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Yoko Ono: John Lennons Witwe feiert 85. Geburtstag

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Musikerin, Komponistin, Filmemacherin, Aktivistin, Universalkünstlerin. Und vor allem: Ehefrau und Witwe von John Lennon (1940-1980), dem genialen Beatle und Musiker. Durch ihre Ehe mit John Lennon kennt Yoko Ono die ganze Welt. Viele Beatles-Fans glauben noch heute, dass sich die geliebte Band ihretwegen auflöste. Sie habe den Keil geschmiedet, mit dem John Lennon, der begnadete Texter der Beatles, erst seine erste brave Ehe mit Cynthia Powell (1939-2015) und dann 1970 die legendäre Gruppe sprengte, lautet die Legende. Am heutigen Sonntag feiert Yoko Ono ihren 85. Geburtstag. Ein Rückblick auf ihr aufregendes Leben.

Yoko Ono und die Beatles

Doch wahr sind diese Gerüchte offenbar nicht. Paul McCartney (75) höchstpersönlich gab 2012 in einem TV-Interview im Gespräch mit David Frost (1939-2013) zu, dass Yoko Ono keinerlei Schuld am Ende der Beatles habe. „Sie hat sicher nicht die Gruppe auseinandergebrochen. Die Gruppe ist selbst auseinandergebrochen“, so McCartney, der 40 Jahre lang als entschiedener Gegenspieler Onos galt.

Er hatte in dem Gespräch sogar lobende Worte für Yoko Ono übrig: Ohne ihren Einfluss, der John Lennon erst zu neuen musikalischen Experimenten beflügelt habe, seien Songs wie „Imagine“ nicht denkbar. „Yokos avantgardistische Seite und ihre Ansichten machten ihren Reiz aus. Sie zeigte John einen anderen Weg, was für ihn sehr attraktiv war. Es war für John Zeit zu gehen.“ Der künstlerische Einfluss der japanischen Künstlerin soll vor allem auf dem „weißen Album“ der Band zu spüren sein.

So lernten sich Yoko Ono und John Lennon kennen

Wie wurde Yoko Ono zu der Yoko Ono, die sie heute zur Legende macht? Sie wurde am 18. Februar 1933 als Tochter des künstlerisch veranlagten Bankiers Eisuke Ono in Tokio geboren. Sie studierte an der dortigen Gakushuin-Universität Philosophie und lebte später mit ihrer Familie in den USA.

Nach zwei gescheiterten Ehen – mit dem japanischen Komponisten Toshi Ichiyanagi und dem amerikanischen Filmproduzenten Anthony Cox – war sie eine der bekanntesten Konzeptkünstlerin von New York City, eine Wegbereiterin der avantgardistischen Fluxus-Bewegung. Sie komponierte, schuf ultramoderne Bühnenprogramme und -konzepte, war mehrfache Teilnehmerin der Documenta in Kassel und lernte 1966 bei einer ihrer Ausstellungen in London den Beatles-Frontmann John Lennon kennen.

Es muss wohl Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Beide trennten sich rasch von ihren jeweiligen Ehepartnern; am 20. März 1969 heiratete das Paar auf Gibraltar. Es folgten die wohl ungewöhnlichsten Flitterwochen der Geschichte: Sie präsentierten sich der verblüfften Weltpresse in einem Bett in Amsterdam – als „Bett-In“ ein Happening für den Weltfrieden. Noch im gleichen Monat gründeten sie die Plastic Ono Band, der zeitweilig auch Eric Clapton (72, „Tears in Heaven“) angehörte. Ihr größter Hit: „Give Peace a Chance“.

Ungewöhnlicher Kampf für den Frieden

Die Szenerie des „Bed-Ins“: Eine Frau mit langen schwarzen Haaren, ein Mann mit runder Nickelbrille, Bart und langen Haaren und ein kleines schwarzhaariges Mädchen mit Teddybär sitzen in weißen Pyjamas auf einem Bett. Dieses ist umringt von Fotografen und Journalisten. Eine Szene, die in die Geschichte einging. Mit ihren „Bed-Ins“ und ihrem Film „Bed Peace“ kämpften John Lennon und Yoko Ono im Jahr 1969 für den Weltfrieden.

Im Juni 2012 veröffentlichte Lennons Witwe den kompletten Film auf ihrem YouTube-Kanal und richtete darunter im Mai 2017 folgende Worte an die Zuschauer: „Liebe Freunde, 1969 waren John und ich so naiv zu denken, dass das ‚Bed-In‘ helfen würde, die Welt zu verändern. Nun, das mag es vielleicht getan haben. Aber damals wussten wir das nicht. Es war trotzdem gut, dass wir es gefilmt haben. Jetzt hat der Film Macht. Was wir damals gesagt haben, könnte auch jetzt gesagt werden“.

Die Katastrophe

Das Paar zeigte damals aller Welt ihre Liebe – sie ließen sich sogar zusammen nackt fotografieren. In den prüden Sechzigern ein Skandal! 1971 zogen sie nach New York. Nach einer vorübergehenden Trennung, bei der John Lennon um ein Haar seinen exzessiven Alkohol- und Sexexzessen zum Opfer gefallen wäre, kamen die beiden Anfang 1975 wieder zusammen.

Sie zogen in das legendäre Dakota-Building in New York, einer postviktorianischen Trutzburg, in der Prominente wie die Hollywoodstars Judy Garland und Lauren Bacall sowie später der Musiker Sting wohnten. In New York lebt und arbeitet heute auch der gemeinsame Sohn Sean Lennon (42), er wurde 1975 geboren. Er ist Musiker wie sein Vater.

Yoko Ono wohnt heute noch im Dakota-Haus, obwohl sie das Gebäude tagtäglich an das schrecklichste Ereignis ihres Lebens erinnert. Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon davor von einem geistig verwirrten Fan erschossen. Er starb vor ihren Augen. Die beiden waren von Musikaufnahmen in einem Plattenstudio gekommen. Am Tatort wurde ein graues Steinmosaik im Boden eingelassen. Es besteht aus den Worten „Imagine“ – Johns größter Hit. Er handelt von seiner Zukunftsvision für die Menschheit, einer Welt voller Liebe, Toleranz und Freiheit, ohne Krieg, Hass und Vorurteile.

Gegenüber hat Yoko Ono am Rand des Central Parks die „Strawberry Fields“ anlegen lassen, eine Gedenkstätte, die nach einem berühmten Beatles-Hit benannt wurde. Von den Fenstern ihres Apartments kann sie direkt darauf blicken. Happy Birthday, Yoko Ono!

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