle sich doch mal vor, die Plakate zeigten statt dessen
    ‘glückliche Menschen’ mit abgenommener Maske und den Worten:
    ‘freizügig genießen’ oder ähnlichem Blasentext?

    Der Unterschied zwischen Raucher- und Diabetes-Toten auf der
    einen Seite und Corona-Toten auf der anderen Seite ist doch, dass
    mit den einen ein Schweinegeld, ja, auch Steuergelder, verdient wird,
    mit Corona nur Kosten entstehen, mit Profiten höchstens bei der
    Pharma-Branche und, wie gesagt, bei den Masken-Profiteuren.

    Lieber Herr Schlegl, Sie sehen: Sachlichkeit wird hauptsächlich bei
    sich selber verbucht, Unsachlichkeit bei denen, deren Meinung man
    gern ignorieren würde. Sie sind da nicht allein. Das ist leider bei
    einem Großteil des meinungsmachenden Sektors so, und nicht nur
    dort.

    Nur die anderen sind offenbar geschmacklos ironisch!

    Wen wundert’s dass das rechte Kräfte ausnutzen. Die wären schön
    blöd, wenn sie eine solche Torvorlage einseitiger Meinungsmache
    nicht nützen würden.

    Viele Grüße
    Hermann Meuth

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