Deutscher Fernsehpreis: Stefan Raab und Barbara Schöneberger räumen ab
Die deutsche Promidichte war wieder einmal hoch: Am Mittwochabend wurde die Gala des Deutschen Fernsehpreises in Köln gefeiert. Erstmals wurden die TV-Preise im Confex-Center vergeben. Wie kam die neue Location bei den Stargästen an und wer waren die Abräumer des Abends?
Der Deutsche Fernsehpreis feierte am Mittwoch eine besondere Premiere: Erstmals fand die Gala, die Leistungen aus TV und Streaming in Fiktion, Unterhaltung und Information würdigt, im Confex-Center statt. "Ich finde es schön, dass es eine neue Location ist, die kenne ich noch nicht", freute sich Schauspielerin Sabine Postel im Gespräch mit spot on news am Rande des roten Teppichs auf den Abend. "Und man trifft viele nette Kollegen, die man sonst auch nie sieht."
Auch Anna Schudt konnte dem Confex-Center der KölnMesse sofort etwas abgewinnen. "Es gefällt mir sehr gut, es macht was her", sagte sie auf dem roten Teppich. "Es ist Glamour und man hat sofort irgendwie ein Feiergefühl, was total schön ist." Die Treppe vor dem Center sei "so ein bisschen Met Gala", freute sich "Let's Dance"-Star Massimo Sinató. "Ich hatte Cannes-Flashbacks, ich fand es super", teilte seine Ehefrau Rebecca Mir seine Freude über die Location.
Nachdem am Dienstag bereits die Nacht der Kreativen für die kreativen Gewerke in der Kölner Flora stattfand, wurden am Mittwoch im Confex-Center die Gewinnerinnen und Gewinner der Werkkategorien gefeiert. In der unter der Federführung von RTL ausgerichteten und am gleichen Abend übertragenen TV-Gala (RTL, auch RTL+) ging es sogleich munter zu.
Mit einer Showeinlage der "Let's Dance"-Stars und einem gemeinsamen Auftritt von Moderatorin Barbara Schöneberger mit der bulgarischen ESC-Gewinnerin Dara mit ihrem Hit "Bangaranga" wurde die Show eröffnet. Schöneberger, die zum neunten Mal durch die Preisverleihung führte, nahm anschließend wie gewohnt kein Blatt vor den Mund und machte im Publikum mit spitzen Bemerkungen die Runde.
Botox-Witze in Richtung der anwesenden Verona Pooth oder Schwangerschafts-Witze auf Boris Beckers Kosten gehörten ebenso dazu wie die Aufarbeitung der Trennungs-News von Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres und der Carpendales. Auch die gleichzeitige Anwesenheit von Stefan Raab und seinem "TV total"-Nachfolger Sebastian Pufpaff im Saal ließ die 52-Jährige nicht aus.
Laura Wontorra: "2026 war mein Jahr"
Der Fokus lag dann aber auf den Preisträgerinnen und Preisträgern. Für die "Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung" setzte sich "DSDS"-Moderatorin Laura Wontorra gegen die diesjährigen "Let's Dance"-Finalisten Evgeny Vinokurov, Marta Arndt und Malika Dzumaev sowie Pierre M. Krause durch, der aus Portugal zugeschalten und für seine "Kurzstrecke" nominiert war. Die Freude war bei der Moderatorin groß. "Papa, du alte Legende, danke", erklärte die Tochter von Jörg Wontorra, die im Publikum von Partner Riccardo Basile bejubelt wurde.
"Ich war ja schon ein paar Mal nominiert, es hat dann nie ganz gereicht zum Preis. Deswegen bin ich heute mal ganz offen und ehrlich, ich hätte nichts dagegen, wenn es auch mal der erste Platz wird", erklärte sie am roten Teppich im Gespräch mit spot on news. "Es waren so viele tolle Sachen wie die Fußball-Weltmeisterschaft, alle Sendungen, die ich für RTL moderieren durfte - 2026 hat sich wirklich wie mein Jahr angefühlt."
Dazu passte, dass Wontorra ein zweites Mal auf die Bühne durfte, denn die WM-Berichterstattung 2026 von MagentaTV wurde als "Beste Sportsendung" geehrt. Wontorra holte sich den Preis unter anderem gemeinsam mit Johannes B. Kerner und Mats Hummels ab.
Stefan Raab: Triumph nach Comeback
In der Kategorie "Beste Unterhaltung Show" wurde es spannend, denn für "Wer weiß wie wann was war?" war das Duo Stefan Raab und Barbara Schöneberger nominiert. Die beiden konnten sich tatsächlich über den Preis freuen und ließen "Wer weiß denn sowas?" und "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" hinter sich. Raab, der vor rund zwei Jahren sein TV-Comeback gefeiert hat und seither einige mehr oder minder erfolgreiche Shows ins Programm brachte, schwärmte bei seiner Dankesrede von Schöneberger. Er schätze sie als "Sonnenschein hinter den Kulissen" und nenne sie gerne liebevoll "Laberer Schöneberger". "Er hat so toll mit mir zusammengearbeitet", lobte die Moderatorin des Abends ihren Kollegen im Gegenzug. "Ganz egal, was die anderen sagen, ich mag dich."
In der Kategorie "Bester Fernsehfilm/ Mehrteiler" wurde "Olivia" (ZDF/Florida Film) geehrt. Hauptdarsteller Johannes Hegemann sowie Dragqueen Olivia Jones, deren Leben verfilmt wurde, nutzten die Ehrung, um auf die Sichtbarkeit für queere Menschen aufmerksam zu machen. Auch Annette Frier gehörte zum Ensemble und freute sich über den Preis. In der Kategorie "Beste Schauspielerin" für ihre Serie "Frier und Fünfzig - Am Ende meiner Tage" setzte sie sich allerdings nicht durch. Den Preis nahm Karin Hanczewski für "Call My Agent - Berlin" mit nach Hause.
Ein Geburtstagsständchen, ein australischer Gast und ein tierischer Begleiter
Als "Bester Schauspieler" wurde "Achtsam Morden"-Darsteller Tom Schilling geehrt, mit ihm waren Josef Hader, Edin Hasanović, Johannes Hegemann und Johannes Kienast nominiert. Schilling ließ es sich nicht nehmen, seiner Mutter ein Geburtstagsständchen mit dem Publikum zu überbringen.
Ein passender Verkünder des Siegers in "Beste Unterhaltung Reality" war Dschungelcamp-Arzt Dr. Bob, der allerdings nicht das RTL-Urgestein prämierte, sondern "Werwölfe - Das Spiel von List und Täuschung" (ARD/BR/SWR/WDR/ITV Studios Germany) mit Michael Kessler.
Als "Beste Comedy-Serie" setzte sich "Chabos" gegen "Frier und Fünfzig - Am Ende meiner Tage" und "Achtsam Morden" durch. "Beste Comedy/Late Night" ging an "heute-show extra: Next Stop Köster" mit Fabian Köster, der sogleich den anwesenden Hendrik Wüst in die Sendung einlud. Ganz still wurde es im Saal, als Maximilian Brückner und Kommissar Rex die Bühne betraten. Der Schauspieler verkündete in Begleitung seines TV-Hundes als "Beste Dramaserie" "Hundertdreizehn" mit Anna Schudt.
Markus Lanz und Leon Windscheid geehrt
Zu den weiteren Preisträgern zählten Alexander Kumptner, Ali Güngörmüs und Frank Rosin, die im Bereich "Bestes Factual Entertainment" mit "Roadtrip Australien - Drei Spitzenköche auf vier Rädern" überzeugten. Als "Beste Dokumentation/Reportage" wurde das Team von "Joko & Klaas Live - #dontlookaway" gewürdigt.
Markus Lanz holte sich zum zweiten Mal den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Information" ab. Zur aktuellen politischen Lage und der Angst vieler Menschen deutete Lanz lediglich an: "Fürchtet euch nicht. Was jetzt kaputt geht, bauen wir ganz lässig irgendwann wieder auf." Für die "Beste Moderation/Einzelleistung Information" konnte sich Ibrahim Naber für sein Ukraine-Berichterstattung (WELT) den Preis abholen. "Mesut Özil - Zu Gast bei Freunden" sahnte den Preis für die "Beste Doku-Serie" ab. "Terra Xplore mit Leon Windscheid" wurde zum "Besten Infotainment" ernannt.
Die Stifter des Deutschen Fernsehpreises (RTL, ZDF, SAT.1, ARD und MagentaTV) zeichneten zudem Peter Kloeppel als langjährigen TV-Journalisten aus. Der Ex-Chefmoderator von "RTL Aktuell" (1992 bis 2024) nahm den Ehrenpreis persönlich entgegen und dankte nicht nur seiner langjährigen Kollegin Ulrike von der Groeben und RTL, sondern machte auch seiner Ehefrau eine Liebeserklärung wegen ihrer immerwährenden Unterstützung. Für die Fernsehbranche wünsche er sich, dass alle "kritisch und kreativ" bleiben.
Über Nominierungen und Preise des Abends hatte eine unabhängige Fachjury entschieden. Berücksichtigt wurden Programme aus den Bereichen Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport, die von 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026 in Deutschland zu sehen waren.
(jom/spot)