Unheilbarer Krebs: Schauspielstar Barbara Barrie stirbt mit 95 Jahren

Für ihre Rolle als Mutter in "Breaking Away" wurde sie für den Oscar nominiert, am Broadway stand sie in Stephen Sondheims Musical "Company" auf der Bühne. Nun ist die US-Schauspielerin Barbara Barrie in New York gestorben.

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Barbara Barrie wurde 95 Jahre alt.
Barbara Barrie wurde 95 Jahre alt. Foto: imago images/MediaPunch / Henry McGee

Die US-Schauspielerin Barbara Barrie (1931-2026) ist tot. Sie starb am Mittwoch im Alter von 95 Jahren in ihrem Zuhause in Manhattan, wie die "New York Times" berichtet. Ihre Tochter Jane Harnick gab gegenüber der Zeitung an, dass es sich um einen assistierten Suizid, also einen ärztlich begleiteten Tod, gehandelt habe. Bei Barrie war zuvor eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert worden.

Kinofans kennen Barrie vor allem aus "Vier irre Typen - Wir schaffen alle, uns schafft keiner" (im Original: "Breaking Away") von 1979. Darin spielte sie die Mutter eines Teenagers aus Indiana, die ihren Sohn unterstützt und zugleich eigenen Träumen nachhängt. Die Rolle brachte ihr eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin ein.

Ihren größten Erfolg in einer Hauptrolle hatte sie da schon 15 Jahre hinter sich. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde sie 1964 für "Ruf nicht zu laut" (im Original: "One Potato, Two Potato") als beste Darstellerin ausgezeichnet. Das Low-Budget-Drama erzählt von einer Ehe zwischen Partnern unterschiedlicher Hautfarbe im Amerika der Jahrhundertmitte.

Von "Barney Miller" bis "Nurse Jackie"

Im Fernsehen war Barrie in der Sitcom "Barney Miller" als Ehefrau des Polizeicaptains zu sehen, den Hal Linden verkörperte. In "Suddenly Susan" spielte sie die Großmutter von Brooke Shields. Ihre TV-Laufbahn spannte sich von "Route 66" in den 1960er-Jahren bis zu "Nurse Jackie" und "Enlightened" ein halbes Jahrhundert später. Emmy-Nominierungen erhielt sie für Auftritte in "Law & Order" und "Law & Order: Special Victims Unit".

Ins Kino zog es sie eher zufällig. Als sie ihre Familie in Texas besuchte, wo gerade "Giant" (1956) gedreht wurde, landete sie kurzerhand in einer Partyszene. In "Private Benjamin" (1980) spielte sie später die Mutter von Goldie Hawn.

Ihre eigentliche Heimat aber war die Bühne. Am Broadway verkörperte sie 1970 die Sarah in der Uraufführung von Stephen Sondheims Musical "Company", eine Ehefrau, die Karate lernt. Dafür wurde sie für einen Tony Award nominiert. Ihr Broadway-Debüt hatte sie 1955 in "The Wooden Dish" gegeben, ihren letzten Auftritt absolvierte sie 62 Jahre später in "Significant Other".

Aus Liebe nach New York

Geboren wurde Barrie am 23. Mai 1931 als Barbara Ann Berman in Chicago. Mit neun Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Texas, wuchs in Corpus Christi auf und schloss 1952 ihr Schauspielstudium an der University of Texas ab. Nach New York ging sie Anfang der 1950er-Jahre nicht der Karriere wegen, sondern für einen Mann. Die Beziehung hielt nicht, Barrie aber blieb.

1964 heiratete sie Jay Harnick, den Gründer von TheaterWorksUSA. Er starb 2007. In den 1990er-Jahren veröffentlichte Barrie vier Bücher, darunter zwei Sachbücher über ihr Leben nach einer Krebserkrankung. Sie hinterlässt ihre Tochter Jane, ihren Sohn Aaron und drei Enkelinnen.

(jom/spot)