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Wer war die Cranberries-Frontfrau Dolores O’Riordan?

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Seit dem 15. Januar gibt es einen schrecklichen Grund, grandiose Songs in Dauerschleife zu hören. Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan ist unter bislang noch ungeklärten Umständen im Alter von nur 46 Jahren verstorben. Mit ihrer einzigartigen Stimme, geprägt von dem starken irischen Akzent, der so typisch für die Grafschaft Limerick ist, in der sie aufwuchs, prägte O’Riordan die Musikszene der 90er Jahre. Doch so legendär ihre Stimme, so wenig dürfte den meisten Menschen über die Frau dahinter bekannt sein.

Kleiner Ort, große Familie

Typisch irisch, so könnte man die Kindheit von Dolores O’Riordan beschreiben. In keinem europäischen Land herrscht eine höhere Geburtenrate, mit ihren insgesamt sechs älteren Geschwistern fiel O’Riordans Familie, wohnhaft in der beschaulichen Ortschaft Ballybricken, dementsprechend wenig aus der Reihe. Wohl aber O’Riordan selbst. Nicht nur aufgrund ihrer stimmlichen Präsenz, sondern auch wegen ihres über die Jahre zum Markenzeichen gewordenen Pixie-Kurzhaarschnitts, den sie stets mit einem unnachahmlichen Selbstbewusstsein zur Schau stellte.

Ein irischer Stern ist geboren

Kein Wunder, dass ihr die Position als Frontfrau 1990 von den anderen Bandmitgliedern verliehen wurde. Denn O’Riordan war gar kein Gründungsmitglied der damals unter dem Namen The Cranberry Saw Us auftretenden Band – sie musste sich erst über ein Casting qualifizieren. Die erste gemeinsame EP mit drei Liedern darauf, „Nothing Left At All“, erschien noch auf Kassette und verkaufte laut der Seite „All Music“ ganze 300 Exemplare.

Lange dauerte es nicht, ehe die inzwischen als „The Cranberries“ musizierende Gruppe nationale Anerkennung fand. Eine frühe Version des späteren Hits „Linger“ verhalf O’Riordan und Co. zu einem Plattenvertrag. Das erste von insgesamt sieben Alben kam 1993 auf den Markt und wurde zum weltweiten Platin-Erfolg.

Der Nachfolger „No Need to Argue“ toppte diesen Erfolg sogar noch, was vor allem an einem Song lag: „Zombie“. Als Protest gegen den Nordirlandkonflikt geschrieben, wurde der Song zur Hymne gegen sinnlose Gewalt rund um den Globus. Aufhänger des Hits war ein grausamer Bombenanschlag der IRA im März 1993, bei dem zwei Kinder ums Leben kamen.

Wie so oft war nach einem Jahrzehnt des Erfolgs und über 40 Millionen verkauften Platten aber die Luft raus. 2003 verkündete die Band eine kreative Pause, O’Riordan startete ihre Solokarriere, die zwei Alben hervorbringen sollte. Erst 2009 fand die Reunion statt.

Ihre Liebe, ihre Leiden

O’Riordan heiratete 1994 den ehemaligen Tourmanager der Band Duran Duran, Don Burton, mit dem sie drei gemeinsame Kinder hat. 2014 reichte das Paar die Scheidung ein. Erst im Mai des vergangenen Jahres verriet die Sängerin in einem Interview, an einer bipolaren Störung zu leiden, wodurch sie viele emotionale Extreme in ihrem Leben durchstehen musste. „Aber erst vor zwei Jahren wurde die Diagnose gemacht“, so O’Riordan damals. Als Grund für die abgesagte Tour im gleichen Zeitraum des Interviews wurden in einem Statement der Band allerdings Rückenbeschwerden als Grund angegeben. Nach der Enthüllung waren Dolores O’Riordan nur noch wenige Monate auf dieser Welt vergönnt.

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