Zum ersten Mal seit 18 Jahren: Firma von Victoria Beckham macht Gewinn
18 Jahre lang schrieb Victoria Beckhams Mode- und Beautyfirma rote Zahlen, zeitweise steckte sie tief in den Schulden. Für 2025 meldet das Unternehmen nun zum ersten Mal einen Betriebsgewinn. Geholfen hat dabei offenbar auch ihre Netflix-Doku, in der die Designerin die Krise offenlegte.
Es gab eine Zeit, da flogen Stühle für Victoria Beckham (52) um die halbe Welt, und die Büropflanzen kosteten 70.000 Pfund im Jahr. So beschrieb es einmal David Belhassen, dessen Investmentfirma beim Modelabel der Designerin einstieg. Das Unternehmen machte viele Jahre Verluste. Doch jetzt ist endlich Schluss mit den miesen Zahlen: Für das Geschäftsjahr 2025 meldet die Firma von Victoria Beckham zum ersten Mal seit der Gründung 2008 einen operativen Gewinn.
7,3 Millionen Pfund stehen vor Steuern unter dem Strich, umgerechnet rund 8,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war es noch ein Verlust von 1,6 Millionen Pfund. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 129,8 Millionen Pfund, das fünfte zweistellige Wachstum in Folge.
Wachstum im "vernünftigen Tempo"
Die Designerin, die ihr Unternehmen bis heute als Kreativdirektorin führt, sagte der "Financial Times": "Wir haben alle lange hart für diesen Moment der Wirtschaftlichkeit und des Wachstums gearbeitet." Und weiter: "Wir waren sehr offen in Bezug auf die Probleme, die wir in unserem Unternehmen hatten." Inzwischen habe sich die Firma erholt und wachse in einem "vernünftigen Tempo".
Ein Satz dürfte ihr besonders wichtig sein: "Nach 20 Jahren wird meine Marke nicht mehr als Promi-Marke wahrgenommen." Genau dieses Vorurteil hatte sie begleitet, seit die frühere Sängerin der Spice Girls 2008 ihr erstes Label gründete.
Finanzspritze von Ehemann David Beckham
Wie knapp es einmal war, hat Beckham im Oktober 2025 in der Netflix-Dokumentation "Victoria Beckham" selbst erzählt. Darin ging es um "zig Millionen Dollar Schulden" und um den Moment, in dem sie ihren Mann um Geld bitten musste.
David Beckham (51) schilderte die Szene in der Doku so: "Dass sie zu mir kommen und sagen musste: 'Kann ich etwas haben, wir brauchen mehr Geld, das Unternehmen braucht mehr Geld', das war hart für uns beide, denn ich hatte nicht das Geld, um damit weiterzumachen." Seine Frau formulierte es kürzer: "Wenn er nicht an mich geglaubt hätte, hätte ich heute keine Firma mehr."
Der Fußballer sprang ein, aber es reichte nicht. Die eigentliche Wende kam 2017, als Beckham 30 Prozent ihres Unternehmens für 30 Millionen Pfund an NEO Investment Partners verkaufte. Die Investoren räumten auf, strichen Ausgaben, die sie für Verschwendung hielten, und dazu gehörten eben auch die Stühle und die Pflanzen.
Netflix-Doku als Verkaufshilfe
Kurios: Ausgerechnet die Netflix-Serie, in der Beckham ihre Schwierigkeiten offenlegte, trieb den Umsatz an. Besonders stark liefen danach Denim und Jersey, wie es im Geschäftsbericht heißt.
Getragen wird das Geschäft heute von zwei Standbeinen. Die Mode wuchs 2025 im Direktvertrieb wie im Großhandel zweistellig, gefragt waren Tailoring, Anlassmode und gehobene Tagesgarderobe. Kleider und Abendkleider machten allein 32 Prozent des Einzelhandelsgeschäfts aus.
Der 2019 gestartete Beauty-Bereich lieferte laut Unternehmen "eines seiner bisher stärksten Jahre". Verantwortlich dafür waren vor allem die "Foundation Drops", die das Hautpflegegeschäft mehr als verdoppelten. Das Produkt war kurz nach dem Start ausverkauft, mehr als 25.000 Menschen setzten sich auf die Warteliste. Zahlen aus dem Jahr 2024 deuten laut "Financial Times" darauf hin, dass Beauty inzwischen etwa zwei Drittel des Umsatzes ausmacht.
Der nächste Schritt führt nach New York
Geführt wird das Modegeschäft seit Juli 2025 von Sybille Darricarrère Lunel, die zuvor bei Christian Dior Couture arbeitete. "Das Erreichen unseres ersten Betriebsgewinns ist ein Meilenstein für Victoria Beckham und spiegelt mehrere Jahre disziplinierter Umsetzung und strategischer Investitionen wider", sagte sie. Dass das in einem schwierigeren Luxusmarkt gelungen sei, mache es "noch bedeutender".
Auch 2026 hält das zweistellige Wachstum bislang an, und die Firma setzt auf Ausbau. In den USA eröffnete im Mai ein Pop-up-Store in den Bal Harbour Shops, im September folgt der erste feste Standort in New York, in der Mercer Street. Die Beauty-Linie ist inzwischen unter anderem im KaDeWe in Berlin und bei de Bijenkorf in Amsterdam zu finden, noch vor Jahresende soll sie im Nahen Osten eingeführt werden.
(ae/spot)