"Die Höhle der Löwen": Ralf Dümmel begeistert mit rotem Haar

In der zweiten Folge von "Die Höhle der Löwen" geraten die Investoren beinahe aneinander. Während sie einstimmig einen Bett-Belüfter als "komplette Traumtänzerei" zerreißen, entbrennt ausgerechnet um eine Haarklammer ein hitziger Wettkampf. Am Ende verdoppelt ein Löwe ungefragt gar sein Angebot.

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Ralf Dümmel probiert den Tragekomfort einer Haarklammer aus.
Ralf Dümmel probiert den Tragekomfort einer Haarklammer aus. Foto: Foto: RTL

Die zweite Folge der 20. Jubiläumsstaffel von "Die Höhle der Löwen" (montags, 20:15 Uhr, VOX oder streambar auf RTL+) startet mit einer knallharten Verhandlung zweier gestandener Businessfrauen, die nicht so schnell aufgeben. Produktentwicklerin Anna Lu (36) präsentiert mit "Cupped" einen BH, der Frauen zu mehr Komfort und einer besseren Passform verhelfen soll. Statt auf Standardmaße setzt ihr Startup auf individuell angepasste BHs, die mithilfe eines eigens entwickelten Algorithmus auf die jeweilige Körperform zugeschnitten werden. Zum Ende ihres starken, selbstbewussten Pitchs bietet sie für 200.000 Euro 10 Prozent ihrer Firmenanteile.

Anna Lu will BHs, die auch passen

Alle Investoren sind hell begeistert - zwei machen ein Angebot. Neu-Löwe Johannes Kliesch (31) wirbt für sich: "Ich kenne die Branche sehr gut. Wir verkaufen sehr viele BHs." Der Vorschlag des Socken-Millionärs: Er will Anna Lus BH in seine Produktpalette aufnehmen. Dafür fordert er 30 Prozent Anteile. Das gleiche Angebot macht Beauty-Expertin Judith Williams (54): "Dein Produkt ist wie für mich gemacht. Ich kenne den Unterwäschemarkt. Ich bin die perfekte Investorin für dich."

Das Angebot von Kliesch schlägt Anna Lu sofort aus - sie will ihr eigenes Produkt vorantreiben und sich nicht Klieschs Sockenmarke unterordnen. Sie schreitet zum Verhandlungsduell mit Judith Williams: "Ich würde gerne mit dir arbeiten, aber 30 Prozent sind zu viel. Treffen wir uns in der Mitte? 200.000 für 20 Prozent." Williams erwidert, ohne mit der Wimper zu zucken: "25 Prozent". Doch auch Lu bleibt hart im Verhandeln: "Das ist zu viel", sagt sie mutig. "Aber wir können uns nochmal in der Mitte treffen. 22,5 Prozent, weiter rauf gehe ich nicht." Judith Williams ist sichtlich begeistert vom Verhandlungstalent und gibt schlussendlich nach.

Zwei Gründer werden von den Löwen zerrissen

Die nächsten beiden Pitcher werden von Löwen bitter zerrissen. Benjamin Koch (44) und Yavuz Akbas (51) entwickelten ihren "plümoBaum", um Bettdecken und Kissen zu belüften und damit Feuchtigkeit, Milben und Mikroorganismen zu bekämpfen. Ein etwas sperriger Kasten wird über dem Bett montiert, Luftkanäle werden herausgezogen, über die die Bettdecke und die Kissen morgens gehängt werden und belüftet werden sollen. Nicht nur der Lärm, den die Maschine verursacht, führt bei den Investoren zu Kopfschütteln und Zähneknirschen. "Was für ein Schwachsinn", entfährt es Tech-Investor Frank Thelen (50).

Wirtschaftsgröße Carsten Maschmeyer (67) zweifelt die Funktion der Gerätschaft an und empfiehlt: "Das müsst ihr erst nochmal mit einem Aerophysiker durchsprechen." Johannes Kliesch rät: "Hört auf damit. Damit werdet ihr nur Geld verbrennen und keinen Erfolg haben." Thelen: "Das ist komplette Traumtänzerei. Was für ein sinnfreies Produkt." Nachdem alle Investoren kopfschüttelnd ausgestiegen sind, schlussfolgert Maschmeyer: "Eine Vision kann auch eine Halluzination sein."

Vier Millionen Umsatz mit einem Thermobecher

In nur wenigen Sekunden müssen zwei Start-ups im Battle nun die Jury von ihrer Businessidee überzeugen - der Gewinner darf weiterpitchen und auf eine Investition hoffen. Simone Lafargue (42) trifft mit ihrem alkoholfreien Drink auf die beiden Schweizer Manuel Laurice Borer (33) und Fabian Christmann (32), die passend zum Drink einen innovativen Thermobecher präsentieren. Letzterer überzeugt die Jury - besonders, weil der Becher bereits 4 Millionen Umsatz einbrachte. Von James Bond inspiriert, öffnet sich der Becher oben wie eine Irisblende. Dies soll nicht nur das Geschmackserlebnis beim Trinken verbessern, sondern kann auch für Sicherheit gegen K.-o.-Tropfen sorgen.

"Was für eine Innovation", findet Judith Williams. "Ich find's geil", strahlt auch Tech-Investor Frank Thelen. "Das geht durch die Decke", wispert Williams zurück. Die beiden wollen gemeinsam investieren, aber für die halbe Million Euro mindestens 20 statt der gebotenen 10 Prozent Anteile haben. Doch sie sind nicht allein. Das Produkt scheint wie geschaffen für Getränkemogul Andreas Herb (55). Er ist begeistert und geht All-in - er gibt den beiden Schweizern die halbe Million für die gefragten 10 Prozent Anteile. Damit fällt den Schweizern die Entscheidung leicht und sie schlagen ein.

Salatsauce als Wundermittel

Der italienische Koch Stefano Suich (63) hat für seinen Auftritt prominente Unterstützung mitgebracht. Sein guter Freund, der Spitzen-TV-Koch Johann Lafer (68), soll den Löwen Suichs Wunderdressings schmackhaft machen. "Ich mag viel Sauce mit wenig Salat", bemerkt Judith Williams und verlangt wenig später prompt Nachschub beim Spitzenkoch. Das Dressing schmeckt, die Zahlen des Start-ups jedoch weniger - sie steigt aus.

Stefano Suich hat bereits rund 200 Produkte im Foodsektor entwickelt und vertreibt diese über seinen Online-Shop. Um die neue Produktlinie auf den Markt zu bringen, benötigt Stefano Suich 200.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Das ist auch allen anderen Investoren zu riskant. Handelsprofi Ralf Dümmel (59): "Ich habe schon mal in etwas Ähnliches investiert und es hat nicht funktioniert." Stefano Suich muss ohne Deal weitermachen.

Alle wollen bequeme Haarklammern

Leonie Neisinger (32) störte sich an unbequemen Haarklammern und designte darum eine flexible Haarklammer, die weich, biegsam und robust ist, sich der Kopfform anpasst und dadurch auch auf dem Sofa, im Bett oder unterwegs bequem bleibt. Die Jungunternehmerin startete den Handel online vor drei Monaten und hat mithilfe von Influencer-Marketing bereits starke 80.000 Euro Umsatz gemacht.

"Cool! Herzlichen Glückwunsch, das ist super gut", gratuliert Unternehmerin Janna Ensthaler (42). "Das ist kein Segelflugzeug, da fängt eine Rakete an zu fliegen", zeigt sich auch Carsten Maschmeyer beeindruckt - genauso wie alle anderen Investoren. Einer nach dem anderen macht das Angebot, ohne zu verhandeln: 150.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Es bricht ein regelrechter Wettkampf zwischen den Investoren aus. Neuling Johannes Kliesch: "Wenn ich den anderen Investoren zuhöre, denke ich: 'Was labern die?'" Dann macht er ein ungewohntes Angebot: Er will der Gründerin das Geld zu Null Prozent Anteilen leihen, dafür das Doppelte zurückhaben: "Für jede verkaufte Haarklammer kriege ich 1 Euro, bis wir bei 300.000 Euro sind. Dann klinke ich mich aus und die Firma gehört dir."

Das Angebot triggert die anderen Investoren. Janna Ensthaler bemerkt, dass dies den Cashflow der jungen Firma schwächen werde. "Jetzt muss ich meinem jüngeren Kollegen mal deutlich widersprechen", sagt auch Carsten Maschmeyer - nur um sein eigenes Angebot dann zu verdoppeln: Er bietet nun 300.000 Euro an. "Lasst die Leonie erst mal durchatmen", unterbricht Judith Williams die inzwischen heiß entfachte Diskussion. Ralf Dümmel rät: "Hör auf dein Herz." Das tut Leonie Neisinger und entscheidet sich aus dem Bauch heraus für Carsten Maschmeyer - der allerdings schließlich auch am meisten Geld anbot. "Ich möchte mit dir gehen", sagt sie lachend. Er erwidert: "Und ich möchte auch mit dir gehen! Auf eine tolle Zusammenarbeit."

(ero/spot)