Karoline Schuch in "Elodie": Das verschwiegene Kapitel der ersten Lebensmonate
Das Erste zeigt das Familiendrama am Mittwoch um 20.15 Uhr – eine Tochter erfährt beim Geburtstag ihrer Mutter, warum sie sich nie zu Hause gefühlt hat.
Eine Ehe vor dem Aus, rätselhafte Albträume und ein Familienfest in der Lüneburger Heide: Im Fernsehfilm „Elodie“ spielt Karoline Schuch eine Frau, die auf ein verschwiegenes Kapitel ihrer frühesten Kindheit stößt. Das Erste zeigt das Drama am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 20.15 Uhr.
Elodie lebt als Übersetzerin in Brüssel. Ihr Mann Mehdi will sich von ihr trennen, weil er sich an ihrer Seite einsam fühlt. Zum 65. Geburtstag ihrer Mutter Barbara fährt sie zu den Eltern in die Heide und will dort vom Scheitern ihrer Ehe erzählen. Doch dazu kommt es nicht: Durch Zufall erfährt sie, dass sie als Baby zu einer Kinderfrau gegeben wurde, weil die Mutter nach der Geburt depressiv war. Auch ihr Bruder Ben, der mit seiner Familie angereist ist, hört die Geschichte zum ersten Mal.
Die Spur führt zu Frau Wontroba
Elodie will wissen, was damals geschah. Eine Verbündete findet sie in ihrer Kindheitsfreundin Pia (Minna Wündrich), die als Kleinkind bei derselben Kinderfrau war – Frau Wontroba, gespielt von Eva Mattes. Je mehr die Eltern die Bedeutung der Frau herunterspielen, desto unruhiger wird die Tochter.
Nach Angaben des NDR erzählt der Film von einer frühkindlichen Traumatisierung durch die Unterbringung bei einer problematischen Pflegemutter. Wie prägend die ersten Lebensmonate für die Entwicklung von Kindern sind, sei in psychologischen Fachkreisen erst in den 80er-Jahren anerkannt worden, schreibt NDR-Redakteurin Sabine Holtgreve. Der Film ende mit einem unerwarteten Aufbruch, der Mut zur Versöhnung mache.

"Das spricht irgendwie zu mir"
Für Karoline Schuch ist die Rolle etwas Besonderes. „Für mich ist dieses Projekt und diese Figur sehr besonders“, sagt sie im Gespräch mit dem NDR. Beim Lesen des Drehbuchs habe sie gleich gedacht: „Das spricht irgendwie zu mir.“ Holtgreve hebt Schuchs vielschichtiges Spiel hervor und die Kamera von Falko Lachmund, der die Albtraumbilder in der Lüneburger Heide in Szene setzt.
Sibylle Canonica spielt die Mutter Barbara, Jan Krauter den Bruder Ben, Michael Wittenborn den Vater Jochen. Adriana Altaras ist als Jasna zu sehen. Regie führte Nicole Weegmann, das Drehbuch schrieb Esther Bernstorff. Die Produktion war für den Bernd-Burgemeister-Preis auf dem Filmfest München nominiert.
Mittwoch, 7. Oktober, 20.15 Uhr im Ersten
„Elodie“ läuft am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 20.15 Uhr im Ersten. Der Fernsehfilm (88 Minuten) ist eine Produktion der 2Pilots-Filmproduction im Auftrag des NDR für die ARD, gedreht in der Lüneburger Heide; Regie Nicole Weegmann, Buch Esther Bernstorff.