Nach dem Shitstorm, den seine Bemerkung ausgelöst haben, wie toll doch die alten Modezeiten waren, als man Models zwang, mit reichen Männern ins Bett zu gehen, zeigt sich Modeschöpfer Wolfgang Joop (76) kleinlaut.

Entschuldigung war angebracht

Wir erinnern uns: In einem Interview mit dem 'Spiegel' hatte der Modeprofi von den alten Zeiten geschwärmt, als alles käuflich war. "Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer. Und wenn sich ein Mädchen beschwerte, hieß es: 'Wir können auf dich verzichten,'", gab der Potsdamer im Plauderton zum Besten und selbst als er darauf hingewiesen wurde, wie schlimm das Ganze doch sei, konnte er daran nichts Furchtbares finden. "Aber wirklich schön ist die Modewelt nur, wenn es auch die Sünde gibt." Dass dies weniger Sünde als Demütigung und Missbrauch von jungen Frauen ist, musste ihm wohl noch einmal gesagt werden.

Wolfgang Joop entschuldigt sich

Gesagt wurde es ihm – und wie! Auf allen Kanälen wurde die Unsäglichkeit seiner Aussage kommentiert. Da dämmerte es dem Designer, dass eine Entschuldigung wohl angesagt war. Die kam dann am Sonntag (14. November) auf Facebook. "In meinem Kommentar zu vergangenen Zeiten der Modewelt wies ich auf die Korruption und Frivolität der siebziger und achtziger Jahre der Branche hin, deren Bestandteil bedauerlicherweise auch der respektlose und missbräuchliche Umgang mit Models war", schrieb Wolfang Joop und räumte ein. "Meine Aussage bezüglich der Sünde in der Modewelt war im Kontext deplatziert." Bleibt zu hoffen, dass dies auch wirkliche und nicht forcierte Einsicht ist. Wolfgang Joop wird es sich jedenfalls gut überlegen, was er in Zukunft sagt.

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